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So wenig Handel wie sonst nur zu Weihnachten

24.08.2012 | 18:30 |   (Die Presse)

Die Anleger hielten sich in der vergangenen Woche so stark zurück wie seit 2002 nicht mehr. Nur 9,34 Milliarden Aktien wechselten den Besitzer, zeigen Bloomberg-Daten.

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Frankfurt/Bloomberg/Red. In der Vorwoche ging es mit europäischen Aktien die elfte Woche in Folge bergauf. Seit seinem Tief Anfang Juni hat der breit gefasste Stoxx Europe 600 um 14 Prozent zugelegt. Zugleich war die vergangene Woche jene mit dem schwächsten Handelsvolumen seit 2002– sieht man von der Zeit um Weihnachten und Neujahr ab. Nur 9,34 Milliarden Aktien wechselten den Besitzer, zeigen Bloomberg-Daten. Sonst sind es meist zwischen 15 und 25 Milliarden Stück. Die Investoren halten sich zurück und warten ab, welche Maßnahmen die Politik gegen die Schuldenkrise ergreift.

 

Mehr als nur Sommerflaute

„Weihnachten kam dieses Jahr früh“, sagte Graham Bishop, Stratege bei Exane BNP Paribas in London. „Es sieht so aus, als ob wir eine Nachbildung von Weihnachten im August bekommen. Es ist ein Zusammenspiel von Unsicherheit über die weitere Politik der Notenbank und der üblichen Sommerflaute.“

Falls die Notenbanken nicht bald eingriffen, drohe ein Ende der Rallye, sagte Stewart Richardson, Anlagestratege bei RMG Wealth Management in London. Die Mittelflüsse bei Investmentfonds zeigten an, dass Investoren weiter Gelder aus Aktienfonds abziehen und in Fonds investieren, die auf Unternehmens- und Junk-Bond-Anleihen ausgerichtet sind.

Seit Jahresbeginn legte der Stoxx Europe 600 neun Prozent zu. Am meisten hätte man mit dem Börsenneuling Ophir Energy (einer Ölförderfirma) oder dem Allfinanzkonzern KBC verdient.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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4 Kommentare
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Die Großen haben bereits verkauft,

die Kleinen sind noch im Urlaub.

Wie geht es heuer im Herbst weiter?
Vermutlich wieder einmal abwärts.
Außer es gibt eine Geld- Bazooka, aber die Chancen dafür sind nicht sehr hoch.

Die EZB darf nicht und die Fed will nicht, weil die Börsen so hoch stehen.


Gast: 1. Parteiloser
25.08.2012 10:07
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Das könnte auch in guter Trend sein!

Es steht außer Zweifel, dass zum Wirtschaften in Unternehmen eine brauchbare Eigenkapitalquote unbedingt notwenig ist. Funktionierende Börsen sind daher für die Gesellschaft dringend notwendig, weil diese zur Eigenkapitalausstattung dienen und damit den Unternehmen eine Leistungserbringung für die Gesellschaft ermöglichen.

Es ist aber auch bekannt, dass schnelles Kaufen / Verkaufen (besonders der Hochfrequenzhandel) den Unternehmen nichts bringt, also der Gesellschaft auch nichts bringt. Die Staatsanleihen, zum wesentlichen Teil Langläufer, könnten von den Investoren durchaus durchschnittlich für 1 Jahr gehalten werden. Strategische Investoren halten auch Unternehmensanteile für einen längeren Zeitraum, eher länger als 1 Jahr.

Der Trend zu einem geringeren Handelvolumen kann also auch als Trend zu einer Gesundung des Finanzunwesens gesehen werden. Vielleicht wird die kurzfristige Zockerei mehr durch seriöse Investoren ersetzt?

Die Frage ist eher, welches tägliche Handelsvolumen mit Wertpapieren für die Gesellschaft, also für die Wirtschaft, gebraucht wird um der Gesellschaft diese Dienstleistung sinnvoll zur Verfügung zu stellen?

Brauchen wir, ich meine wir die europäische Gesellschaft, einen täglichen Handel mit über 10 Mrd. Aktien. Dann wäre der Jahresbedarf bei über 2,5 Billionen Aktien, welche jedes Jahr gehandelt werden? Schwer zu sagen / beurteilen.

Antworten Gast: trader1
27.08.2012 11:18
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Re: Das könnte auch in guter Trend sein!

da ich ihre beiträge schätze und einiges davon verstehe ein hinweis.
die leute glauben fälschlicherweise, dass die akteure immer nur gewinnen ... in wirklichkeit verlieren selbst die besten leute durchaus regelmässig, -- am ende des jahres sollte halt dann was überbleiben .. somit brauchen sie eine hohe anzahl von transaktionen, von dennen teilweise mehr als die hälfte verlustbringend sind, um überhaupt positiv zu sein ...
es ist wie radfahren .. sie brauchen beide pedale (gewinn, und verlust) und eine entsprechende pedalfrequenz, damit sie nicht auf die nase fallen ...
dummerweise verstehen halt politiker wenig davon, oder haben sie je einen getroffen, der erfolgreich über längere zeit am markt was verdient hat ?

was ist der nutzen vom fahrradel ?
... es wird liqudität produziert .... würde der handel nur mehr langfristig, wäre die liquidität weg, und die preise fallen .

ein typischer fall ist die liquditätsbeschränkung durch das verbot des shortgehens bei bankaktien in österreich gewesen .. was ist danach passiert ? klar, sie sind gefallen, obwohl genau das verhindert hätte werden sollen

wie gesagt .. wenig ahnung vom radelfahren in der politik :-)


Antworten Gast: Markus Trullus
26.08.2012 10:34
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Re: Das könnte auch in guter Trend sein!

Richtig, man kann nur hoffen, dass sich; "...Vielleicht wird die kurzfristige Zockerei mehr durch seriöse Investoren ersetzt?"- bewahrheitet!
Die Zockerei im Sekundenbereich und darunter beherbergt viel Übel!