Frankfurt/Bloomberg/B.l. Das weltweite Emissionsvolumen von Unternehmensanleihen ist im vergangenen Monat auf das höchste je in einem August verzeichnete Niveau gestiegen. Ursache sind die rekordniedrigen Fremdkapitalkosten für die Unternehmen. Die umfangreichsten Emissionen im August kamen von Siemens und JPMorgan. In Summe beschafften sich die Emittenten Bloomberg-Daten zufolge 237,6 Mrd. Dollar (186,8 Mrd. Euro) an frischem Geld.
Die Firmen zahlen rekordniedrige Zinsen. Die durchschnittlichen Renditen erreichten kürzlich ein Allzeittief von 3,72 Prozent, wie aus Daten der Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Für Investoren ist es dennoch kein so schlechtes Geschäft, da die Alternativen nicht berauschend sind. Für sichere Staatsanleihen (etwa von Deutschland oder den USA) erhält man über alle Laufzeiten real negative Zinsen.
Der Risikoaufschlag von Unternehmensanleihen gegenüber US-Staatsanleihen (also das Mehr an Rendite, das man dafür erhält) ist jedoch höher als vor der Kreditkrise, das Ausfallrisiko ist auf einem relativ geringen Niveau.
Experten zufolge haben Anleihen mit einem Rating von knapp unter Investmentgrade (dieser endet bei BBB-) das beste Rendite-Risiko-Verhältnis: Für viele Investoren (etwa manche Fonds) kommen diese Papiere nicht mehr in Frage, verglichen mit noch schlechter bewerteten hält sich das Risiko aber in Grenzen. Privatanleger sollten zwecks Streuung auf mehrere Anleihen setzen oder in einen Fonds investieren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

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