Frauen leben im Durchschnitt länger als Männer. Daher sind Lebensversicherungen für Frauen auch häufig günstiger. Allerdings nicht mehr lange. Laut der neuen Unisex-Richtlinie der EU müssen Versicherungen ab 21. Dezember für Männer und Frauen gleich viel kosten. Für Frauen könnten damit Lebensversicherungen um bis zu 80 Prozent teurer werden, fürchtet das Verbraucherportal durchblicker.at.
Theoretisch könnten durch die Richtlinie die Prämien für Männer günstiger werden und sich jener der Frauen angleichen. Das sei aber unrealistisch, so Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at. Lebensversicherungen ohne Sparkomponente, sogenannte Ablebensversicherungen, werden traditionell häufiger von Männern abgeschlossen. Damit die Rechnung der Versicherungen aufgeht, könnten die Prämien für Männer also nicht viel billiger werden. Jene der Frauen müssen sich durch die Richtlinie somit zwangsweise erhöhen, sagt Baudisch.
Männer zahlen bis zu 87 % mehr als Frauen
Laut einem aktuellen Vergleich von durchblicker.at, einem Partner der Arbeiterkammer Oberösterreich, zahlt eine 35-jährige Frau für einer Ablebensversicherung mit einer Laufzeit von 25 Jahren derzeit im günstigsten Fall 91 Euro jährlich für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro. Für Männer kostet das gleiche Produkt um 44 Prozent mehr, nämlich 131 Euro.
Bei älteren Versicherungsnehmern ist der Unterschied noch größer: 55-jährige Männer zahlen für einen Vertrag mit 15 Jahren Laufzeit um 87 Prozent mehr als Frauen, rechnet das Verbraucherportal vor. Frauen sollten daher bereits jetzt eine Versicherung abschließen, empfiehlt Baudisch. Für bestehende Verträge gilt die Richtlinie nämlich nicht.
Umstellung schon früher erwartet
Spätestens ab 21. Dezember müssen alle Versicherungen für Männer und Frauen gleich viel kosten. Baudisch erwartet eine Umstellung allerdings schon in den nächsten vier bis sechs Wochen. Vertreter der Versicherungswirtschaft waren zuletzt davon ausgegangen, dass für Frauen vor allem Risiko-Lebensversicherungen und Unfallversicherungen teurer werden. Männer müssten demnach künftig für die Krankenversicherung sowie für lebenslange Rentenversicherungen mehr als bisher zahlen.
(APA)

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