Wien/Weber. Bob Dylan ist schon lange im Geschäft. Seit über 50 Jahren ist der amerikanische Folksänger entweder im Studio oder auf Tournee, und noch immer jubeln ihm die Massen zu. Eine amerikanische Firma versucht nun, diesen anhaltenden Erfolg zu Geld zu machen. Die Verwertungsgesellschaft Sesac Inc. aus Nashville, Tennessee, bietet Investoren Anleihen im Ausmaß von 300 Mio. Dollar (243 Mio. Euro), die mit Nutzungsrechten für Songs von Dylan und anderen Stars wie Neil Diamond und der Rockband Rush besichert sind.
Die Tantiemen, die Sesac kassiert, wenn ein Radiosender Hits wie „Mr. Tambourine Man“ spielt, dürften dabei für die Zinszahlungen (5,25 Prozent pro Jahr) verwendet werden. Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet die Emission mit „BBB-“, also kurz vor Ramschstatus. In Krisenzeiten dürften sich Investoren nämlich schwertun, die exotischen Sicherheiten an den Mann zu bringen. Laut „Wall Street Journal“ hat sich die Investmentbank Goldman Sachs mit dem Papier eingedeckt, um es an „institutionelle Investoren“ wie Versicherungen und reiche Privatleute zu verkaufen.
In der letzten Zeit sind Anleihen mit unkonventionellen Sicherheiten populär geworden. So gibt es Papiere, die mit Handymasten oder Erträgen aus der Forstwirtschaft besichert sind. Auch die Idee, Songrechte als Sicherheit zu hinterlegen, ist nicht ganz neu. So sammelte David Bowie bereits 1997 55 Mio. Dollar mit seinen „Bowie Bonds“ ein.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)

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