Wien/Red. Die Analysten von Volksbank Research sind für die Entwicklung am Aktienmarkt leicht optimistisch gestimmt. Bei kleinen Fortschritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise sei mit leicht steigender Risikoneigung der Anleger und damit auch steigenden Aktienkursen zu rechnen, heißt es in einem aktuellen Marktausblick des Instituts.
Für Anleger, die sich primär in Wien eindecken möchten, empfehlen die Analysten Lenzing, OMV, RHI und die Voestalpine. Für den Faser- und Zellstoffhersteller Lenzing spreche, dass das Unternehmen Weltmarktführer bei industriell hergestellten Cellulosefasern sei. Außerdem fänden sich Kunden fast überall auf der Welt, was Problemen in der Eurozone vorbeuge. Die OMV sei derweil nicht nur wegen der tendenziell steigenden Nachfrage nach Rohölprodukten eine Kaufempfehlung, sondern auch wegen ihrer im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen günstigen Bewertung.
Das gleiche gelte für die RHI. Darüber hinaus könne der führende Hersteller von feuerfesten Produkten Preiserhöhungen durchsetzen. Bei der Rohstoffversorgung werde das Unternehmen unabhängiger von Zulieferern. Das Top-Argument für die Voestalpine sei derweil die starke Marktposition und die Ausrichtung auf hochwertige Stahlprodukte.
Potenzial für DAX und Dow Jones
Für den deutschen DAX sowie den Eurostoxx sehen die Experten leichtes Aufwärtspotenzial. Das deutsche Börsenbarometer sehen sie Ende des Jahres bei 7200 Punkten (aktuell steht er bei 6920), den Eurostoxx bei 2510 (aktuell 2410). Die schwache Konjunktur sowie die Schuldenkrise blieben jedoch ein Risiko. Eine geldpolitische Straffung seitens der Europäischen Zentralbank sei aber nicht zu erwarten.
Auch in den USA dürfte die Euro-Schuldenkrise ihre Spuren hinterlassen. Doch auch in dem Land selbst dürfte die wirtschaftliche Entwicklung weiter schleppend ausfallen. Hier rechnet die Volksbank ebenfalls mit einer Wiederkehr der Risikolust. Ende des Jahres sollte der Dow Jones ihrer Meinung nach bei 13.650 Punkten stehen, gut 400 Punkte über seinem aktuellen Stand.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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