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Globale Ölreserven steigen schneller als der Verbrauch

08.10.2012 | 17:43 |   (Die Presse)

Seit 1980 wurde weltweit mehr Öl gefördert als damals gesicherte Reserven bekannt waren. Dennoch sind die gesicherten Reserven heute dreimal so hoch und würden für weitere 54 Jahre Ölverbrauch reichen.

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Wien/jaz. Es war eine „Gewissheit“, mit der eine ganze Generation aufwuchs: „In spätestens 30 bis 40 Jahren gibt es kein Erdöl mehr.“ So lautete die Prophezeiung des „Club of Rome“ aus dem Jahr 1972. Seither sind 40 Jahre mit stetig steigendem Ölverbrauch vergangen und die gesicherten Reserven inzwischen sogar deutlich angestiegen. Ist Öl also doch unendlich?

Ganz so weit wollen die Autoren einer neuen Studie („What next for the oil and gas industry?“) des britischen Thinktanks „The Chatham House“ dann doch nicht gehen. Denn natürlich sei Öl als geologische Ressource endlich. Entscheidend sei jedoch die Definition der gesicherten Reserven. Diese hängt sehr stark von den technischen sowie finanziellen Möglichkeiten zur Förderung ab. Und in beiden Fällen hat die Ölbranche in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht, die man sich vor 40 Jahren nicht zu erträumen wagte.

So werden inzwischen Tiefseebohrungen in mehreren tausend Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel durchgeführt. In den 1970er-Jahren war die Exploration der Nordsee noch technisches Neuland, obwohl das Wasser dort nur wenige hundert Meter tief ist. Gleichzeitig stieg auch der Ölpreis auf ein konstant hohes Niveau, weshalb sich aufwendige Förderungen rechnen. Damit sorgt ein hoher Ölpreis automatisch für ein Ansteigen der gesicherten Reserven.

Alte Felder besser ausgebeutet

Doch es sind gar nicht nur die spektakulären Erkundungen wie jene in der Tiefsee, die den stetig steigenden Öldurst der Welt gestillt haben. So beträgt die „primäre Förderquote“ (die Ausbeutung eines Ölfeldes ohne Hilfsmittel wie der Injektion von Wasser, Gasen oder Chemikalien) im Durchschnitt lediglich 20 Prozent. Diese konnte durch die zuvor genannten Maßnahmen („sekundäre Förderquote“) auf 35 bis 45 Prozent gesteigert werden Dieses Ausbeuten alter Felder gilt etwa auch als Spezialität der heimischen OMV. Doch auch diese Quote bedeutet, dass in „leeren Ölfeldern“ immer noch die Hälfte des ursprünglichen Ölvorrats vorhanden ist.

Wie stark sich die Födertechnik verbessert hat, zeigen folgende Zahlen: 1980 lagen die globalen gesicherten Reserven bei 683 Milliarden Fass (je 159 Liter). Seither wurden weltweit 795 Milliarden Fass gefördert, die gesicherten Reserven stiegen per Ende 2011 aber trotzdem auf 1774 Milliarden Fass.

Den größten Zuwachs gab es naturgemäß im Nahen Osten, noch imposanter ist jedoch die Entwicklung in Süd- und Mittelamerika. Diese Region hatte 1980 für die Ölwirtschaft noch überhaupt keine Bedeutung – es gab kaum gesicherte Reserven. Inzwischen lagern dort die zweitgrößten gesicherten Reserven der Welt (siehe Grafik).



Verändert haben sich in den vergangenen 30 Jahren jedoch die Besitzverhältnisse im Ölgeschäft. Kontrollierten damals noch die westlich dominierten internationalen Ölkonzerne die Ressourcen, sind inzwischen vor allem die staatlichen Ölkonzerne von Saudiarabien, Venezuela, dem Iran, von Russland oder Brasilien die mächtigsten Ölgesellschaften. 86 Prozent aller gesicherten Reserven liegen heutzutage im Einflussbereich eines staatlichen Ölkonzerns. Und diese Entwicklung dürfte sich auch künftig fortsetzen.

Ebenfalls weiter ansteigen dürften auch die gesicherten Reserven. So wird in den USA seit einigen Jahren erfolgreich Ölschiefer abgebaut, dessen Möglichkeiten imposant klingen. So haben die USA theoretische Ölschiefervorkommen, die dreimal so groß sind wie die konventionellen Reserven Saudiarabiens. Doch auch ohne neue Funde dürfte das Öl nicht so bald ausgehen, berechneten die Studienautoren: So würden die heute gesicherten Reserven für weitere 54 Jahre Ölverbrauch reichen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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80 Kommentare
 
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Jeder Berg hat seinen Gipfel...

...so auch der Erdölberg.
Für manche ist der Nahe Gipfel halt "noch so weit".

Gast: Oelbeobachter
16.10.2012 13:46
0 1

PEAK OIL

Sehen jene, die den Semmering als das HOECHSTE erachten, da ihr Horizont dort endet. Panik ist ein excellentes Mittel der Unterjochung.

Gast: caz
14.10.2012 13:25
1 0

Das klingt doch sehr nach Propaganda der Öllobby

Warum tut es sich die Ölindustrie dann an, an immer unzugänglicheren Orten mit immer teurerer Technik nach dem begehrten Rohstoff zu suchen? Wenn wirklich mehr Öl da wäre als die Nachfrage abnehmen, kann würde es sich die Ölindustrie nicht nehmen lassen die Profite einzustreichen ohne dass diese durch Mehrausgaben geschmälert werden.

2 0

Re: Das klingt doch sehr nach Propaganda der Öllobby

Lesen sie nicht zu viel Zeitung. ;-) Logisch denken. Dann weiß man genau was passiert. 99% der Wirtschaftsmeldungen dienen nicht der Information, sondern der Steuerung. Oil, Gold, Aktien, ...

Gast: Karl899
11.10.2012 23:16
0 1

Es sprudelt wieder

In Russland gaben Ölquellen die Jahrelang stillgelegt waren sogar wieder von allein ÖL,ohne Hilfsmittel!

2 0

Re: Es sprudelt wieder

Und warum kaufens dann keine leeren Oil-Felder? Offenbar weils an den Schwachsinn des Oil-Wachstums nicht mal selber Glauben.

Was keiner wahrhaben will

aber wir stehen vor einem Paradigmen Wechsel ungeahnter Grösse bei Öl und Gas. Der momentan hohe Preis wird noch ein Weilchen halten aber er hat auch den Keim der Vernichtung der klassischen Ölindustrie wie wir sie kennen geschaffen.

Die Ölschocks der 70iger Jahre haben und Energieeffizienz gebracht. Heute fährt ein Auto (und jedes andere energieverbrauchende Gerät) mit ungleich weniger Energienweit besser als je zuvor. Und wir sind noch lange nicht am Ende dieser Entwicklungen. Es werden langsam Technologien entwickelt dienes erlauben Treibstoff wesentlich kompletter und effizienter zu verbrennen als man das für möglich gehalten hätte. Heutige Raffinierietechnologie ist Steinzeit. Da wird ein Pott voll Rohöl gekocht und und einer Distillationskollone getrennt. Die einzige Neuerung ist Fractionation und das ist teuer und ineffizient.
nanotechnologie erlaubt es dem Sprit ungleich mehr Energie zu entziehen und so unglaublich das klingen mag, Abgase gehen dabei massiv runter weil weniger Verbrennungsrückstände.

Die Kombination aus mehr Öl und besseren Nutzungsmethoden wird der klassischen Öl und Gas indutrie das Genick brechen. In 10 Jahren ist kein Stein mehr auf dem anderen und die Nationalen Ölgesellschaften in Russland, Saudi Arabien und Nigeria werden uns auf Knien anbettlen doch wieder bei ihnen zu kaufen.

Antworten Gast: baenkster
09.10.2012 20:56
1 0

Re: Was keiner wahrhaben will

Tut mir leid, wenn ich dich auf den boden der realitaet zurueckholen muss.

Wir habe nun bereits seit 13 jahren steigende oelpreise und die realitaet sieht eher umgekehrt aus.

Im juni 2008 haben bei einem treffen, zu dem der saudischen koenig geladen hatte, die westlichen laender, diesen koenig BEKNIET und nicht umgekehrt.

Und wenn ich den technischen fortschritt der letzten 13 jahre betrachte, dann, hat der technische fortschritt zwar gewisse einsparungen beim durchnittsvebrauch eines kfz gebracht, dieser wurde aber weit ueberkompensiert vom auto boom in den schwellenlaendern.

Der oelkonsum ist seit 1999 stark gestiegen TROTZ technischem fortschritt und stark gestiegener preise.

Dein optimismus hat keine grundlage

Gast: Bänkster
09.10.2012 13:52
2 7

Club of Rome

hat nie gesagt, dass es in XX Jahren kein Öl mehr geben wird.

Auch die Anhänger der "PEAK OIL" Theorie behaupten das nicht, sondern gestehen zu, dass es auch noch in 100 Jahren Erdöl geben wird - nur wird dieses nur noch zu einem so hohen Preis zu fördern sein (weil tief und teuer im Boden).

Insofern haben all jene vollkommen recht, die vor dem Ende des billigen Erdölzeitalters warnten und warnen !

Augen auf !

EU, USA, Japan und zunehmend auch China geraten in die Krise. Als in früheren Zeiten die Konjunktur lahmte, war der Erdölpreis im KELLER.

Aktuell liegt der Erdölpreis nur knapp unter dem Allzeithoch, gemessen in Euro.

Ja, der Euro wird immer weniger wert (und Erdöl deshalb auch teurer), aber es ist schon etwas dran, an der PEAK OIL Theorie.

Wäre Erdöl wirklich noch soviel im Überfluss vorhanden, wäre a) der Preis in diesem wirtschaftlichen Umfeld DEUTLICH geringer und b) die Ölfirmen müssten sich nicht die teurer und gefährliche Suche antun, Erdöl in 3000 m Meerestiefe zu suchen.


1 0

Re: Club of Rome

Es haben beide Verfechter Recht.
Nur Glauben halt viele, siehe unten, es steht ihnen in aller Selbstverständlichkeit günstig zu.

Antworten Antworten Gast: Bänkster
09.10.2012 15:43
1 0

Re: Re: Club of Rome

stimmt. Viele 0815 Michel, die das Glück hatten in Europa oder in Amerika geboren zu sein, ignorant vom Scheitel bis zur Sohle halten billiges Erdöl ganz offensichtlich für ein gott-gegebenes Privileg.

Wird die warme Fahrt zur Arbeit vom kleinen Häusel auf Pump im Grünen zum Durchschnittsjob in Wien zu teuer, dann sind ALLE anderen schuld, die blöden Grünen, die hohen Steuern, die Erölfirmen, die OPEC etc etc....

..... aber das eigene Handeln zu hinterfragen, das übersteigt den Horizont der allermeisten. Und daher ist es wie es ist und wird noch noch weitergehen.

Nicht selten FREUE ich mich, wenn der Ölpreis weitersteigt und das Tanken für so viele IGNORANTEN zum irritierenden und verstörenden Unterfangen wird.

Damit haben sie nicht gerechnet - nach 20 Jahren fallender Ölpreis von 1980 bis 2000 - das Öl eines Tages doch noch teurer und teuer werden könnten. So mancher Lebensstil ist auf Sand gebaut.

Der Sand bröselt nun langsam und diese Menschen werden nervös. Und das Gute daran: ERDÖL wird NIE WIEDER BILLIG werden, sondern sich tendenziell weiter verteuern.

Viel Spaß, wenn & falls die Wirtschaft doch wieder eines Tages anziehen sollte.

Schadenfreude? NEIN, es ist sowieso unsere einzige Chance, diesen Planeten noch für mehr als 2-3 Generationen lebenswert zu erhalten.

Ja - und obwohl selbst Autobesitzer, wünsche ich mir, dass sich der Ölpreis in den nächsten 3 Jahren noch verdoppelt.

Ist eh relativ - wenn der Euro immer weniger wert ist.

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1,2 vorlesungen in montanistik odet

Ressoursenwirtschaft genuegen normal um zu verstehen warum reserven nicht kleiner werden je mehr man sie verbraucht. Aber bitte, seit 40 jahren nun verfolge ich das bloeken der knappheitsapostel... hoffmungslos.

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Re: 1,2 vorlesungen in montanistik odet

I kenn auf der UNI keinen Professor der nicht sein Gebiet hochpreist. Ja es gibt Ausnahmen. Das gute daran, es gibt viele "konkurrierende" Fachgebiete. Und intelligente Studenten können kombinieren.

Antworten Gast: Bänkster
09.10.2012 13:53
1 1

Re: 1,2 vorlesungen in montanistik odet

wie man sieht haben die 1,2 Vorlesen doch nicht gereicht ;))

0 1

Öl

ist also doch ein nachwachsender Rohstoff :-)
Scherz beiseite, das ist doch eine gezielt lancierte Meldung, um den Ölpreis zu beeinflussen!

0 1

Re: Öl

Mir "wurscht"!
Bin draufgekommen , dass mich die schoensten Frauen auch ohne Porsche anschauen .

0 2

Re: Re: Öl

Wieso, sans so schiach? :-)

Gast: smilefile
09.10.2012 08:57
3 0

Vorstellung,..



...es gäbe grenzenlos Erdgas,- Öl,...damit wäre der Preis nicht mehr spekulierbar,... ,...es gelte kein Argument der Preissteigerungen mehr,...

Schlimm schlimm,..solche Vorstellungen,....

liegt am fracking und an der anorganischen entstehung des oels

was die bisher leeren felder wieder auffuellt

tolle sache! nur anstatt zu bohren was das zeug haelt, muessen wir uns diese linkslastige gruen-kommunismuspropaganda im oeko-mantel reinziehen, die dauernd irgendwas von solar, oeko oder windenergie schwafelt. was fuer ein schwachsinn!

die natur wurde geschaffen um von uns genutzt zu werden. schon in der bibel steht: macht euch die erde untertan!

wir versuchen nur andauernd neue pseudo-probleme zu kreieren, die es nicht gibt (zb peak oil).

drill baby, DRILL!!!!!!!!!

0 0

Re: liegt am fracking und an der anorganischen entstehung des oels

Sie sind ein Grund, warum ich die Demokratie gar nicht so toll finde, falls es nicht doch ironisch gemeint war ;-)

Re: drill baby

und immer gut ölen den Bohrer ,sonst läuft er heiß
und die anorganische Entstehung des Oels, kann man in etwas vergleichen mit den Karnickeln die Nachwuchs zeugen ,oder wie ist Ihre Vorstellung davon ?
macht euch die Erde untertan ,genau
so Wildwest Storys gibts nur in der Bibel
die angebliche Krone der Schöpfung erledigt sich selbst ,könnte man auch schreiben

Re: liegt am fracking und an der anorganischen entstehung des oels

Ihre Argumente

- Wiederauffüllung der leeren Ölfelder
- die Bibel

möchte ich einmal stark bezweifeln.

Natürlich kann man über alles diskutieren, wir sind ja hier nicht nur Uni-Absolventen, dass wir über neue Meinungen erhaben wären.

Übrigens, selbst wenn es unendlich viel Erdöl gäbe, ändert das nichts an den Krebserregern Feinstaub und Diesel in den Städten ;-)

1 9

Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

Es gibt nichts Gierigeres als die Erdölindustrie. - Da ist bald alles aufgebraucht. Jeder Flecken dieser Erde wurde abgesucht und ausgebeutet. Die Umwelt wird vernichtet. Nichts bleibt übrig.

Re: Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

vielleicht in europa, nicht aber in amerika. in europa ist fracking schon gesetzlich untersagt - und dann wundert man sich gleichzeitig ueber versiegende konventionelle oelquelle - absolut laecherlich.

in amerika weiss man mittlerweile gar nicht mehr wohin mit dem ganzen erdgas - das gibts hier ueberall gratis mittlerweile. bei oel ist es das gleiche. ab 2015 ist usa netto-energieexporteur - dank technologie & fortschritt (sowas gibts im linken kommunistischen europa nicht, ausser vielleicht in deutschland, wo ein paar deutsche technik-enthusiasten die wirtschaft am leben halten)

Antworten Antworten Gast: Bänkster
09.10.2012 13:57
1 0

Re: Re: Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

Ich weiß nicht, worüber ich mehr lachen soll; darüber dass in Amerka angeblich Öl angeblich gratis ist

"in amerika weiss man mittlerweile gar nicht mehr wohin mit dem ganzen erdgas - das gibts hier ueberall gratis mittlerweile. bei oel ist es das gleiche."

oder, das Amerika ab 2015 Netto.Enrgieexporteur sein soll.

;))))

ich würde empfehlen, ein "paar" Stunden mehr Vorlesen zu nehmen anstatt nur 1,2 in Montanistik ;)

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Re: Re: Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

Das ist die Haltung jener Handvoll Amerikaner, die nicht nur durch die ungenierte Ausbeutung der Natur, sondern auch durch die ungenierte Ausbeutung ihrer Mitbürger rücksichtslos und gierig riesige Reichtümer anhäufen. Als ob sie 1000mal so viel fressen, saufen, schei$$en, wohnen, lieben etc. könnten als die ach so verachteten Normalos!

 
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