Wien/b. l. Wer im Jahr 2007 Aktien des Hotelentwicklers Warimpex bei dessen Börsengang erworben hat, dürfte bis dato keine rechte Freude damit haben. Kostete die Aktie damals elf Euro, wird sie derzeit um 72 Cent gehandelt.
Seit einem Jahr hat die Aktie um 50 Prozent verloren und ist damit der mit Abstand schlechteste Wert im Immobilien-ATX (der neben der Warimpex auch die Wertentwicklung von Immofinanz, CA Immo, Conwert und S-Immo widerspiegelt). Ein Analyst rät derzeit zum Kauf der Aktie, ein weiterer stuft das Papier mit „Halten“ ein. Am Donnerstag zeigte sich aber ein kleiner Lichtstreifen am Horizont. Mit der Aktie ging es deutlich nach oben.
Ursache waren die vergleichsweise guten Halbjahreszahlen. Hatte das Unternehmen vor einem Jahr noch einen Verlust von drei Millionen Euro eingefahren, so schaffte die Warimpex heuer zwischen Jänner und Juni einen Gewinn von 0,6 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 33,26 Mio. Euro.
Geschäft in Prag geht schleppend
Darin enthalten sind auch Verkaufserlöse. Doch der Umsatz allein aus dem Betrieb der 21 Hotels stieg um neun Prozent auf 29 Mio. Euro. Die gute Entwicklung sollte sich im zweiten Halbjahr fortsetzen, meinte Unternehmenschef Franz Jurkowitsch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Der gesamte Umsatz (aus dem Betreiben von Hotels und aus Verkäufen) sollte da auch noch durch den Verkauf des Warimpex-Anteils am Hotel Intercontinental in Warschau aufgefettet werden. Das Unternehmen will das Hotel danach gleich zurückpachten.
Noch nicht so gut läuft das Geschäft in Prag. Vor allem im Fünfsternebereich seien die Nachwirkungen der Finanzkrise noch zu spüren. Damals hielten sich vor allem Gäste aus Großbritannien und den USA mit Geschäftsreisen zurück. Diese kommen nun wieder, doch gibt es in Prag noch immer hohe Überkapazitäten. In Deutschland, Frankreich und Russland geht das Geschäft hingegen gut.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)

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