Die Handelskette dm Drogeriemarkt setzte auch im Geschäftsjahr 2011/12 ihr Wachstum fort. Der Umsatz sei in Österreich um 6,13 Prozent auf 683 Millionen Euro gestiegen, erklärte Manfred Kühner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, am Donnerstag beim Bilanzpressegespräch in Salzburg. Berücksichtigt man auch die zum Teilkonzern Österreich/CEE gehörenden Länder Mittel- und Südeuropas, kann dm im mit 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr auf ein Plus von 4,29 Prozent bzw. einen Umsatz von 1,760 Milliarden Euro verweisen.
"Alle Länder entwickelten sich positiv, es gibt keinen Markt, in dem wir rückläufige Umsätze verzeichneten", berichtete Kühner. Neu vertreten ist dm seit Mai in Mazedonien. In Skopje gebe es mittlerweile drei Filialen, berichtete der Manager. Kühner und Vorstandsvorsitzender Martin Engelmann orten in den mittel- und südosteuropäischen Ländern noch viel Potenzial für die Drogeriemarktkette. Insbesondere in Rumänien, Bulgarien und Serbien gebe es noch Wachstumsmöglichkeiten. Ein Markteintritt in zusätzlichen Ländern sei derzeit aber nicht in Planung, meinte Kühner: "Wir wollen organisch wachsen." Durch die schlechten Konjunkturaussichten prüfe man jeden Expansionsschritt noch genauer. "Vorsicht bei der Expansion schadet nie", sagte Kühner.
Rezeptfreie Arznei: 100.000 Versandkunden
Insgesamt hat der Teilkonzern Österreich nun 1354 Filialen, um 74 mehr als 2010/11. Das Unternehmen beschäftigt im Teilkonzern 14.800 Mitarbeiter, in Österreich sind es knapp 9000 Personen, davon rund 800 Lehrlinge. Pro Jahr werden 60 bis 70 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Geschäfte investiert. Im Gesamtkonzern (inklusive Deutschland) erzielte dm Drogeriemarkt mit 2.699 Filialen und 43.930 Mitarbeitern ein Umsatzplus von 11,3 Prozent auf 6,872 Milliarden Euro.
Innerhalb von vier Jahren ist der Umsatz von dm in Österreich von 545 Mio. Euro auf 683 Mio. Euro um rund 25 Prozent gewachsen. Marktuntersuchungen zufolge kaufen die Österreicher häufiger und mehr bei dm ein, sagte Kühner. Neben den traditionellen Sortimentsbereichen Schönheit, Gesundheit und Haushalt würde dm in Österreich auch gerne rezeptfreie Arzneimittel anbieten. Weil das nicht erlaubt sei, habe man vor zwei Jahren eine Kooperation mit der Schweizer Versandapothekenmarke "Zur Rose" begonnen. Mittlerweile gebe es 100.000 Versandkunden, zieht Engelmann eine positive Bilanz: "Wir werden das weiter verfolgen und setzen dabei auf Überzeugungsarbeit und nicht auf Druck." In anderen Ländern, wo es weniger strenge Reglementierungen gibt als in Österreich, entwickle sich das Sortiment der rezeptfreien Medikamente sehr gut, meinte Engelmann.
Rund eine Mio. Euro investiert dm pro Jahr in soziale und ökologische Projekte. Neu ist das Angebot, Mitarbeiter in schwierigen Situationen eine anonyme Unterstützung und Beratung in Lebensfragen zu ermöglichen. Beschäftigte, die sich im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich ehrenamtlich engagieren, können einen zusätzlichen Urlaubstag für diese Aktivitäten in Anspruch nehmen, berichtete Engelmann.
(APA)

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