18.05.2013 18:58 Merkliste 0

Rosneft steigt zum weltgrößten Ölkonzern auf

18.10.2012 | 17:44 |  Von unserem Korrespondenten Eduard Steiner (Die Presse)

Der staatliche russische Branchenprimus Rosneft übernimmt die Kontrolle über den landesweit drittgrößten Ölkonzern TNK-BP. Damit geht ein weiterer lukrativer Privatkonzern zurück an den Staat.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Moskau. Über letzte Formalitäten wurde Donnerstagabend noch verhandelt. In Grundzügen war der Milliardendeal aber fix: Russlands größter und staatlicher Ölkonzern Rosneft übernimmt die Kontrolle über den landesweit drittgrößten Ölkonzern TNK-BP. Rosneft übernimmt den von BP gehaltenen Hälfteanteil für 21 Mrd. Euro, wobei die Hälfte bis zwei Drittel bar fließt, der Rest mit Rosneft-Aktien abgegolten wird.

Über den Aufkauf der anderen Hälfte, die das russische Oligarchenkonsortium AAR besitzt, verhandelt Rosneft parallel und hat bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, sagte Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch.

Übernahmekandidat durch Streit

Damit steigt Rosneft nicht nur zum Weltmarktführer auf und überholt US-Riesen wie Exxon Mobil. Über Rosneft, das von Wladimir Putins engstem Wegbegleiter und Ex-Vizepremier Igor Setschin geleitet wird, holt der russische Staat auch einen weiteren lukrativen Privatkonzern zurück unter die Fittiche des Kremls. Schon vor sieben Jahren hatte Rosneft die Enteignung des damals größten Ölkonzerns Yukos für sich entschieden und galt seither als Primus.

Das hochprofitable Joint Venture TNK-BP hat sich durch seine internen Zerwürfnisse selbst zum Übernahmekandidaten gemacht. Dabei war freilich bis zuletzt auch die Variante im Spiel gewesen, dass AAR die Briten auskauft. Am Ende freilich mussten die Oligarchen der übermächtigen Rosneft weichen, zumal zahlreiche Großbanken sich mit ihren Kreditzusagen auf die Seite von Rosneft geschlagen hatten. Auch Putin favorisierte laut Setschin die Lösung zugunsten von Rosneft.

Analysten zweifeln, dass Rosneft sich die totale Übernahme von TNK-BP auf einmal leisten kann. Die Agentur Fitch warnt, das Rating von Rosneft und TNK-BP im Falle des Deals möglicherweise zu revidieren. Für TNK-BP eröffnet das Zusammengehen mit Rosneft die Möglichkeit, Zutritt zu den reichen Offshore-Vorkommen in der Arktis zu erhalten. Derartige Lizenzen sind in Russland Staatskonzernen vorbehalten, die ihrerseits kein Know-how in der Tiefseeförderung haben. Anfang 2011 wollten BP und Rosneft eine Elefantenallianz eingehen, sie waren am Widerstand von AAR gescheitert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

3 Kommentare
Gast: Gut informiert
18.10.2012 21:42
0 2

endlich einmal eine gute News

die Pleitegeier aus dem Westen werden zwar vor Neid grün und Putin wieder aller möglichen Laster verdächtigen. Wer braucht diese A....milliardäre die nach der Sowjetunion diese Firmen unredlich erworben haben und das Geld, das der russischen Bevölkerung fehlt, in Saus und braus im westlichen Ausland verschleudert haben. Ja es ist gut, wenn ab und zu Unternehmen verstaatlicht werden. Umso besser, wenn sie die Nummer 1 in der Welt sind.

Antworten Gast: frage
21.10.2012 13:54
0 0

Re: endlich einmal eine gute News

warum wandern sie nicht in ihr wunderland aus? hier wäre ein d... weniger und dort würde er nicht auffallen.

Antworten Gast: @Gut informiert
18.10.2012 21:53
1 0

Wer braucht diese A....milliardäre die nach der Sowjetunion diese Firmen unredlich erworben haben und das Geld, das der russischen Bevölkerung fehlt, in Saus und braus im westlichen Ausland verschleudert haben.?

Tja, anscheinend gehen die schon jemanden ab.

Weshalb wird die Versendung dieser Kreaturen von Russland nach Sibirien/CityofLondon/israel ansonsten so in den versammelten westmedien bejammert?

Scheint in den Redaktionen einige Fans dieser kriminalen Oligarchen zu geben...

Auch BK Merkel outete sich als Fanin einer Oligarchin, die anscheinend dieselbe Agenda hatte wie ihre russischen Vettern (Scheindemokratisierung, Schein-meinungsfreiheit mit strikter Lenkung der Politik und Massenmedien durch das Syndikat das nie zu genannt werden darf udn nie zu nennen ist...)!