24.05.2013 10:51 Merkliste 0

IEA: Irak bald wieder Ölgroßmacht

09.10.2012 | 18:18 |  Von unserer Korrespondentin JULIA KASTEIN (Die Presse)

Bis 2030 könnte der Irak in Sachen Ölproduktion Russland überholen und zum zweitgrößten Erdölförderer nach Saudiarabien aufsteigen, sagt die Internationale Energieagentur.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

London. Knapp zehn Jahre nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein ist der Irak dabei, einer der wichtigsten „Player“ im Nahen Osten zu werden – zumindest, was seine Bedeutung für die weltweiten Energiemärkte angeht. Schon jetzt fördert das Land täglich über drei Mio. Barrel Öl, mehr als das Nachbarland Iran. Bis 2020, so die Vorhersage der Internationalen Energieagentur (IEA), hat der Irak realistische Aussichten, seine Ölproduktion zu verdoppeln und ab 2030 Russland als zweitwichtigsten Öllieferanten der Welt (nach Saudi Arabien) abzulösen. „Die Ressourcen sind vorhanden“, so IEA-Chefin Maria van der Hoeven bei der Vorstellung ihres Irak-Sonderberichts gestern, Dienstag, in London. „Die Frage ist nur: Wie lange dauert es, bis der Irak sie zu nutzen kann?“

Interne Probleme bremsen

Deshalb liegt die IEA-Prognose deutlich unter den zwölf Mio. Barrel täglich, die die irakische Regierung ausländischen Investoren ab 2017 verspricht. „Wir sind da unterschiedlicher Ansicht“, so der IEA-Chefökonom und Autor der Studie, Fatih Birol. Er warnte, dass der Irak auch die niedrigeren Förderziele verfehlen könnte. Die Sicherheitssituation im Land sei weiter schwierig, es fehle an Wasser, Infrastruktur und gut ausgebildeten Fachkräften. Bei allem Öl- und Erdgasreichtum ist das Land derzeit nicht einmal in der Lage, seinen eigenen Energiebedarf zu decken: Die meisten Betriebe, so Birol, haben nur zehn Stunden am Tag Strom. Doch das größte Problem sei die mangelnde politische Einigkeit zwischen Bagdad und den Regionalregierungen über die Regulierung des Energiesektors.

Iraks globale Bedeutung für die Ölmärkte sei immens und werde weiter steigen: Dank des immer größeren Bedarfs vor allem in Asien und dem abzusehenden Rückgang der Fördermengen in den Nicht-Opec-Staaten ab 2020 bräuchte die Weltwirtschaft irakisches Öl – sonst drohten Verknappung und steigende Preise.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare
Gast: Bänkster
10.10.2012 10:03
0 0

Peak-Oil der Nicht Opec Staaten

immerhin das scheint mittlerweilen im Bewusstsein angelommen zu sein, dass die Erdölproduktion der Nicht-OPEC Länder bereits im Fallen ist.

Zitat Presse:"...abzusehenden Rückgang der Fördermengen in den Nicht-Opec-Staaten ab 2020 bräuchte die Weltwirtschaft irakisches Öl.."

>> und über die OPEC selbst, hat die IEA leider nur begrenztes und zweifelhaftes Datenmaterial.

Bis auf Saudiarabien, Irak und Angola dürften die OPEC-Länder aber ebenfalls bereits PEAL OIL gesehen haben.

PS: keine Eile für den Irak !!!

Je länger der Irak braucht, um seine Reserven auszubeuten - umso länger hat er etwas davon. Und billiger wird es nicht mehr. Also KEINE EILE, lieber Irak.

Margret Thatcher hatte es extrem eilig bei der Ausbeutung der Nordsee - Peak Oil wurde bei Großbritannien Ende der 1999/2000 gesehen. Die Masse des Öls aus der Nordsee hat GB also zu Billigstpreisen verkauft - für den kurzen wirtschaftlichen Profit. Gleichzeitig wurde Wärmedämmung in GB völlig vernachlässigt.....

Ja langsamer der Irak ist, umso besser für den Irak !

Gast: Bänkster
10.10.2012 09:56
0 0

Irak weit HINTER Plan

nach früheren (wieder einmal viel zu optimistischen) Schätzungen, sollte der Irak bereits 6-7 Mio Barrel pro Tag produzieren.

In der Realität sind es knapp die Hälfte davon.