Wien/Jps. Die Aufwertung des Schweizer Franken schmeckt Österreichs Häuslbauern gar nicht, haben sie doch Ende der 1990er-Jahre ihre Kredite oftmals in der eidgenössischen Währung genommen. Damals lag der Euro aber bei gut 1,65 Franken, während er heute bei rund 1,20 notiert. Seit 2007 hat er nur noch verloren, unvergessen ist vielen Anlegern die Jahresmitte 2011, als der Kurs auf 1,03 Franken fiel. Bis zur Intervention der Schweizer Nationalbank hat der Franken seit 2008 gegenüber dem Euro um 37,5 Prozent aufgewertet.
Die heimischen Banken überreden derzeit ihre Kunden zum Wechsel in einen Eurokredit. Mit Erfolg, sagte die FMA am Mittwoch: Das Volumen an Franken-Krediten privater Haushalte gehe spürbar zurück. Seit Herbst 2008 sei ein Rückgang um gut ein Viertel registriert worden. Insgesamt liege das Volumen an Fremdwährungskrediten zu Ende des zweiten Quartals 2012 noch bei 35,6 Mrd. Euro, das sind 9,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum ersten Quartal dieses Jahres seien es immerhin 3,7 Prozent gewesen (1,3 Mrd. Euro).Im Herbst 2008 hatte die FMA verboten, weitere Fremdwährungskredite auszugeben. Durch den kontinuierlichen Rückgang liegt der Fremdwährungsanteil an den gesamten Krediten privater Haushalte aktuell bei 27 Prozent, dem tiefsten Wert seit acht Jahren. 93,2 Prozent davon entfallen auf Franken, der Rest beinahe gänzlich auf japanische Yen.
Wechsel in Euro oft mit Verlust
Finanzberater warnen aber davor, dass die Tauschangebote der Banken nicht uneigennützig sind. Diese profitieren, wenn sie weniger Finanzierungen im Schweizer Franken offen haben. Bei einem starken Franken müssen die Banken nämlich für Franken-Darlehen mehr Eigenkapital hinterlegen.
Wechselt ein Kreditnehmer jetzt in den Euro, realisiert er oft Kursverluste aus den vergangenen Jahren. Er hätte deutlich mehr Schulden und derzeit in Euro (leicht) höhere Zinsen. Zwar wäre er unabhängig von Kursrisken, die aber auch ein Vorteil sein können.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2012)

Städte-RankingWo die meisten Superreichen leben
KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet