Hannover/Ag. Der drittgrößte deutsche Versicherer, Talanx, geht wider Erwarten doch nicht an die Börse. Die Investoren wollten zu wenig Geld für die neuen Aktien bezahlen, begründete der Konzern die überraschende Absage in letzter Minute. Das Unternehmen, zu dem neben Marken wie HDI und HDI-Gerling auch die Mehrheit am Rückversicherer Hannover Rück gehört, setzt damit den vorläufigen Schlusspunkt hinter eine Jahre dauernde Reihe von Ankündigungen.
Damit entfällt der größte Börsengang, der in Deutschland für dieses Jahr noch erwartet worden war. Talanx wollte mit einer Kapitalerhöhung im Zuge des Börsengangs eine Milliarde Euro einsammeln, um damit weiter im Ausland zu expandieren. Der Konzern galt als Kandidat für den Aktienindex der mittelgroßen Werte, den MDAX, langfristig wurde sogar ein Aufstieg in den DAX für möglich gehalten.
„Wir sind natürlich sehr enttäuscht“, sagte Vorstandschef Herbert Haas, der die Börsenpläne vorangetrieben hatte. Ganz an den Nagel hängen will das Unternehmen das Projekt Börsengang aber nicht. „Wir haben den Weg an die Börse nicht ad acta gelegt“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Wann es so weit sein könne, lasse sich nach dem Rückzieher noch nicht sagen. Einschätzungen, dass frühestens in einigen Jahren ein neuer Anlauf genommen werde, seien „rein spekulativ“, hieß es.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2012)

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