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Neue Werke lasten auf ThyssenKrupp

10.08.2012 | 18:26 |   (Die Presse)

Die hohen Kosten in den USA und Brasilien sowie die Marktschwäche in Europa bescheren dem deutschen Konzern einen Megaverlust.

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Düsseldorf/Reuters. Jede positive Nachricht, und wenn sie noch so klein ist, bringt derzeit Schwung in die Börse. Weil der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp statt eines erwarteten Verlusts im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2011/12 (Ende September) ein Nettoergebnis von 238 Mio. Euro erzielte, war die Thyssen-Aktie am Freitag mit plus 4,7 Prozent der Tagesgewinner im deutschen Aktienindex DAX.

Die anhaltende Schwäche im Stahlgeschäft und die großen Probleme bei den neuen Werken in den USA und Brasilien bescherten dem Konzern aber in den ersten drei Quartalen einen Nettoverlust von 938 Mio. Euro. Darin enthalten ist die hochdefizitäre Edelstahltochter Inoxum, die an den finnischen Rivalen Outokumpu verkauft werden soll.

Größtes Sorgenkind im Konzern sind die neuen Stahlwerke in den USA und in Brasilien, die das Ergebnis in den ersten neun Monaten mit rund 780 Mio. Euro belasteten. ThyssenKrupp leidet hier nicht nur unter den beträchtlichen Kostenüberschreitungen beim Bau der Anlagen, sondern auch unter den hohen Anlaufkosten und dem aktuell schwierigen Marktumfeld in den USA.

 

Verkauf der neuen Stahlwerke

Konzernchef Heinrich Hiesinger hat deshalb schon vor einigen Monaten die Notbremse gezogen und prüft die Möglichkeit, die amerikanischen Stahlwerke zu verkaufen oder in eine Partnerschaft einzubringen. Offenbar nicht ohne Erfolg. „Wir sehen ein reges Marktinteresse und führen Gespräche mit möglichen Investoren“, sagte er am Freitag.

Insgesamt lag der Auftragseingang bei ThyssenKrupp in den ersten neun Monaten mit 31,9 Mrd. Euro um rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz verringerte sich um rund drei Prozent auf 31,2 Mrd. Euro. Dennoch bekräftigte Hiesinger die Jahresprognose. Danach erwartet ThyssenKrupp für das Geschäftsjahr 2011/2012 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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