Wien/Apa/Red. Es ist das eingetroffen, was Rosenbauer-Vorstandschef Dieter Siegel befürchtet hatte: Die Kommunen müssen aufgrund der Konjunkturkrise überall auf der Welt sparen, und somit werden weniger Feuerwehrautos und weniger Ausrüstung gekauft. Bei Rosenbauer hat sich dies auf das Ergebnis niedergeschlagen, das Ebit sackte um 16 Prozent auf 11,8 Mio. Euro ab, die Ebit-Marge verschlechterte sich auf 4,4 nach 5,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Beim Umsatz konnten die Oberösterreicher dagegen um 14 Prozent auf 270,7 Mio. Euro zulegen, auch die Auftragslage sei „nach wie vor sehr gut“, betonte der Konzernchef am Freitag. Beim Ausblick ist Rosenbauer zwar etwas vorsichtiger geworden, die 600-Mio.-Umsatzmarke will man aber weiterhin knacken.
„Im ersten Halbjahr haben wir so viele Fahrzeuge ausgeliefert wie noch nie in einem ersten Halbjahr“, berichtete Siegel. Der Auftragseingang blieb bei 280,3 Mio. nach 281,5 Mio. Euro stabil, der Auftragsbestand hat mit 715,8 Mio. Euro per Ende Juni (plus 60 Prozent) ein Allzeithoch erreicht. Damit sei die Auslastung auch für die nächsten Jahre sichergestellt.
Im Dezember hat Rosenbauer einen Großauftrag aus Saudiarabien über 245 Mio. Euro an Land gezogen, was die Kapazitäten am Standort Leonding sprengte. Deswegen hat Rosenbauer eine 4500 Quadratmeter große Fertigungshalle in Traun angemietet, die Ende Juni voll angelaufen ist.
Der Mitarbeiterstand hat sich bei Rosenbauer von 2062 im Vorjahr auf 2230 Personen erhöht. Hinzu kommen 272 Leasingmitarbeiter.
Finanzvorstand Robert Kastil will die „aktionärsfreundliche“ Dividendenpolitik beibehalten, wie er ankündigte. Für das Geschäftsjahr 2011 hatte der Konzern trotz Gewinnrückgangs 1,20 Euro je Aktie gezahlt, genauso wie für 2010. 51 Prozent der Aktien hält die Familie Rosenbauer, fünf Prozent eine britische Investorengruppe, der Rest ist Streubesitz.
Die Rosenbauer-Aktie ist bis Freitagmittag um 4,6 Prozent auf 40,55 Euro abgesackt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2012)

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