Frankfurt/Bloomberg/B.l. Rohstoffaktien sollten sich in den nächsten Jahrzehnten besser entwickeln als die breiten Aktienmärkte. Dieser Ansicht ist zumindest Jeremy Grantham, der Chefinvestmentstratege von Grantham, Mayo, Van Otterloo&Co. „Ich bin noch stärker von der Zwangsläufigkeit steigender Rohstoffpreise überzeugt als vor einem Jahr“, schrieb Grantham in einem Quartalsbericht für Anleger. Von den höheren Rohstoffpreisen würden in erster Linie die Rohstoffproduzenten profitieren, während die anderen Unternehmen dadurch mit steigenden Kosten zu kämpfen hätten.
Kurzfristig sieht es nicht gut aus
Kurzfristig haben Aktionäre von Rohstoffpapieren keine rechte Freude mit ihrem Investment: Seit einem Jahr hat der Morgan Stanley Index für Energie-, Metall- und Agrarwerte (CRX) um ein Fünftel nachgegeben, noch schlimmer erwischte es die Inhaber von Goldminenaktien, die in diesem Zeitraum 29 Prozent ihres Vermögens eingebüßt haben. Mit Aktien aus dem US-Index S&P-500 hätte man dagegen auf Jahressicht ein Plus von 14 Prozent einfahren können.
Anders sieht das Bild aus, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet: In den vergangenen zehn Jahren haben sich der Rohstoffaktien-Index CRX sowie der Goldminenaktien-Index HUI mehr als verdreifacht, der S&P-500 legte aber nicht einmal um zwei Drittel zu, obwohl er sich 2002 nach dem Platzen der New-Economy-Blase auf einem niedrigen Niveau befand.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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