Frankfurt/Bloomberg/Red. In der Vorwoche ging es mit europäischen Aktien die elfte Woche in Folge bergauf. Seit seinem Tief Anfang Juni hat der breit gefasste Stoxx Europe 600 um 14 Prozent zugelegt. Zugleich war die vergangene Woche jene mit dem schwächsten Handelsvolumen seit 2002– sieht man von der Zeit um Weihnachten und Neujahr ab. Nur 9,34 Milliarden Aktien wechselten den Besitzer, zeigen Bloomberg-Daten. Sonst sind es meist zwischen 15 und 25 Milliarden Stück. Die Investoren halten sich zurück und warten ab, welche Maßnahmen die Politik gegen die Schuldenkrise ergreift.
Mehr als nur Sommerflaute
„Weihnachten kam dieses Jahr früh“, sagte Graham Bishop, Stratege bei Exane BNP Paribas in London. „Es sieht so aus, als ob wir eine Nachbildung von Weihnachten im August bekommen. Es ist ein Zusammenspiel von Unsicherheit über die weitere Politik der Notenbank und der üblichen Sommerflaute.“
Falls die Notenbanken nicht bald eingriffen, drohe ein Ende der Rallye, sagte Stewart Richardson, Anlagestratege bei RMG Wealth Management in London. Die Mittelflüsse bei Investmentfonds zeigten an, dass Investoren weiter Gelder aus Aktienfonds abziehen und in Fonds investieren, die auf Unternehmens- und Junk-Bond-Anleihen ausgerichtet sind.
Seit Jahresbeginn legte der Stoxx Europe 600 neun Prozent zu. Am meisten hätte man mit dem Börsenneuling Ophir Energy (einer Ölförderfirma) oder dem Allfinanzkonzern KBC verdient.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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