Sparbuch: "Lizenz zur freiwilligen Enteignung"

Acht von zehn Österreicher haben ein Sparbuch. Die Sparer zahlen noch länger drauf, denn die Inflation frisst Zinsen auf.

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APA/BARBARA GINDL

Acht von zehn Österreichern haben ein Sparbuch. Die Vorarlberger legen in der Regel deutlich mehr Geld zur Seite als die Wiener. Sie haben eines gemeinsam: Die Inflation hat in den vergangenen Jahren Zinsen aufgefressen.

„Bei Zinsen unter der Inflationsrate haben Sie einen Vermögensabbau“, sagte Erste-Vorstand Peter Bosek am Donnerstag vor Journalisten. Er sprach gar von einer „Lizenz zur freiwilligen Enteignung“. Bosek geht davon aus, dass die Zeit der ultratiefen Zinsen noch mindestens fünf Jahre anhalten wird, was aber nicht heiße, dass es solange auch Minuszinsen geben müsse.

Österreicher sparen 170 Euro im Monat

Um immer ausreichend flüssig zu sein, sei es wichtig, einen Teil des Vermögens zu sparen. „Liquidität hat ihren Wert. Aber man muss sich bewusst sein, dass die niedrigen Zinsen eine Art Liquiditäts-Versicherung sind“. Bosek empfiehlt, für alle Fälle drei Monatsgehälter beiseite zu haben, sollten Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine nötig werden. Für Sparziele auf längere Sicht rät er, gerade was den Wohnbereich betrifft, zum Bausparen bzw. generell auch wieder zum Fondssparen. Wer alternativ Immobilienveranlagung überlegte, hat das laut Bosek in der Regel schon realisiert. Im Auge haben sollten die Menschen die Alters- und Pflegevorsorge, rät der Banker.

Das Thema „Angstsparen“ wie am Höhepunkte der Finanzkrise 2009 hat sich nach Beobachtung von Bosek entspannt. Relativ stabil blieb seither auch die Einschätzung der Österreicher, dass Sparen an sich sehr wichtig bzw. ziemlich wichtig sei, wenngleich heuer etwas weniger bedeutsam als vor einem Jahr. Das gaben in einer am Donnerstag vorgestellten IMAS-Umfrage im August immerhin sieben von zehn Österreichern an. Mit 170 Euro pro Monat sparen die Österreicher heuer etwas mehr als im Vorjahr, nominal allerdings nur um zwei Euro mehr. Dass es nicht spürbar mehr wurde, liegt nach Bankenangaben an den Lebenshaltungskosten. Hauptmotiv für's Sparen ist den Österreichern weiterhin der „Notgroschen“ (86 Prozent).

(APA)

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