Wien/jil. Deutschland ist ein beliebtes Reiseziel für Österreicher, die in physisches Silber investieren wollen. Münzen werden dort nur mit sieben Prozent besteuert – im Gegensatz zu 20 Prozent in Österreich. Aber: Die deutsche Regierung will schon mit Beginn nächsten Jahres die Mehrwertsteuer für Silbermünzen auf 19 Prozent anheben – das berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.
Auch Kunst und Antiquitäten sollen von der Steuererhöhung betroffen sein, ein Rückschlag für die Attraktivität von Sachwerten als Investment. „Der ermäßigte Steuersatz soll grundsätzlich abgeschafft werden“, heißt es in einer Stellungnahme des deutschen Finanzministeriums. Die Anhebung des Steuersatzes erfolgt auf Druck von Brüssel, die EU hatte wegen der Steuerausnahmen für Silber und andere Sachwerte in Deutschland bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.
Goldinvestoren müssen sich aber nicht sorgen: Das gelbe Metall ist in der ganzen EU von der Steuer befreit. Im Jahr 1998, ein Jahr vor der Einführung des Euro, wurde eine „Sonderregelung für Anlagegold“ erlassen. Die Mehrwertsteuerbefreiung für Goldmünzen und Barren soll die Wettbewerbsfähigkeit des EU-Goldmarktes sicherstellen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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