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Semperit stärkt Medizinsparte: 150-Mio.-Euro-Zukauf in Malaysia

08.10.2012 | 17:22 |   (Die Presse)

Der börsenotierte heimische Kunststoffhersteller wird zur Nummer zwei auf dem globalen Markt für Einweghandschuhe. Ziel ist, gemeinsam mit dem malaysischen Unternehmen rund 20 Mrd. Stück Handschuhe zu produzieren.

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Wien/JUK. Der börsenotierte heimische Kunststoffhersteller Semperit baut sein Geschäft mit medizinischen Handschuhen kräftig aus: Das Unternehmen übernimmt zunächst 47,3 Prozent am malaysischen Handschuhspezialisten Latexx Partners und legt ein Angebot für die restlichen 52,7 Prozent, die sich noch im Besitz mehrerer privater und institutioneller Investoren befinden.

Die Medizinsparte von Semperit (die bereits 45 Prozent des Umsatzes von 820 Mio. Euro erwirtschaftet) steigt damit von der Nummer vier zur Nummer zwei auf dem globalen Markt für Einweghandschuhe auf. Ziel ist, gemeinsam mit dem malaysischen Unternehmen rund 20 Mrd. Stück Handschuhe zu produzieren, Semperit kam bisher auf zwölf Mrd. Stück. Latexx Partners gewinne durch Semperit ein breiteres Vertriebsnetz, umgekehrt gewinne Semperit Produktionskapazitäten, sagte Semperit-Boss Thomas Fahnemann am Montag. Er erwarte, dass der Markt bis 2015 jährlich um sechs Prozent wachse.

Dabei geht es jedoch nur um Einweghandschuhe für Untersuchungen, die Semperit seit 20 Jahren auch im Rahmen eines Joint Ventures in Thailand herstellt. (In Österreich werden am Standort Wimpassing Operationshandschuhe hergestellt.) Mit Latexx Partners habe Semperit im wichtigen malaysischen Markt den Fuß in der Tür, sagte Fahnemann am Montag in Wien. „Über 50 Prozent der globalen Handschuhproduktion sind in Malaysia konzentriert“, betonte er. Das hat neben Rohstoff- auch Kostengründe. „Die Regierung subventioniert dort den Gaspreis.“

Latexx Partners (zuletzt 104 Mio. Euro Umsatz) wird weiterhin vom Gründer und früheren Kernaktionär Low Bok Tek (bisher 29,3 Prozent) operativ geführt werden. Der Firmengründer habe sich internationale Partner geholt, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Bis zu 152 Mio. Euro muss der österreichische Gummihersteller für 100 Prozent an Latexx auf den Tisch legen, vorausgesetzt, dass die Anteilseigner ihre Aktien verkaufen.

„Ich glaube, dass wir ein attraktives Angebot gelegt haben“, sagte Semperit-Finanzvorstand Johannes Schmidt-Schultes. Pro Aktie werde ein Preis von 2,30 Ringgit (0,58 Euro) gezahlt, dieses Angebot liege um 28,5 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag.

„Latexx-Aktie ist unterbewertet“

Den Zukauf finanziert der österreichische Hersteller vor allem über Kredite. Bis zu 25 Prozent des Kapitalbedarfs soll aus eigenen Mitteln kommen. Über 100 Mio. Euro an Liquidität stünden dafür zur Verfügung, sagte Schultes. Mit dem Zukauf des malaysischen Konkurrenten habe Semperit ein Schnäppchen gemacht, findet Fahnemann: Semperit habe sich mehrere Firmen angeschaut, doch Latexx Partners sei nicht nur strategisch wichtig, sondern auch jenes Unternehmen, das an der Börse am niedrigsten bewertet sei. Die Semperit-Aktie in Wien verlor am Montag in einem schwachen Umfeld leicht auf 30 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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