Wien/B. l. Im Vorjahr war noch der Bausparvertrag die beliebteste Anlageform der Österreicher. Bei der regelmäßig erhobenen GfK-Umfrage zum Anlageverhalten der Österreicher sprachen ihm damals 53 Prozent zu. Derzeit sind es nur noch 40 Prozent. Auf Platz eins liegt wieder das Sparbuch mit 46 Prozent. Als Ursache für das Abrutschen des Bausparers in der Beliebtheitsskala sehen die GfK-Experten die jüngste Prämienkürzung. Derzeit erhält man nur noch bis zu 18 Euro pro Jahr an staatlicher Prämie. Das dürfte einigen doch zu wenig sein.
Lebensversicherungen stabil
Die niedrigen Zinsen, die man für Sparbücher erhält, scheinen die Anleger aber nicht zu schrecken. Auch die Lebensversicherung hält sich seit Jahren konstant bei 26 Prozent. Das zeige auch, „dass die Österreicher künftig noch weniger als sonst zu Experimenten bereit sind und auf Bekanntes, Altbewährtes setzen“, meint GfK-Finanzmarktexpertin Sonja Buchinger. Deutlich an Beliebtheit zugelegt haben in den vergangenen Jahren Eigentumswohnungen (36 Prozent), Grundstücke (35 Prozent) und Gold (25 Prozent).
Das hohe Interesse an Sachwertanlagen zeige, dass die Stimmung unter Österreichs Anlegern nach wie vor auf wackeligen Beinen stehe, stellt die GfK-Expertin fest. Auch die niedrigen Zinsen machten unverzinste Werte wie Gold relativ attraktiver. Weit abgeschlagen rangieren Aktien und Investmentfonds, sie haben sich seit der Finanzkrise, als die Marktturbulenzen viele Anlegervermögen anknabberten, nicht mehr erholt.
In den vergangenen Jahren hat sich hingegen ein neuer Trend etabliert: der Sparstrumpf. Fanden es vor fünf Jahren nur fünf Prozent der Befragten attraktiv, „zu Hause zu sparen“, so waren es heuer im zweiten Quartal 13 Prozent.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)


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