Frankfurt/Bloomberg/Red. Investoren aus aller Welt können nicht genug von US-Wertpapieren bekommen– ungeachtet der Tatsache, dass die Ratingagentur S&P die Bonitätsnote des Landes vor einem Jahr reduziert hat. Der US-Aktienindex Dow Jones kletterte seither um 15 Prozent und weist in Dollar die beste Entwicklung unter den großen Aktienmärkten auf.
Auch den US-Staatsanleihen ist es seither gut ergangen: Treasuries gewannen 6,4 Prozent und hielten sich damit über dem Durchschnitt der sieben größten Industriestaaten. Dabei geht es der US-Wirtschaft gar nicht so gut, das Wachstum hat sich zuletzt verlangsamt. Doch profitieren die USA als Anlageziel davon, dass andere Regionen stärker gemieden werden, seit Europa die Staatsschuldenkrise nicht in den Griff bekommt und das Wachstum Chinas nachlässt.
„Aus vielen Teilen der Welt kommen negative Nachrichten herein“, erklärt Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und früherer Chef-IWF-Volkswirt. „Der Rest der Welt sieht auf die USA und sagt: Ich wünschte, wir wären die USA.“
Viele Analysten glauben daher, dass der Trend, dass sich US-Aktien besser entwickeln als europäische, noch eine Weile anhalten dürfte: Anleger reagieren auf schlechte Konjunkturnachrichten aus Europa derzeit nervöser als auf solche aus den USA.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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