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Mayr-Melnhof: Erfolg in Deutschland stählt die Muskeln

16.08.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Eisern zuversichtlich gibt sich MM-Vorstand Hörmanseder angesichts der Halbjahresbilanz. Doch der schwache Absatz in Europa und auch die hohen Rohstoffpreise machen MM klar zu schaffen.

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Wien/Es. So präsentiert sich der Karton- und Verpackungsriese Mayr-Melnhof gerne: als solider Fels in der konjunkturellen Brandung. Doch wirkt die zur Schau gestellte Zuversicht von Konzernvorstand Wilhelm Hörmanseder diesmal eher wie eine harte Übung in Selbstmotivation. Denn in Europa disponieren die Kunden immer vorsichtiger. Das zeigt sich an den Zahlen zum zweiten Quartal: Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 480 Millionen Euro zurück, der Nettogewinn brach um 20 Prozent auf 22,7 Millionen Euro ein.

Auch beim betrieblichen Halbjahresergebnis zeigt sich mit 79,1 Mio. Euro ein deutlicher Einbruch von 14,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis sei jedoch nur durch „Einmaleffekte“ belastet worden, beschwichtigt Hörmanseder. Neun Mio. Euro habe den Konzern die Werksschließung in Liverpool gekostet, rund vier Mio. Euro habe man in die Aufstockung der Anteile des chilenischen Faltschachtel-Standortes von 70 auf 100 Prozent investiert. Die MM-Aktie rutschte am Donnerstag dennoch um 3,21 Prozent auf 71,55 Euro ab.

Asien bestimmt die Preise

Auch die hohen Rohstoffpreise machen Mayr-Melnhof zu schaffen. Bei Altpapier seien die Preise um 50 Prozent gestiegen. Der globale Preis werde seit etwa drei Jahren nicht mehr in Europa gemacht, sondern in Asien. Deshalb führe die sinkende Nachfrage nicht zu sinkenden Rohstoffpreisen.

MM setzt nun in Europa auf die wenigen Pferde, die noch dynamisches Wachstum versprechen. In Polen wird 2013 ein drittes Faltschachtel-Werk in Betrieb genommen. In Trier soll Anfang September das weltweit modernste Entwicklungszentrum für Faltschachtel-Tiefdruck eröffnen. Das Geschäft in Deutschland sei ein Gradmesser für internationale Konkurrenzfähigkeit, sagt Hörmanseder: „Der Erfolg in Deutschland stählt unsere Muskeln.“

Außerhalb Europas ist nach wie vor Lateinamerika im Fokus. Nach Chile beteiligt sich MM nun auch mit 20 Prozent an einem Faltschachtel-Werk in Kolumbien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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