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Facebook: Vom Hype zum Flop

25.09.2012 | 18:17 |  von Christian Höller (Die Presse)

Niemand werde im Internet ohne Facebook auskommen, versprach Gründer Mark Zuckerberg. Doch nun wachsen die Zweifel am Geschäftsmodell der Internetfirma. Zuckerberg steht vor einem Scherbenhaufen.

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Wien/New york. Kein Anlegermagazin ist in den USA so einflussreich wie „Barron's“. Wenn die Autoren des 1921 gegründeten Wochenmagazins den Daumen senken, kracht es an den Börsen. Wie jetzt bei Facebook. „Barron's“ kommt zur Einschätzung, dass die Aktie der Online-Firma trotz des massiven Kursverlustes seit dem Börsengang noch immer viel zu teuer ist.

„Die Unsicherheiten über den Geschäftsausblick und die Wachstumsaussichten des Unternehmens rechtfertigen die aktuellen hohen Bewertungen im Bezug auf Gewinn und Umsatz in keinster Weise.“ Kaum war der Artikel erschienen, verlor die Facebook-Aktie am Montag mehr als neun Prozent. Am Dienstag ging es leicht bergab, doch der nächste Absturz ist absehbar.

Denn laut „Barron's“ ist die Facebook-Aktie, die im Mai zum Preis von 38 US-Dollar an die Börse gekommen ist, lediglich 15 Dollar wert. Dabei wurde das soziale Netzwerk von der Wall Street als „Börsengang des Jahrhunderts“ gefeiert. Nun steht Gründer Mark Zuckerberg vor einem Scherbenhaufen. Denn Experten zweifeln zusehends am Geschäftsmodell der Firma. Zwar sind bei dem sozialen Netzwerk weltweit 955 Millionen Nutzer angemeldet, davon 2,8 Millionen in Österreich. Doch statt über ihren Computer greifen immer mehr Menschen nur noch per Handy auf ihre Profile zu.

Banken als Kurstreiber

Deswegen droht das Unternehmen seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen zu verlieren. Schließlich lässt sich auf den kleinen Handybildschirmen kaum Werbung unterbringen. Warum hat das niemand beim Börsengang im Mai erkannt? Oder diente die Emission nur dazu, damit die Alteigentümer noch schnell möglichst viel abkassieren konnten?

Langsam kommen die Hintergründe des Börsengangs ans Licht. Facebook ist ein Paradebeispiel, wie Banken den Kurs hochgeputschen können. Die Zeche zahlen Millionen von Kleinanlegern, die im Zuge des Anfangs-Hypes eingestiegen sind.

Graumarktbörsen als Problem

Die Abzockerei hat damit begonnen, dass Facebook-Aktien schon vor Jahren auf umstrittenen Handelsplattformen wie SecondMarket und SharesPost platziert wurden. Die Aufsicht über diese US-Graumarktbörsen lässt zu wünschen übrig. Dort gibt es keine strengen Veröffentlichungspflichten, wie sie an herkömmlichen Börsen üblich sind.

In diesem Biotop entwickelten sich die ersten Facebook-Kurse. 2010 wurde das soziale Netzwerk auf dem grauen Markt mit 30 Milliarden US-Dollar bewertet, wenig später waren es bereits 60 Milliarden US-Dollar. Zu Beginn dieses Jahres erklärte Zuckerberg, dass er einen Rekordbörsengang mit 100 Milliarden Dollar anpeile.

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Die Investmentbanken taten alles, um dieses Ziel zu erfüllen. Je höher der Ausgabekurs, umso mehr verdienen sie. Es wurde ein Hype entfacht, bei dem die fundamentalen Daten der Firma keine Rolle spielten. Zuckerberg versprach, in fünf Jahren werde es keine Online-Aktivität geben, die nicht mit Facebook verknüpft sei. Niemand werde die Welt des sozialen Netzwerks verlassen. Die Banken hatten einkalkuliert, dass ahnungslose Kleinaktionäre – im Börsenjargon „dumb money“ genannt – jeden Preis akzeptieren. Jetzt will die US-Politik die Regeln verschärfen. Und die US-Aufsicht nimmt das Börsendebakel unter die Lupe.

„Die Presse“ hat schon am 24. Mai 2012 geschrieben, dass sich ein Einstieg auf Basis der Fundamentaldaten (wie Umsatz, Gewinn und Wachstumserwartungen) erst bei zehn Dollar lohne.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)

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72 Kommentare
 
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Ich benütze seit ca. 15 Jahren das Internet,

aber Facebook habe ich noch niemals gebraucht.

Im Gegenteil! Ich versuche eher persönliche Dinge nicht im Internet breit zu treten. Man weiß ja nie, wer irgendwann einmal an die Informationen kommt.

Man weiß heute auch nicht, ob wir einmal in einem faschistischen Staat enden werden. Die Richtung geht in Europa jedenfalls dahin.

Gast: Flopbook
26.09.2012 19:01
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Am glücklichsten und unbeschwertesten lebt man ohne Facebook. Obendrein gewinnt man sehr viel mehr Freizeit für echte Freunde. Flip-flopper Zuckerberg enthüllt die perfide Fratze des Raubtier-Kapitalismus. Sträflich naiv, wer sich freiwillig in dessen Klauen begibt. Wie immer man es anstellt, als kleiner Fisch verliert man garantiert.

Wer auf FB setzt, hat schon verloren.
Zumindest freie Zeit.

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Re: Am glücklichsten und unbeschwertesten lebt man ohne Facebook. Obendrein gewinnt man sehr viel mehr Freizeit für echte Freunde. Flip-flopper Zuckerberg enthüllt die perfide Fratze des Raubtier-Kapitalismus. Sträflich naiv, wer sich freiwillig in dessen Klauen begibt. Wie immer man es anstellt, als kleiner Fisch verliert man garantiert.

Zuckerberg hat es clever gemacht. Er hat damit Milliarden einkassiert.

Bzgl all den Werbeblockern

Ich finde deren Verhalten verwerflich, erst Werbeplatzierung macht Dienste die auch die Blocker nutzen gratis und somit schafft Werbung die Freiheit dass viele Leute eine Vielzahl von Diensten nutzen können. Ohne Werbung wäre das Internet außer kommerzieller pro click bezahlbar. Alles hat einen Gegenwert und den hat man auch zu entrichten auf irgendeine Weise.

Re: Bzgl all den Werbeblockern

"werbung schafft freiheit"?

so einen blödsinn hab ich selten gelesen. die geschichte der werbung ist eine geschichte des betrugs und der manipulation. mit allen möglichen (auch psychologischen) tricks und dem ausnützen der ganzen palette menschnlicher schwächen werden (offensichtlich unmündige) konsumenten dazu gebracht dinge zu kaufen die sie nicht brauchen und, vor allem im lebensmittelbereich, die ihnen sogar noch schaden zufügen (zu süß, zu fett...) !!! denken sie einmal über diese fecette der werbung nach.

Re: Re: Bzgl all den Werbeblockern

Nutzen sie einen gratis emailanbieter? Sind sie zufrieden mit gratis Nachrichten und Onlinemagazine? Empfinden sie die ISP-Gebühr als angenehm? Haben sie einen privaten gratis Internetauftritt? All das finanziert sich über Werbung. Wet dent dies sei Altruismus ist schlichtweg dumm

Re: Re: Re: Bzgl all den Werbeblockern

Weiters, hätten sie ihrem Kind f 1-5€ im Monat Facebook bezahlt? Oder f 1-5€ jedem Familienmitglied eine Emailadresse? Die roten Striche zeugen bestenfalls von Mangel der Wertschätzung. Ich ignoriere die Werbung auch lass sie aber eingeblendet und einmal im Jahr ist mal auch eine dabei die mich tatsächlich interessiert hat. Dumm finde ich sogenannte smartads. Bspw sehe ich mir einen Artikel auf einer Website an und dann verfolgt genau dieser einen. Das ist Belästigung würde man mir Alternativen zeigen wäre ich dankbar

Re: Re: Re: Re: Bzgl all den Werbeblockern

aufgrund der werbung sind die produkte ja alle so teuer. hätten wir die werbung nicht wären die produkte wahrscheinlich (wie zb coca cola) um die hälfte billiger, wie man ja bei den diskontern sieht die produkte ohne werbung vertreiben.

von den ersparten (un)summen wäre ich gerne bereit für die von MIR ausgewählten dienstleistungen zu bezahlen - und werbefrei wären sie obendrein.

aber so eine "welt" würde lauter mündige selbst denkende menschen vorraussetzen - ist also völlig illusorisch :-)

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Re: Re: Re: Re: Re: Bzgl all den Werbeblockern

Das ist ja nicht wahr. Diskonter machen sogar ziemlich exzessiv Werbung. Ohne Werbung werden weniger Produkte verkauft. Für den Hersteller oder Händler ist es mit Werbung immer noch das bessere Geschäft.

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Jeder institutionelle Investor

der sich Facebook-Aktien gekauft hat, gehört eigentlich aus dem Job entfernt und besachwaltert. Denn der/diejenige ist anscheinend unfähig wirtschaftliche Fundamentaldaten zu lesen und damit ist es geradzu fahrlässig sojemanden Investitionen tätigen zu lassen.

Wenn sich ein privater Anleger durch den medialen Hype über die wirtschaftlichen Fundamentaldaten hinwegtäuschen lässt, so ist das sein Pech. Er hätte dann auch ins Casino gehen können. Aber wenn dies beruflich geschieht, so habe ich dafür absolut kein Verständnis.

... in keinster weise

der komparativ von kein:
kein - keiner - am keinstesten
oder
kein - keinster - am keinstesten

wer kann mir helfen, kenn mich nicht mehr aus ;-)

Gast: r5hws
26.09.2012 03:43
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Und bald schon wird die Erkenntnis durchsickern, dass

so gut wie kein Nutzer eines Webdienstes noch Werbung sieht. Weil sie gar nicht mehr angezeigt wird. Auch am PC.
Und dann wird es das Online-Angebot der Presse nur mehr gegen Entgelt geben.

Re: Und bald schon wird die Erkenntnis durchsickern, dass

Schon mal nachgedacht, ob nicht der Onlineinhalt die beste Werbung für die Printausgabe sein könnte?

Re: Und bald schon wird die Erkenntnis durchsickern, dass

ich bezahle lieber einen fairen dienst nach dem motto geld gegen ware, als im ganzen täglichen leben, egal wo, von dieser unerträglichen werbemachinerie, die großteils auch noch mit lügen und arglistiger täuschung arbeitet, penetriert zu werden.

für mich ist die werbung, neben der relilgion und dem zineses-zins-system eines der größten übel unserer gesellschaft!!

Gast: Honeysucker
26.09.2012 03:12
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Die Data-Mining-Bonanza FB hat im wesentlichen den Status der Marktsättigung erreicht, denn immer mehr Intelligenzbestien dämmert, auf welch perfides Überwachungsinstrument sie wegen ihrem ungezügelten Kommunikationstrieb hereingefallen sind


Gast: ups and downs
26.09.2012 02:18
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247.66 Millionen Dollar hat Zuckerberg heute wieder verloren.

247.66 Millionen Dollar hat Zuckerberg heute wieder verloren. Der (offiziell nach aussen) reichste Mann der Welt Carlos Slim Helu gar 446.36 Millionen Dollar.

Milliadäre in Echtzeit:
http://www.forbes.com/real-time-billionaires/

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Re: 247.66 Millionen Dollar hat Zuckerberg heute wieder verloren.

Zuckerberg hat lediglich weniger gewonnen. Verloren haben nur jene, die vorher Aktien gekauft hatten.

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Re: 247.66 Millionen Dollar hat Zuckerberg heute wieder verloren.

Ja, es ist in diesen Zeiten nicht mehr ganz so leicht reich zu bleiben.

Aber jedenfalls kann man bei einem Vermögen von mehreren Milliarden niemals arm werden.
Selbst wenn die 90% verlieren würden, wären sie noch immer superreich.

Gast: der Aufsichtsrat
26.09.2012 02:08
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Haben österreichische öffentliche Fonds wie Pensionskassen auch investiert?

Haben österreichische öffentliche Fonds wie Pensionskassen auch investiert?

- wenn ja, wie viel öffentliches Geld haben diese verloren?

ich versteh überhaupt nicht

wie facebook "leben" kann???

jeder vernünftige mündige bürger verwendet firefox mit adblock plus. ein paar filterregeln hinzugefügt und facebook ist werbefrei. punkt

Re: ich versteh überhaupt nicht

hier die filterregeln für adblock plus um facebook werbefrei zu halten:

http://paste2.org/p/2267422

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Re: Re: ich versteh überhaupt nicht

Ich verwende seit Jahren Kaspersky Internet Security. Das blockt fast jede Werbung!

Antworten Antworten Gast: TRollblume
26.09.2012 05:50
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Re: Re: ich versteh überhaupt nicht

Das verstehe ich auch nicht. Die Werbung im Internet nervt JEDEN - und dann noch der Datenklau - ja ich sage 'Klau', auch wenn es gesetzlich gedeckt ist, dass die Gewohnheiten analysiert werden. Das einzige, was ich eventuell akzeptieren könnte, wäre, wenn ich selbst aktiv Firmen aussuchen kann und denen 'gefällt mir' schicke + dann die Freunde von mir anschauen können (!), was ich geliked habe. Aber ich brauch auch kein "'xy' gefällt DM in der Timeline".
Ich weiß, die Plattform muss irgendwie finanziert werden, aber trotzdem geht es mir wie so vielen: ICH HASSE WERBUNG.

Re: ich versteh überhaupt nicht

hier die filterregeln für adblock plus:

facebook.com#*(social_ad)
~facebook.com###sidebar_ads
facebook.com#*(social_ad_advert)
facebook.com#*(sidebar_ads)
facebook.com#DIV(class=home_right_column)
facebook.com#*(sponsored_links)
facebook.com#DIV(class=adcolumn_header)
facebook.com#DIV(id=sidebar_ads)
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facebook.com#DIV(class=ego_column egoOrganicColumn)
facebook.com#DIV(id=rightCol)

bald...

ist Apple dran...

Re: bald...

glaub ich auch...

 
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