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Selbstständige votieren für Selbstbehalte

17.10.2012 | 17:53 |   (Die Presse)

Die SVA präsentierte die Ergebnisse ihrer Urbefragung und erntete dafür Kritik von allen Seiten. Kassen-Obmann Christoph Leitl aber fühlt sich bestätigt. Ganz anders sieht das naturgemäß die SPÖ.

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Wien/hie. Die österreichischen Selbstständigen müssen, anders als Angestellte, bei Arztbesuchen extra in die Tasche greifen und einen Selbstbehalt von 20 Prozent bezahlen. Laut einer Mitgliederbefragung der SVA ist der Selbstbehalt für viele auch das geringere Übel. Gefragt, ob sie lieber keinen Selbstbehalt und dafür höhere Beitragszahlungen hätten, sagten nur 17 Prozent „Ja“. 83 Prozent stimmten für den Selbstbehalt. Auch von der Umverteilung von besserverdienenden zu weniger gut verdienenden Selbstständigen halten die meisten nichts. Knapp 80 Prozent sprachen sich dagegen aus, Geringverdiener von den Beiträgen zu befreien – und dafür die Beiträge der anderen zu erhöhen.

Sehr zur Freude von SVA-Obmann und Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl. „Ich war immer für Selbstbehalte. Weil was nichts kostet, ist nichts wert. Darin fühlen wir uns von den Versicherten bestätigt“, sagte Leitl am Mittwoch vor Journalisten. Ganz anders sieht das naturgemäß die SPÖ. Gesundheitsminister Alois Stöger forderte bereits im Sommer die Abschaffung aller Selbstbehalte. Auch das war eine Reaktion auf die SVA, deren Versicherte sich die Hälfte des Selbstbehaltes sparen können, wenn sie mit ihrem Arzt verbindliche Gesundheitsziele vereinbaren – und diese auch einhalten. SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter bekräftigte die Forderung gestern, Mittwoch.

Mindestbeitrag als Problem

Die SPÖ ist mit ihrer Kritik nicht alleine. Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, sieht in der Befragung eine reine Geldverschwendung. Denn erstens seien die Ergebnisse nicht repräsentativ. Und zweitens seien tendenziöse Suggestivfragen gestellt worden. Statistische Daten wie Einkommen oder Betriebsgröße seien nicht abgefragt worden. „Dadurch ist weder eine repräsentative Auswertung möglich, noch können wir feststellen, ob sich die Meinung der Gesunden von jener der Kranken oder die Meinung der Geringverdiener von jener der Wohlhabenden unterscheidet“, meint Plass. Auf die Bedürfnisse der 240.000 Ein-Personen-Unternehmen sei man ebenfalls nicht eingegangen.

Für die Geringverdiener unter den Selbstständigen ist vor allem der Mindestbeitrag zur Sozialversicherung ein Problem. Das sind rund 2000 Euro im Jahr, die auf jeden Fall bezahlt werden müssen – auch bei niedrigem Einkommen. Ein Viertel der Befragten sprach sich für die Senkung dieses Mindestbeitrags aus. Dazu sagte der stellvertretende SVA-Obmann Wilhelm Turecek: „Um 1,5 Euro am Tag sind Neugründer bei der SVA krankenversichert, um drei Euro pensionsversichert. Wenn Sie Ihre Kfz-Versicherung nicht bezahlen, nimmt man Ihnen die Nummerntafel weg.“ An der Befragung haben 118.600 Versicherte teilgenommen, das entspricht einer Beteiligung von 22 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

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6 Kommentare

SVA ist und bleibt ein Wirtschaftskiller

Gefälschte Befragungen ändern nichts daran. 78,2% der Befragten boykottierten die SVA Umfrage. Da ist jede "Erfolgsmeldung" eine unverschämte Lüge. SVA killt EPUs und Kleinunternehmer und damit fügt sie der Österreichischen Wirtschaft einen enormen Schaden zu. Denn Grossunternehmen entstehen aus Kleinunternehmen. Wenn man sie wachsen lässt.

78% haben die Umfrage nicht beantwortet.

Das ist eine klare Antwort und eine herbe Abfuhr für die SVA und ihren Leitlhammel. Alle Erfolgsmeldungen sind eine unverschämte Lüge.

Gast: selbst2
18.10.2012 08:22
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suggestive fragenstellung

also ich wäre für geringere beiträge und 10% selbstbehalt gewesen...

diese optionen hat es nicht zum auswählen gegeben....

vielleicht erklärt das die geringe beteiligung...

wenn ich nur 2 dinge auswählen kann, und ich keine davon mag, komme ich mir vera....t vor

mal schauen, wie lange sich die leute noch für blöd verkaufen lassen...

Gast: GastA
18.10.2012 08:10
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Streit um das Ergebnis

Wieder ein Argument gegen unsinnige "Befragungen" und für bindende (Volks)Abstimmungen.
p.s.: als Kleinstunternehmer (Einmannbetrieb) wurde ich auch befragt, habe den Zettel aber fast übersehen.

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wie lange kann man die Mehrheit noch schröpfen

"Arbeit macht frei - aber nur wenn die anderen für mich arbeiten."
Wer wurde befragt - ich als 1-Mann-Selbstständiger nicht.
Wenn die (auch von meinem Geld) sehr gut bezahlten Herrn den Mindestbeitrag so ins lächerliche ziehen, sollten sie einmal beginnen nachzudenken - dazu müßten sie aber von ihren hohen Rössern heruntersteigen. SV und PV sind horrend hohe Ausgaben, die man in den Wind schreiben muß - anstatt ins eigene Unternehmen investieren zu können oder für seine Zukunft zu sparen.
Wenn die SVA so toll ist, warum stellen sie es dann nicht jedem frei sich dort zu versichern oder nicht?!!!
Es wird interessant wo die Herrschaften das Geld herbekommen wollen, wenn sie die KMUs endgültig umgebracht haben.
Ist den Herrn Leitl und Turecek aber wohl egal da sie ja genug abkassieren - auch an Pension.

Antworten Gast: EPU
17.10.2012 23:23
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Re: wie lange kann man die Mehrheit noch schröpfen

Zustimmung. Mich hat auch keiner gefragt.
Ich bin seit einem dreiviertel Jahr krank und habe kaum Einkünfte, die SVA steht mit dem Exekutor vor der Tür. Ich muss mir das Geld borgen, die zu bezahlen, die Behandlung kann ich mir nicht leisten.

Mir soll ja keiner mehr unterkommen von diesen Typen....

Man kriegt einen Hass, auf diese Maden im Speck.