Die Telekom Austria Group hat im ersten Halbjahr 2012 das Nettoergebnis ins Plus gedreht. Gleichzeitig ging der Umsatz um 4,9 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro zurück. Der Nettogewinn belief sich auf 80,9 Millionen Euro nach einem Nettoverlust von 59 Millionen Euro in der Vorjahresperiode, teilte das teilstaatliche Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 76 Millionen Euro gerechnet.
Dennoch sind die Aktien am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten in den Handel an der Wiener Börse gestartet. Die Titel rutschten in den ersten Handelsminuten um 4,49 Prozent ab und notierten bei 7,02 Euro.
Dividende von 38 Cent je Aktie
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2012 wurde aufgrund eines verschärften Wettbewerbdrucks und eines schwachen konjunkturellen Ausblicks zurückgenommen: Die Telekom geht nun von einem Umsatz in der Höhe von 4,2 Milliarden Euro (bisher 4,4 Milliarden) aus. Die Prognose für das bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) senkt der Konzern von 1,5 Milliarden auf 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro. Die Telekom bestätigte zugleich die Absicht, für 2012 eine Dividende von 38 Cent je Aktie auszuschütten zu wollen.
Das Betriebsergebnis (EBIT) schnellte in den ersten sechs Monaten um 394 Prozent auf 211 Millionen Euro in die Höhe. Im Vorjahr hatten hohe Währungsabwertungen bei der Tochter in Weißrussland und Kosten für den Personalabbau das Ergebnis gedrückt. Beim EBITDA gab es hingegen einen Rückgang von 6,6 Prozent auf 726 Millionen Euro.
"Kampftarife" belasten Österreich-Ergebnis
In Österreich ging der Umsatz um 6,1 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zurück. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde reduzierte sich um 9,3 Prozent. "Kampftarife" der Mitbewerber am österreichischen Mobilfunkmarkt belasteten das Ergebnis, hieß es.Trotz Kostensenkungen ging das bereinigte EBITDA um 7,1 Prozent auf 462,2 Millionen Euro zurück. Rückläufig waren die Festnetzanschlüsse (Festnetz, TV, Internet). Zuwächse vermeldete die Telekom Austria bei mobilem Breitband und bei der TA-Billigtochter bob. Damit stieg die Kundenzahl im Mobilfunkbereich in Österreich gegenüber dem Vergleichsstichtag des Vorjahres um 2,2 Prozent auf knapp 5,3 Millionen.
Der bulgarischen Telekom-Tochter Mobitel machte die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Heimatmarkt und ein verschärfter Preisdruck zu schaffen. Der Umsatz sank um 7,9 Prozent auf 243,0 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA um 18,8 Prozent auf 110 Millionen Euro.
Hyperinflation in Weißrussland
Hyperinflation und Währungsabwertung belasteten weiterhin das Ergebnis der weißrussischen Tochter velcom. Velcom musste gemäß der Rechnungslegung für Hyperinflationsländer und nach Währungseffekten einen Umsatzrückgang von 15,9 Prozent auf 136,9 Millionen Euro und eine Reduktion des bereinigten EBITDA um 26,7 Prozent auf 55,3 Millionen Euro vermelden. Deutliche Umsatzzuwächse wurden in den relativ kleinen Märkten Mazedonien (+16 Prozent), Serbien (+15 Prozent) und Slowenien (+7,1 Prozent) verzeichnet.
(APA)

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