Finanzmarktaufsicht ermittelt bei Baukonzern Alpine

Es besteht der Verdacht, dass das Unternehmen die Inhaber von drei Unternehmensanleihen nicht rechtzeitig über die missliche Lage informiert habe.

Alpine Bau angeblich in Zahlungsschwierigkeiten
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Alpine Bau angeblich in Zahlungsschwierigkeiten
dapd

Der in Turbulenzen geratene Baukonzern Alpine mit Sitz in Salzburg ist jetzt auch ins Visier der Finanzmarktaufsicht (FMA) geraten: Geprüft wird, ob das Unternehmen zu spät über seine missliche Lage informiert hat. Die FMA führt daher Untersuchungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität und die sogenannte Prospektpflicht, bestätigte deren Sprecher Klaus Grubelnik dem Nachrichtenmagazin "profil".

Konkret geht es um die Frage, ob Alpine nicht schon seit Wochen von den Problemen wisse, aber die Inhaber der drei seit 2010 platzierten Unternehmensanleihen nicht ad hoc informiert habe. Außerdem soll auch die gesetzlich vorgeschriebene Ergänzung der Kapitalmarktprospekte um die jüngsten Entwicklungen unterblieben sein. Verstöße gegen die Ad-hoc-Publizität sind Verwaltungsdelikte, die mit bis zu 100.000 Euro geahndet werden können, die Verletzung der Prospektpflicht dagegen ist strafrechtlich relevant.

Akute Zahlungsschwierigkeiten

Das neue Alpine-Management hatte zuletzt mit einer Neuausrichtung begonnen und dabei auch eine Bestandsaufnahme durch das Wirtschaftsprüfungsnetzwerks KPMG in Auftrag gegeben. Diesem Bericht zufolge soll der Baukonzern in akuten Zahlungsschwierigkeiten stecken. Bis Ende nächster Woche benötige das Unternehmen 31 Mio. Euro, um überhaupt weiterwirtschaften zu können, die Bilanz des Unternehmens müsse möglicherweise um bis zu 400 Mio. Euro wertberichtigt werden. Für 2012 werde ein negatives Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 263 Mio. Euro erwartet, zitierte Profil Mitte diese Woche aus dem Dossier.

Alpine hat in der Folge eine Zahlungsunfähigkeit dementiert, die Liquidität sei ausreichend gesichert. Das zitierte Szenario sei nur eines von mehreren, die Risikosituation müsse nicht vollumfanglich in Verluste münden. Die Wertberichtigungen dürften vor allem Bauprojekte in Ost- und Südosteuropa betreffen, für die zum Teil offenbar die Gelder nicht wie kalkuliert fließen.

(APA)

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