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Preise: Rohstoffe wieder im Plus

27.08.2012 | 16:43 |   (Die Presse)

Rohstoffanlegern hilft derzeit weniger die steigende Nachfrage aufstrebenden Volkswirtschaften als die Politik der Notenbanken. Den Anlegern aus der Eurozone hilft auch noch die Schwäche ihrer Währung.

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Wien/b. l. Langfristig auf steigende Rohstoffpreise zu setzen ist keine schlechte Idee. Die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Energieverbrauch. Die aufstrebenden Volkswirtschaften benötigen Metalle jeder Art, Inder und Chinesen konsumieren mehr Fleisch als je zuvor. Das Problem: Kurzfristig werden die Rohstoffpreise von ganz anderen Faktoren beeinflusst, die mit der Nachfrage nur bedingt zu tun haben.

Während sie im zweiten Quartal angesichts der Wirtschaftsabschwächung in China und der Angst vor einer weltweiten Konjunkturdelle infolge der Eurokrise eingeknickt sind, geht es seit gut zwei Monaten wieder steil bergauf. Nicht, weil Chinas Wirtschaft wieder florieren würde und Europas Schuldenkrise gelöst wäre, sondern paradoxerweise, weil das nicht passiert ist.

Die anhaltend schlechten Nachrichten von der chinesischen Industrieproduktion nährten nämlich die Hoffnung, dass die chinesische Zentralbank bald geldpolitische Maßnahmen (etwa Zinssenkungen) setzt, um die Wirtschaft anzukurbeln, heißt es in einem Rohstoffkommentar der Saxo Bank. Dadurch käme mehr Geld in Umlauf, das auch in Rohstoffe fließen dürfte.

Auch schwacher Euro hilfreich

Auch die Hoffnung, dass die US-amerikanische Fed und die Europäische Zentralbank entsprechende Maßnahmen (etwa Anleihenkäufe) setzen könnten, die die Inflation ankurbeln würden, verleiht den Rohstoffpreisen Aufwind.
Auf Dollarbasis sind die Rohstoffpreise, die im DJ UBS Commodity Index erfasst sind, wieder so hoch wie zuletzt im März. Den Anlegern aus der Eurozone hilft auch noch die Schwäche ihrer Währung. Ihre Rohstoffinvestments haben seit einem Jahr 4,26 Prozent abgeworfen, seit Jahresbeginn 6,33 Prozent und seit Mitte Juni, als die Preise sich auf einem Tief befanden, fast 15 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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