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Nach Panne: US-Broker Knight Capital vor Aus gerettet

06.08.2012 | 17:55 |   (Die Presse)

Der US-Aktienhändler saß nach einem Systemfehler auf einem Verlust von 440 Millionen Dollar. Investoren retten Knight Capital nun vor dem Aus. Es war nicht der erste technische Fauxpas an einer Börse.

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Wien/ag./red. Für den US-Broker Knight Capital war es eine durchaus turbulente Woche. Ein Softwarefehler brachte den Aktienhändler an den Rande des Ruins, nun konnte die Wall-Street-Firma durch eine Gruppe von Aktionären vor dem Aus gerettet werden.

Aber eins nach dem anderen: Vergangenen Mittwoch hatte es an der Wall Street eine Softwarepanne gegeben. Ausgelöst wurde diese durch ein neues Handelsprogramm. Dieses sorgte dafür, dass der Markt mit fehlerhaften Handelsaufträgen geflutet wurde. Mehr als 140 Aktien waren betroffen, der Handel mit zahlreichen Papieren musste zeitweise ausgesetzt werden.

Es dauerte eine dreiviertel Stunde, bis das Problem behoben werden konnte. Die ganze Angelegenheit kam das Softwareunternehmen Knight Capital allerdings teuer zu stehen. Weil das Unternehmen auf Aktien sitzengeblieben war, häufte es einen Verlust von 440 Mio. Dollar an.

Knight Capital kauft und verkauft Aktien im Namen seiner Kunden, sorgt aber selbst auch dafür, dass der Markt ausreichend liquide bleibt. Das Unternehmen ist an der New Yorker Börse NYSE wie auch der Nasdaq der größte Makler für Kleinanleger. Kritikern zufolge dürfte Knight seine Software vor Inbetriebnahme nicht ausreichend getestet haben.

Investoren haben am Montag nun bekräftigt, das Unternehmen mit einer Kapitalspritze von 400 Mio. Dollar vor dem Untergang bewahren zu wollen. Auch Kunden sollen unter den Geldgebern sein. „Es ist nicht überraschend, dass sich unter den Finanzierungsquellen für Knight einige ihrer Kunden befinden“, sagt David Whitcom von Automated Trading Desk. „Die Kunden wollen, dass es weiterhin verschiedene Marktmacher gibt, um den Wettbewerb zu erhalten“, sagt Whitcom weiter. Die Aktie von Knight Capital stürzte binnen einer Woche um 70 Prozent ab.

Facebook-Debakel teuer für UBS

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Softwarepanne einem Unternehmen Verluste einbrockt. Zuletzt musste die Großbank UBS ein 349 Mio. Franken schweres Loch in ihrer Bilanz verkraften. Die Bank hatte zahlreiche Kaufaufträge von Kunden für Aktien des sozialen Netzwerks Facebook erhalten. Ob des Ansturms auf das Computersystem der Nasdaq wussten sie aber nicht, ob ihre Aufträge auch ausgeführt wurden. Aktien wurden daher mehrfach geordert. Plötzlich saßen die Händler auf mehr Papieren als ursprünglich geplant. Zuletzt fielen die Facebook-Aktien unter die Marke von 20 Dollar, der Ausgabekurs lag bei 38 Dollar.

2010 rutschte wiederum der Leitindex Dow Jones binnen Minuten um 1000 Punkte ab, weil Computerprogramme von Hochfrequenzhändlern massig Verkaufsaufträge erteilten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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1 Kommentare
1 0

pervers

einen AktienHändler retten !!