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Banken: "Filialgeschäft unter Druck"

09.10.2012 | 18:18 |   (Die Presse)

McKinsey sieht Geldinstitute global in einem tiefgreifenden Wandel. Europas Banken haben 2011 im Schnitt kein Geld verdient. Die Erhöhung des Eigenkapitalanteils habe für mehr Sicherheit gesorgt.

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Wien/Es. Die Banken sind stabiler, aber weniger ertragreich. So lässt sich eine aktuelle Analyse der globalen Bankenindustrie zusammenfassen, die von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführt worden ist. Positiv wird angemerkt, dass Banken weltweit ihren Eigenkapitalanteil erhöht haben. Damit habe sich die Stabilität des Sektors verbessert.

Während die Bankenindustrie noch vor wenigen Jahren Bilanzen hatte, die dem 22-fachen ihres Eigenkapitals entsprachen, haben die Banken diesen Hebel heute auf 17 reduziert. Seit 2007 bauten sie ihr Tier-1-Kapital (hartes Eigenkapital) um eineinhalb Billionen Euro aus, das entspricht einer Steigerung von 57 Prozent.

Nicht nur die Peripherie ist schuld

„Die enormen Anstrengungen für mehr Stabilität zeigen Wirkung“, sagt Eckhart Windhagen, Leiter der deutschen Banking Practice von McKinsey. „Gleichzeitig haben die Banken außerhalb der Schwellenländer jedoch bei Weitem keine nachhaltige Profitabilität erreicht.“

Viele Banken seien 2011 trotz einschneidender Maßnahmen sogar zurückgefallen. Dass die weltweiten Erträge der Banken das Spitzenniveau von 2007 wieder erreicht haben, sei einzig den Banken der Schwellenländer zuzuschreiben. Deren Ertragsanteil ist von 23 Prozent im Jahr 2007 auf nunmehr 37 Prozent gestiegen. In den entwickelten Märkten ist die durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität (EKR, die Höhe der Verzinsung von investiertem Kapital) von 8,4 Prozent auf 7,6 Prozent gefallen und lag damit deutlich unter den Kapitalkosten. Das heißt, die europäischen Geldinstitute haben im Schnitt 2011 überhaupt kein Geld verdient. Und es sind nicht nur die strapazierten Banken der Peripherieländer, die den Schnitt in die Tiefe ziehen. Auch wenn die Peripheriebanken herausgerechnet werden, bleibt im restlichen Europa nur eine durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität von fünf Prozent.

McKinsey sieht in mehreren Bereichen Reformbedarf. Vor allem beim Geschäft mit Privatkunden: „Das traditionelle Filialgeschäft ist ökonomisch stark unter Druck“, sagt Studienautor Windhagen. Digitale Technologien würden Möglichkeiten für innovative Produkte und Services eröffnen, die von den Banken nicht ausreichend genutzt würden.

Vertrauen keine Frage der PR

Im Kapitalmarktgeschäft erwartet Windhagen eine zunehmende Differenzierung und Spezialisierung der Geschäftsmodelle. Nur so könne man nach dem Wegbrechen weiter Teile des risikogetriebenen Geschäftes durch Regulierung und die steigenden Refinanzierungskosten wieder profitabel werden. Außerdem sei es, so Windhagen, für die Banken essenziell, das öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen. Das sei nicht nur „eine Frage der PR“. Am Kundennutzen orientierte Produktneuheiten, eine angemessene Balance zwischen den Interessen verschiedener Stakeholder und die Integrität interner Prozesse seien wichtig für ein nachhaltiges Wachstum.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)

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1 Kommentare
Gast: Aber geh.
09.10.2012 20:54
0 0

Positiv wird angemerkt, dass Banken weltweit ihren Eigenkapitalanteil erhöht haben.


Und wie haben sie das gemacht? So?:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/762973/Portugal-muss-drei-Banken-mit-66-Mrd-Euro-stuetzen

Wir wissen nicht, wo überall noch in die Tasche der Steuerzahler gelangt wird, bloß um den Banken mehr Eigenkapital zu sponsern.

Die Banken werden vielfach als Krebsgeschwür der Gesellschaft wahrgenommen, und wenn die Politik nicht willens oder in der Lage ist, dem Einhalt zu gebieten, werden wir uns eben eigene, regionale Währungen machen, wie es ja z.B. mit dem "Chiemgauer" u.a. bereits geschieht.