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Zertifikate: Weniger Handel mit Derivaten

27.08.2012 | 16:39 |   (Die Presse)

Das schwache Börsenumfeld setzte im zweiten Quartal dem Handel mit Zertifikaten und Hebelprodukten zu. Gegenüber dem ersten Quartal ließ er deutlich nach. Daten für das dritte Quartal liegen noch nicht vor.

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Frankfurt/Reuters/red. Der Börsenhandel mit verbrieften Derivaten in Europa hat im zweiten Quartal 2012 gegenüber dem Jahresauftakt deutlich nachgelassen. Anleger kauften und verkauften Zertifikate und Hebelprodukte im Wert von rund 22,2 Milliarden Euro – rund 24 Prozent weniger als im ersten Quartal, wie der Europäische Derivate-Dachverband European Structured Investment Products Association (Eusipa) am Montag mitteilte.

Vom Rückgang waren Zertifikate und Hebelprodukte (dabei werden Gewinne und Verluste vervielfacht) etwa gleich stark betroffen. Experten begründen den Rückgang damit, dass das Börsenumfeld im zweiten Quartal nicht so freundlich war wie in den Vormonaten. Die Eusipa-Statistik umfasst Daten vom deutschen, Schweizer, österreichischen, französischen, italienischen und schwedischen Derivatemarkt. Weil die Daten nur bis Ende 2011 zurückreichen, ist ein Vergleich mit dem Vorjahresquartal nicht möglich.

Erholung im Juli

Daten für das dritte Quartal, in dem sich die Börsen bis dato merklich erholten, liegen noch nicht vor. Vom österreichischen Zertifikate-Forum gibt es jedoch bereits Juli-Daten. Demnach stieg das Umsatzvolumen der fünf Mitglieder (Raiffeisen Centrobank, Erste Bank, Bank Austria, Volksbank, Royal Bank of Scotland) in diesem Monat gegenüber Juni wieder um 27,4 Prozent bzw. 39 Mio. Euro. Das Gesamtmarktvolumen, das bei österreichischen Privatanlegern platziert ist, erhöhte sich um ein Prozent auf 13,6 Milliarden Euro.

Zertifikate sind Wertpapiere, deren Preis sich aus der Kursentwicklung eines anderen Wertpapiers, Rohstoffs, Währungskorbs oder Index ergibt. Oft bilden sie diesen einfach nur nach, bisweilen gibt es Garantie (das ursprünglich einbezahlte Kapital wird am Ende der Laufzeit garantiert, dafür sind die Renditechancen geringer) oder Hebel. Dabei kann man auf steigende oder fallende Kurse setzen. Jedoch trägt man ein Emittentenrisiko: Geht die Bank pleite, erhält man sein Geld nicht zurück.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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