Finanzmarktaufsicht ermittelt bei Baukonzern Alpine

13.10.2012 | 10:53 |   (DiePresse.com)

Es besteht der Verdacht, dass das Unternehmen die Inhaber von drei Unternehmensanleihen nicht rechtzeitig über die missliche Lage informiert habe.

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Der in Turbulenzen geratene Baukonzern Alpine mit Sitz in Salzburg ist jetzt auch ins Visier der Finanzmarktaufsicht (FMA) geraten: Geprüft wird, ob das Unternehmen zu spät über seine missliche Lage informiert hat. Die FMA führt daher Untersuchungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität und die sogenannte Prospektpflicht, bestätigte deren Sprecher Klaus Grubelnik dem Nachrichtenmagazin "profil".

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Konkret geht es um die Frage, ob Alpine nicht schon seit Wochen von den Problemen wisse, aber die Inhaber der drei seit 2010 platzierten Unternehmensanleihen nicht ad hoc informiert habe. Außerdem soll auch die gesetzlich vorgeschriebene Ergänzung der Kapitalmarktprospekte um die jüngsten Entwicklungen unterblieben sein. Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität sind Verwaltungsdelikte, die mit bis zu 100.000 Euro geahndet werden können, die Verletzung der Prospektpflicht dagegen ist strafrechtlich relevant.

Akute Zahlungsschwierigkeiten

Das neue Alpine-Management hatte zuletzt mit einer Neuausrichtung begonnen und dabei auch eine Bestandsaufnahme durch das Wirtschaftsprüfungsnetzwerks KPMG in Auftrag gegeben. Diesem Bericht zufolge soll der Baukonzern in akuten Zahlungsschwierigkeiten stecken. Bis Ende nächster Woche benötige das Unternehmen 31 Mio. Euro, um überhaupt weiterwirtschaften zu können, die Bilanz des Unternehmens müsse möglicherweise um bis zu 400 Mio. Euro wertberichtigt werden. Für 2012 werde ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 263 Mio. Euro erwartet, zitierte Profil Mitte diese Woche aus dem Dossier.

Alpine hat in der Folge eine Zahlungsunfähigkeit dementiert, die Liquidität sei ausreichend gesichert. Das zitierte Szenario sei nur eines von mehreren, die Risikosituation müsse nicht vollumfanglich in Verluste münden. Die Wertberichtigungen dürften vor allem Bauprojekte in Ost- und Südosteuropa betreffen, für die zum Teil offenbar die Gelder nicht wie kalkuliert fließen.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Benor
14.10.2012 18:39
1 0

Was sagt die Benita (einziges österr. Aufsichtsratsmitglied der Alpine Holding)

wohl dazu? Will die kein Journalist interviewen?

Gast: Presseleser
14.10.2012 11:31
2 0

Seit 2012 ein neuer Manager


Dipl.Ing. Johannes Dotter ist seit heuer neuer Chef von Alpine. Er kommt von Porr.

Ich will doch von diesem gestandenen Bauingenieur (Ausbildung HTL Mödling, TU Wien) annehmen, daß er das Geschäft bestens kennt. Ich gehe einmal davon aus, daß er KPMG mit dieser Buchprüfung beauftragt hat, um sich selbst ein klares Bild zu machen.

Vertrauen in den neuen Chef mit 25 Jahren Branchenerfahrung wäre einmal angesagt.


1 0

Welcher Ex-Bundeskanzler

ist nocheinmal im Aufsichtsrat?

Antworten Gast: Benor
14.10.2012 18:38
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Die Benita Ferrero-Waldner war Bundeskanzler?

Da irren Sie gewaltig ... und ansonsten siehe http://www.alpine.at/konzern/konzernfuhrung/

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...schon wieder verspätet?


Skandal nicht vergessen!!!!

ZITAT AUS "Die Presse" vom Anfang Oktober:

"Es wäre nicht das erste Mal, dass in Bayern gegen Spitzenmanager des Alpine-Konzern ermittelt wird. Nach wie vor ist der 2004 aufgeflogene Schmiergeldskandal rund um den Bau der Münchner Allianz Arena in Erinnerung. Zwei Alpine-Topmanager wurden zu bedingten Haftstrafen und Millionenzahlungen verurteilt. Mildernd wirkte sich 2007 nicht nur ein umfassendes Geständnis, sondern auch der Umstand aus, dass Schmiergeldzahlungen damals in Österreich nur als Ordnungswidrigkeit geahndet wurden."

In München war es um einen riesigen Korruptionsskandal gegangen mit Alpine-Angeklagten!!!!!!

Alpine - Spanien

Die FMA sollte sich die Geldflüsse genau ansehen.

Gingen Gelder der Anleihe nach Spanien? Wieweit ist die Besitzerin, Frau Esther Koplowitz involviert?

Antworten Gast: Alonso 123
14.10.2012 18:35
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Doña Esther María Koplowitz y Romero de Juseu, 7. Marquise von Kuba und von Casa Peñalver

heißt die bitte. Und sie ist nicht Alleingesellschafterin der FCC sondern ihr gehört zurzeit knapp mehr als die Hälfte der Aktien. Oder sogar weniger, wenn die Gerüchte stimmen.

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