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Bei der Bawag wackeln 700 Jobs

18.09.2012 | 17:24 |   (Die Presse)

Der Finanzinvestor Cerberus will der früheren Gewerkschaftsbank offenbar kein weiteres Geld zuschießen. Die Amerikaner dürften sich verspekuliert haben. Daher arbeitet die Bawag an einem Restrukturierungsprogramm.

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Wien/Höll. Die Bawag dürfte den seit 2010 laufenden Sparkurs noch einmal verschärfen. „Das Programm wird gerade re-evaluiert“, sagte eine Bawag-Sprecherin am Dienstag. Auf eine konkrete Zahl will sie sich nicht festlegen. 2010 hatte das Institut bekannt gegeben, sich bis 2013 von 500 Stellen zu trennen. Davon sind bislang 330 abgebaut worden.

Gerüchten zufolge sollen dem Sparstift weitere 200 Jobs zum Opfer fallen. Damit wären in Summe 700 Mitarbeiter betroffen. Dies würde fast einem Fünftel der Belegschaft entsprechen. Der Betriebsrat ist nach eigenen Angaben zwar informiert, dass ein weiterer Abbau bevorsteht. Die genaue Anzahl sei ihm auch nicht bekannt.

Stärkung des Kapitalpolsters

Bereits Ende August hatte „Die Presse“ berichtet, dass die Bawag zur Stärkung des Kapitalpolsters den Verkauf der Leasingtochter mit einem Geschäftsvolumen von 1,3 Mrd. Euro prüft. Am Dienstag meldete die „Wiener Zeitung“, dass das Firmenkundengeschäft mangels Profitabilität weitgehend geschlossen werde. Der Eigenhandel des Instituts werde ebenfalls weitgehend aufgegeben.

Eine Bawag-Sprecherin bestätigte zwar, dass der Eigenhandel zurückgefahren werde, aber das Firmenkundengeschäft bleibe bestehen.
Die Bawag gehört dem US-Finanzinvestor Cerberus. In Finanzkreisen wird vermutet, dass die Amerikaner die Wiener Bank mittelfristig verkaufen werden. Allerdings waren in der Vergangenheit solche Gerüchte vom Bawag-Vorstand dementiert worden.

Cerberus scheint sich mit dem Institut verspekuliert zu haben. Vor Ausbruch der Finanzkrise kauften die Amerikaner dem Gewerkschaftsbund die Bawag ab. Gemeinsam mit einigen Minderheitsaktionären (wie der Österreichischen Post, Generali und Wüstenrot) zahlte Cerberus dafür 3,2 Mrd. Euro. Doch dann kam die Finanzkrise. Die Eigentümer schossen 2009 rund 205 Mio. Euro nach. Weitere 550 Mio. Euro kamen vom österreichischen Staat, dafür muss die Bawag jährlich acht Prozent Zinsen zahlen. Wann das Institut die Staatshilfe zurückzahlen wird, ist unklar.

Es gilt als unwahrscheinlich, dass Cerberus ohne Verluste aus der Bawag aussteigen kann. Medienberichten zufolge soll der US-Finanzinvestor einen Teil der Bawag-Aktien schon an Großbanken (wie Goldman Sachs) verpfändet haben.

Aus Osteuropa hat sich die Bawag zurückgezogen, sie konzentriert sich in Österreich primär auf den Retailbereich – gemeint ist das Massengeschäft mit Privatkunden. Wichtig dabei ist eine Kooperation mit der Post. Demnach kann die Bawag ihre Produkte in den Postämtern anbieten.

Probleme mit Linz

Wie andere Banken auch, ist die Bawag verpflichtet, riskante Geschäfte künftig mit mehr Eigenkapital zu unterlegen. Da Cerberus offenbar nicht bereit ist, dem Institut weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, wird jetzt an Sparmaßnahmen gearbeitet. Die Bawag macht zwar keine Verluste mehr, doch im Vergleich zur Bank Austria, Erste Group und Raiffeisen sind die Ergebnisse nicht gerade überzeugend. Im ersten Halbjahr 2012 sank der Vorsteuergewinn um 13,9 Prozent auf 78,9 Mio. Euro.

Ein Problem ist der Konflikt mit der Stadt Linz über ein Devisengeschäft. Linz stellte 2011 nach Verlusten alle Zahlungen ein. Die Bawag klagte 417,7 Mio. Euro ein. Man habe für den Rechtsstreit vorgesorgt, heißt es. Details dazu werden nicht bekannt gegeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2012)

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51 Kommentare
 
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Antworten Antworten Antworten Gast: G 2025
18.09.2012 18:48
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Re: Re: Re: Es gibt bestimmt schlechtere Banken als es die Bawag vor der Postzusammenlegung war

Ich wollte eigentlich nur meine Münzen loswerden, die ich gerade bei mir hatte und sonst gar sonst nichts. Nur den Auftritt mir gegenüber mit einer für mich spürbaren aggressiven Haltung bei der Ablehnung meiner gewünschten Zahlung
hätten sie sich sparen können. Sie verdienen ja auch in Form der verrechneten Kreditzinsen und sonstiger Spesen! Und das für mich Unverständliche. Sie waren sich nicht zu schade in die geplante Ablehnung meiner gewünschten Krediteinzahlung mit Münzen ca. 20 Minuten ihrer Arbeitszeit zu investieren (unter Berücksichtigung der Einbeziehung eines weiteren Mitarbeiters). Hätten sie das Geld ganz einfach gezählt und entgegengenommen, hätte dieser Vorgang maximal 1 Minute gedauert. Da frage ich mich schon welchen Kundenauftrag haben die eigentlich! Aber vielleicht lag es daran, dass ich nicht bei der kreditführenden Filiale einbezahlt habe. Ich habe selbst 10 Mitarbeiter geführt, aber so eine Vorgangsweise wäre bei mir nicht in Betracht gekommen. In meiner aktiven Laufbahn habe ich auch oft die Erfahrung gemacht, dass sich auch kleine engagierte Investments in Kunden, die nicht sofort das große Geschäft versprachen und für mich selbstverständlich waren oft in Form eines Nachfolgegeschäftes ausgezahlt haben. Mfg

Re: Es gibt bestimmt schlechtere Banken als es die Bawag vor der Postzusammenlegung war

Na dann versuchen Sie mal, dort die horrende Summe von 15.000 lockerzumachen. Von *Ihrem* Geld wohlgemerkt. Da können Sie dann von Filiale zu Filiale pilgern und überall um einen Tausender oder zwei betteln. Sie werden sich vorkommen, wie ein Sch..ss Geldtransporter;-)
Aber meine Erfahrung sagt: Girokonto dort ist sehr ok. Ansonsten auf minimale Berührung achten - gilt aber zumindest für mich für jede Bank.

Antworten Gast: Ubuntu 3.0
18.09.2012 12:21
2 0

Re: Es gibt bestimmt schlechtere Banken als es die Bawag vor der Postzusammenlegung war

Die Schwächsten gibt es in Gänserndorf, im Postamt.
Die dortigen Bawag-Banker sind total inkompetent.

Antworten Antworten Gast: 12erblech
18.09.2012 15:17
1 0

Re: Re: Es gibt bestimmt schlechtere Banken als es die Bawag vor der Postzusammenlegung war

in Meidling (Hauptstrasse) detto

Gast: Tourist
18.09.2012 11:25
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Und wer darfs zahlen?

Die Deutschen.

Gast: Observer100
18.09.2012 11:18
7 0

Vorbereitung

Die BAWAG wird von Cerberus sicherlich gerade für einen Verkauf attraktiv gemacht.

Antworten Gast: HKL
18.09.2012 12:04
2 0

Re: Vorbereitung

Original-Ton Toni Polsterzipf: "Ja, das stimmt !"

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ich kann's schon hören: aber das geeeeeht nicht! waaaas glauben die was die sind! 700 stellen? ein waaaaaahnsinn! was macht bitte die politik hier? die BAWAG soll in die Verfaaaaaaassung kommen! die geweeeeerkschaft soll sich hier einschalten! das geeeeeht nicht! lolol Frage: WAS hat so lange gedauert?


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Re: ich kann's schon hören: aber das geeeeeht nicht! waaaas glauben die was die sind! 700 stellen? ein waaaaaahnsinn! was macht bitte die politik hier? die BAWAG soll in die Verfaaaaaaassung kommen! die geweeeeerkschaft soll sich hier einschalten! das geeeeeht nicht! lolol Frage: WAS hat so lange gedauert?

Ohropax ?

Gast: Gluteus Maximus
18.09.2012 10:45
13 0

zuerst hat der ÖGB über die Bank spekulieren lassen und dann

an eine Heuschrecke verkauft, der die Bank jetzt zerbröselt..........reife Leistung vom ÖGB...:-)

Re: zuerst hat der ÖGB über die Bank spekulieren lassen und dann

Sie haben vollkommen recht!

Nur eine Betriebsrats-Wapplerin hat es immer noch nicht verstanden, und FORDERT ...

Gast: Maira
18.09.2012 10:38
1 1

Liebe Presse-Schreiberlinge, was bedeutet der Begriff "Retail-Geschäft"? Ich kenne ihn leider nicht.


Re: Liebe Presse-Schreiberlinge, was bedeutet der Begriff "Retail-Geschäft"? Ich kenne ihn leider nicht.

"Retail-Geschäft" bedeutet, dass Sie dort fertige Finanzprodukte verkauft bekommen und keine für Sie individuell erdachte Lösung, d.h. (etwas überspitzt): Die "Berater" bekommen "von oben" den Auftrag, nächsten Monat soviele Anteile wie möglich von "Superüberdrüberhyperaktiv-Fonds Namens Sowieso" zu verkaufen. Die Verkaufsunterlagen zu solchen Dingen zu studieren, ist meist sehr lustig. Man beachte z.B. bei Performance-Charts, für welchen Zeitraum dieser erstellt wurde. Nämlich oft ab globalem Minimum (und keinen Tag früher) bis zum globalen Maximum (und keinen Tag später). Somit sind auch die Renditeaussichten nicht mehr, als tatsächlich dasteht: Eine beliebige Zahl.

Antworten Antworten Gast: Keep it simple
18.09.2012 12:42
1 0

Re: Re: Liebe Presse-Schreiberlinge, was bedeutet der Begriff "Retail-Geschäft"? Ich kenne ihn leider nicht.

Vereinfacht ausgedrückt: Retailgeschäft ist das "Massengeschäft" mit standardisierten Produkten. Es ist ein Teil des Privatkundengeschäfts der Banken.

Antworten Gast: Besenkammerl
18.09.2012 12:09
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Re: Liebe Presse-Schreiberlinge, was bedeutet der Begriff "Retail-Geschäft"? Ich kenne ihn leider nicht.

wenn sie retail Geschäft nicht kennen ist es besser, sie beschäftigen sich nicht mehr mit dieser Materie.

Antworten Antworten Gast: Besenkammerlbartwisch
18.09.2012 13:28
1 1

Re: Re: Liebe Presse-Schreiberlinge, was bedeutet der Begriff "Retail-Geschäft"? Ich kenne ihn leider nicht.

Sie sind aber ein Oberg´scheiter . . . .

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Die BAWAG-P.S.K. ist eine schlechte Bank geworden.

Der Service wird laufen reduziert, beim Postschalter 15 - 30 Minuten anstellen, weil Pakete, Briefe, Western Union Sendungen aufgegeben, bzw. abgeholt werden und dann auf einen großteils ahnungslosen überforderten Post-Schalterbeamten stoßen, der erst Erkundungen einholen muss, was denn jetzt zu tun sei. Valuten kaufen - außer in wenigen bestimmten Filialen und dann nur für insgesamt 8 Währungen - Fehlanzeige! Begründung: "Aus Sichheitsgründen"."Träume werden wahr"!

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Re: Die BAWAG-P.S.K. ist eine schlechte Bank geworden.

Also ich bin mit der Service- und Dienstleistung des BAWAG Produkts EasyBank vollends zufrieden. Die Konditionen suchen überdies hinaus ihres Gleichen.

Gast: NocheinParteiloser
18.09.2012 10:11
4 3

Geht in die richtige Richtung!

Das aufgeblähte Monster Finanzunwesen muss endlich zum Schrumpfen gebracht werden und wieder eine brauchbare Dienstleistung für die Gesellschaft erbringen. Es geht wahrscheinlich um eine notwendigen Korrektur der internen Organisationen um etwa 50%, auch die Bilanzsumme werden real schrumpfen müssen.

Dass es zu einer besseren und klareren Marktpositionierung kommen wird, das versteht sich von selbst. Die Konzentration der Bawag auf das Retail- und Privatkundengeschäft zeigt deren Ambitionen in diese Richtung sehr deutlich.

Die Großbanken sind aber immer noch auf höchste Bilanzsummen fixiert. Die können einfach vom Angeben genauso wenig lassen wie diese auch einen Dienst an der Gesellschaft erbringen wollen.

Gast: Pips
18.09.2012 10:08
6 0

Kein

Unternehmer der im Vollbesitz seiner Sinne war oder ist, arbeitet mit einer Bawag! Der letzte bekannte der Dank Flöttl sen. und Elsner samt "Masseverwalter"als Handlanger brutal enteignet und in den Ruin getrieben wurde war Loisl Rohrmoser. Jetzt probieren sie sich halt bei den Privatkunden zu bereichern. Die sind Pflegeleichter als Unternehmer. Ein normaler Mensch betritt nicht einmal ein Bawag-Lokal.

Re: Kein

Naja, kommt drauf an, was Sie dort wollen. Wenn´s ein Gartis-Konto ist, geht dort schon was. Sollten Sie auf der Suche nach ein wenig Seriosität innerhalb unserer Bankenlandschaft fündig geworden sein, so freue ich mich über Hinweise;-)

Antworten Gast: Get
18.09.2012 12:14
3 0

Re: Kein

Richtig, der wollte die Bonzen wie Elsner & Co. nicht in seiner Firma sitzen haben sondern richtige Profis und deshalb wurde er von der rotschwarzen Mafia abgesägt.
Heute gehört Atomic dem Ausland - rotschwarzes wirtschaften.

Antworten Antworten Gast: Pips
18.09.2012 19:57
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Re: Re: Kein

Von schwarz war dort weit und breit nichts zu sehen. Immer die Kirche im Dorf lassen. Der Plan war - es wird ein vom Betriebsrat mit Rückendeckung der Bawag geführter Betrieb. Leider waren die "Betriebsräte" allesamt zu deppert auch nur einen Brief lesen zu können, geschweige denn eine Produktion anlaufen zu lassen, daher musste die Firma schnell unter der Hand verscherbelt werden.

Antworten Antworten Gast: Marcel T.
18.09.2012 13:14
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Re: Re: Kein

Es war Elsner, der Atomic ruiniert hat, niemand anderer. Er wollte die Karibikmalversationen verschleiern, und da musste der Loisl eben dran glauben. Na ja, wenn man sich mit solchen Leuten einlasst . . .

Antworten Antworten Antworten Gast: Pips
18.09.2012 20:10
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Re: Re: Re: Kein

Elsner war damals die "rechte Hand" Flöttls. Er wollte sich profilieren. Mit Karibik hatte das nichts zu tun. Den Befehl das durzuziehen bekam er von Flöttl im Auftrag des ÖGB der den Betrieb übernehmen wollte. Mit dem Einlassen ist da so eine Sache. Die Bawag war in den siebzigern die einzige Bank die Rohrmoser finanzierte. Das half ihm als einzigem ( ausser Fischer - der rechtzeitig aber auf eine zweite Produktlinie umschwang ) damals zu überleben. Keine andere Bank war dazu bereit. Alle Mitbewerber - Arnsteiner, Kneissl etc. gingen Pleite. Obwohl Toni Arnsteiner damals die beste zukunftsorientierte Technik produzierte konnte er finanziell nicht mithalten. Die teuren Profi-Skiteams die damals entstanden waren nicht zu bezahlen. Früher hatte jeder ein zwei Stars, die er aus der Hosentasche bezahlte. Annamirl Pröll wurde wie eine Tochter von Rohrmoser gehalten.

Antworten Gast: RA
18.09.2012 11:55
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Re: Kein

Da haben Sie ganz sicher recht.

Das Problem ist nur bei Raiffeisen, Erste und Co ist es nicht anders.

 
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