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Versicherung: Garantiezins sinkt auf 1,75 Prozent

27.08.2012 | 17:10 |   (Die Presse)

Wer ab dem 21. Dezember eine klassische Lebensversicherung abschließt, bekommt weniger Rendite garantiert. Das allgemeine Zinsniveau machen das erforderlich, sagt die Finanzmarktaufsicht (FMA).

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Wien/es/APA. Das niedrige Zinsniveau macht den Versicherungen schon seit geraumer Zeit zu schaffen. Die Folgen dieser Entwicklung bekommen jetzt auch die österreichischen Versicherungsnehmer zu spüren. Wer ab dem 21. Dezember eine klassische Lebensversicherung abschließt, bekommt nicht mehr wie bisher zwei Prozent garantierte Rendite, sondern nur mehr 1,75 Prozent. Diese Regelung gilt auch für jene, deren Versicherung erst nach dem 31. März 2013 in Kraft tritt.

Der Garantiezinssatz wird von der FMA festgesetzt und war zuletzt am 1. April 2011 gesenkt worden. Eine weitere Absenkung sei „bedingt durch den seit einigen Jahren zu beobachtenden Trend fallender Kapitalmarktzinsen“ erforderlich, begründet die FMA diesen Schritt. Die FMA orientiert sich dabei an der Sekundärmarktrendite (SMR). Diese wird aus einem Durchschnittswert jener Renditen berechnet, die heimische Bundesanleihen einbringen.

Deren Kurs ist in den vergangenen Jahren gestiegen, die Rendite ist gesunken. Während die SMR im Jahr 2009 noch 3,28 Prozent betrug, sank sie 2011 auf 2,63 Prozent. Im Juni dieses Jahres betrug sie nur mehr 1,48 Prozent. Die SMR müsste heuer aber mindestens einen Stand von 3,17 Prozent erreichen, um bei Lebensversicherungen einen Garantiezins von zwei Prozent zu gewährleisten.

Spesen fressen Rendite auf

Effektiv bleibt dem Versicherten bei einem Garantiezinssatz von 1,75 Prozent noch weniger übrig. Denn verzinst wird nur der Betrag, den die Versicherung tatsächlich anlegt. Vorher werden aber noch Spesen und gegebenenfalls eine Risikoprämie abgezogen. Tatsächlich liegt die Rendite bei einem Garantiezins von 1,75 Prozent also deutlich geringer.

Was den Versicherungen zusätzlich Kopfzerbrechen bereutet, sind die Garantien, die sie in der Vergangenheit gegeben haben. Denn wie der Name schon sagt, garantiert der Garantiezins die Rendite für die ganze Laufzeit der Polizze. Für im Jahr 2000 abgeschlossene Verträge müssen Versicherungen also die damals festgelegte vierprozentige Rendite zahlen. Neukunden, die sich nun mit 1,75 Prozent begnügen müssen, büßen quasi dafür, dass die Versicherungen sich trotz schlechter Zeiten an bestehende Verträge halten müssen. Ebenfalls Sorgen bereitet den Versicherungen das neue europäische Aufsichtssystem Solvency II, das ab 2014 in Kraft tritt. Das bedeutet, dass Versicherungen sich mit mehr Kapital ausstatten müssen. Auch deshalb steht weniger Geld für die Verzinsung zur Verfügung.

Hoffen auf Gewinnbeteiligung

Wettmachen könnten die Versicherungen die Einbußen bei den Zinsen, indem sie die Gewinnbeteiligung erhöhen. Insgesamt zahlen die meisten Anbieter derzeit um die drei Prozent. Doch die Höhe der Überschussbeteiligung ist abhängig vom Anlageerfolg der Versicherung. Um einen versprochenen Zinssatz langfristig garantieren zu können, greifen Versicherungen zu risikoarmen Anlageformen. Der Gewinn bleibt also überschaubar, da sichere Staatsanleihen geringe Renditen abwerfen.

Der 21. Dezember ist nicht nur der Stichtag für den Garantiezinssatz. Ab dann gelten auch die vom Europäischen Gerichtshof erwirkten Unisex-Tarife. Die Angleichung der Tarife führt dazu, dass für Frauen künftig vor allem Risiko-Lebensversicherungen und Unfallversicherungen teurer werden. Männer müssen hingegen für die Kranken- und lebenslange Rentenversicherungen mehr zahlen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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9 Kommentare

Selbst schuld!

Wer HEUTE eine klassische Lebensversicherung abschließt, ist selbst schuld. Schon jetzt kann die aktuelle Verzinsung die Kosten nicht mehr hereinspielen, das Produkt ist nur mehr für den Bankvertrieb geeignet, weil die ohnehin nicht zur Haftung für den Unsinn herangezogen werden.

wer heute noch eine lebensversicherung abschliesst oder hat

ist nicht mehr ganz dicht

die oesterreichische nationalbank druckt bereits fleissig schillinge

umrechnungskurs 1:20 wie chf:eur

umstellungslimit wird 1000 euro sein

rette sich wer kann

es soll nachher keiner motschkern, er waere nicht gewarnt worden. ES STEHT UEBERALL AN DER WAND GESCHRIEBEN!!!

die germanischen nachbarn haben auch schon eine neue mark fertig gedruckt

alle plaene sind in der schublade und warten nur noch auf den ausloeser

ihr armen irren, nur gold & silber ist geld, der rest ist papier, kredit und hoffnung
in zukunft noch gepaart mit jeder menge hass weil man fast alles verloren hat

wieder einmal

immer und immer wieder
1948 reloaded

Re: wer heute noch eine lebensversicherung abschliesst oder hat

Gold, Silber usw. wenn wir schon in Geschichte sind! wer hatte denn 1930-1945 das meiste Gold und die meisten Wertsachen und was hatten sie davon?

2. Frage: was brachte von 1926-1955 die meiste Rendite bzw. Wertsteigerung???


Re: wer heute noch eine lebensversicherung abschliesst oder hat

Ja, schnell husch husch - die grünen Männchen vom Mars warten schon auf dich!
Also beeil dich deine Schillinge einzupacken und dann ab in deine Welt! :)

Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
28.08.2012 08:10
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Re: Re: wer heute noch eine lebensversicherung abschliesst oder hat

Was soll man einem Herdentier sagen...

Mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorstehende Monetäre entwicklungen werden einfach ins Lächerliche gezogen.

Die Wahlen in den USA werden geschlagen sein und dann liebes Herdentierchen wird man in Europa einen Gang höher schalten.

Gast: gast1984
27.08.2012 19:43
4 0

Am Meisten spart man wenn man keine Kapital-Ver(un)sicherung abschließt!


Antworten Gast: UKW
27.08.2012 20:37
2 1

Re: Am Meisten spart man wenn man keine Kapital-Ver(un)sicherung abschließt!

Sehr richtig. Finger weg von dieser Abzocke!

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Re: Re: Am Meisten spart man wenn man keine Kapital-Ver(un)sicherung abschließt!

ihr legt also euer geld in glas und wartet bis jemand vorbei kommt und etwas dazulegt?


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Re: Re: Am Meisten spart man wenn man keine Kapital-Ver(un)sicherung abschließt!

wie denn dann.
das ganze geld in ein glas geben und hoffen das einer vorbeikommt und etwas dazu legt?