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Sparbuch: "Lizenz zur freiwilligen Enteignung"

11.10.2012 | 11:45 |   (DiePresse.com)

Acht von zehn Österreicher haben ein Sparbuch. Die Sparer zahlen noch länger drauf, denn die Inflation frisst Zinsen auf.

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Acht von zehn Österreichern haben ein Sparbuch. Die Vorarlberger legen in der Regel deutlich mehr Geld zur Seite als die Wiener. Sie haben eines gemeinsam: Die Inflation hat in den vergangenen Jahren Zinsen aufgefressen.

„Bei Zinsen unter der Inflationsrate haben Sie einen Vermögensabbau“, sagte Erste-Vorstand Peter Bosek am Donnerstag vor Journalisten. Er sprach gar von einer „Lizenz zur freiwilligen Enteignung“. Bosek geht davon aus, dass die Zeit der ultratiefen Zinsen noch mindestens fünf Jahre anhalten wird, was aber nicht heiße, dass es solange auch Minuszinsen geben müsse.

Österreicher sparen 170 Euro im Monat

Um immer ausreichend flüssig zu sein, sei es wichtig, einen Teil des Vermögens zu sparen. „Liquidität hat ihren Wert. Aber man muss sich bewusst sein, dass die niedrigen Zinsen eine Art Liquiditäts-Versicherung sind“. Bosek empfiehlt, für alle Fälle drei Monatsgehälter beiseite zu haben, sollten Anschaffungen wie eine neue Waschmaschine nötig werden. Für Sparziele auf längere Sicht rät er, gerade was den Wohnbereich betrifft, zum Bausparen bzw. generell auch wieder zum Fondssparen. Wer alternativ Immobilienveranlagung überlegte, hat das laut Bosek in der Regel schon realisiert. Im Auge haben sollten die Menschen die Alters- und Pflegevorsorge, rät der Banker.

Das Thema „Angstsparen“ wie am Höhepunkte der Finanzkrise 2009 hat sich nach Beobachtung von Bosek entspannt. Relativ stabil blieb seither auch die Einschätzung der Österreicher, dass Sparen an sich sehr wichtig bzw. ziemlich wichtig sei, wenngleich heuer etwas weniger bedeutsam als vor einem Jahr. Das gaben in einer am Donnerstag vorgestellten IMAS-Umfrage im August immerhin sieben von zehn Österreichern an. Mit 170 Euro pro Monat sparen die Österreicher heuer etwas mehr als im Vorjahr, nominal allerdings nur um zwei Euro mehr. Dass es nicht spürbar mehr wurde, liegt nach Bankenangaben an den Lebenshaltungskosten. Hauptmotiv für's Sparen ist den Österreichern weiterhin der „Notgroschen“ (86 Prozent).

(APA)

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10 Kommentare

Dilemma II.

Was also ist zu tun? Geben wir es aus, das Geld, solange wir noch etwas dafür bekommen, investieren wir in Dinge, die uns Freude machen, renovieren wir unsere Wohnungen, und wenn möglich, legen wir breit gestreut in Sachwerte verschiedenster Art an; und – ganz wichtig – hören wir niemals auf das, was Organisationen und Medien und Experten erzählen.

Das ist zwar nicht gerade geschäftsfördernd für Banken, Regierungen und Ideologen, aber zumindest nutzbringend für Mensch und Wirtschaft.

Dilemma I.

Herr und Frau Österreicher haben also das Dilemma erkannt: Bei der Bank gibt es – gegen Kosten und Inflation gerechnet – ein saftiges Minus, egal, welchen Zinssatz man verhandeln kann; bei der klassischen Lebensversicherung gibt es – auch gegen Kosten und Inflation gerechnet – nichts mehr zu holen; der Anleihenmarkt verspricht ein großes gefräßiges Loch zu werden, wenn die Zinsen steigen, was irgendwann unausweichlich wird; bei Anleihenfonds wird das noch schlimmer werden; für das Investment in Aktien und Beteiligungen fehlt wegen der Volatilität vielfach der Mut, Gold ist zu Recht vom OGH als riskantes Investment festgestellt worden, Grund und Boden sind teuer wie nie, und die Skandale rund um Investmentgesellschaften und Banken verunsichern zusätzlich.
Lustlosigkeit also weit und breit. Natürlich hat sich die Sparleistung nicht um zwei Euro erhöht, sondern um acht bis fünfzehn Euro (je nach persönlicher Geldentwertung) verringert. Der tägliche Frust über offene und versteckte Preiserhöhungen, neue Gebühren und Steuern, Parkpickerl, offenkundige Sorg- und Ratlosigkeit bei Politikern aller Farben, Nachrichten über unvorstellbar viele tausend Milliarden für Banken und Euro und Rettungsschirm, die Idee, daß auch der Notgroschen innerhalb weniger Tage völlig entwertet sein kann – das alles ist nicht gerade vertrauenserweckend und dem Sparwillen förderlich.

Gast: ich spare nicht mehr
11.10.2012 20:50
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der Staat schürt die Inflation und frißt auch noch 20% der ohnedies mickrigen Zinsen

Besser das Geld ausgeben oder unter den Kopfpolster legen, dann fällt der Abzocker-Staat wenigstens um die 20% Kapitalertragssteuer um!

Antworten Gast: zylmurbafi
18.10.2012 11:08
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Re: der Staat schürt die Inflation und frißt auch noch 20% der ohnedies mickrigen Zinsen

kollega. ganz schön ahnungslos. die kapitalertragsteuer beträgt 25 prozent.

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Das Sparbuch ist in Zeiten wie diesen

nichts anderes als ein Deppenausweis.

Gast: Hans im Glück
11.10.2012 13:02
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Es hat sich nichts geändert.

Nur das minimum am Konto lassen.
Alles andere ausgebe, versilbern oder vergolden.
(Natürlich anonym!)

Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Re: Es hat sich nichts geändert.

Warum immer alles gleich versilbern und vergolden?
Und wenn wo denn am besten? Bei der Bank (die eine schöne Marge draufschlägt) oder bei "Goldsparplänen" bei denen das Edelmetall irgendwo lagert und man es sich in echten Krisenzeiten sowieso nicht ausliefern lassen kann!

Für mich stellt sich die Frage: Wenn Aktien "relativ" günstig sind und der Edelmetallpreis weit oben, wo ist es wohl wirklich intelligenter zu investieren?

Einfach zum nachdenken....

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Re: Re: Es hat sich nichts geändert.

Gold
ist das Geld der Könige.

Silber
ist das Geld der Gentlemen.

Papier
ist das Geld der Narren.

Schulden
sind das Geld der Sklaven.

Was ist dein Geld?


Antworten Antworten Antworten Gast: Hans-Dampf
11.10.2012 15:04
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Re: Re: Re: Es hat sich nichts geändert.

Ich bin ein Gentleman, ein Narr und ein Sklave :)

Antworten Gast: yamo
11.10.2012 14:12
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Re: Es hat sich nichts geändert.

Diese Anlagestrategie ist wirklich zeitlos. Und vor allem erfordert sie keinerlei Intelligenz - das scheint mir das Hauptkriterium zu sein, für eine gewisse Zielgruppe.