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15 Personen aus Raiffeisen-Umfeld unter Insiderverdacht

20.10.2012 | 11:40 |   (DiePresse.com)

Der "Vermögensvorteil" soll sich auf 87.000 Euro belaufen. Zudem hat die FMA eine Strafe wegen Verletzung der ad hoc-Pflicht verhängt.

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Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA) ermittelt gegen 15 Personen aus dem Umfeld von Raiffeisen wegen mutmaßlichen Insiderhandels mit Raiffeisen-International-Aktien. Im Vorfeld der Bekanntgabe einer möglichen Fusion von Raiffeisen International (RI) und Raiffeisen Zentralbank (RZB) am 22. Februar 2010 sollen Raiffeisen-Insider - unter ihnen ein leitender Angestellter - ihren Informationsvorsprung zum rechtzeitigen Verkauf von RI-Aktien genutzt haben, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe.

Dadurch konnten die beteiligten Personen erwartbare Verluste vermeiden. Der "Vermögensvorteil" soll sich laut WKSTA auf 87.000 Euro belaufen. Bei Raiffeisen weist man den Vorwurf des Insiderhandels zurück. "Wir kennen die Anzeige nicht. Ich kann nur festhalten, dass nicht einmal theoretisch Informationen missbräuchlich ausgenutzt werden konnten", sagte RZB-Sprecher Andreas Ecker-Nakamura dem Magazin. Bis 19. April 2010 sei unklar gewesen, "ob diese Transaktion tatsächlich zustande kommen kann. Dies wäre aber die Voraussetzung für Insiderinformation gewesen."

Aktive Vorstände nicht unter Verdächtigen

Aktive Vorstände oder Aufsichtsräte von Raiffeisen International oder RZB sollen sich nicht unter den Verdächtigen befinden. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Ins Rollen kamen die Ermittlungen wegen einer Sachverhaltsdarstellung der Finanzmarktaufsicht im April. Die FMA wollte die Causa gegenüber dem Magazin aber nicht näher kommentieren. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigte die Untersuchungen: "Wir ermitteln gegen 15 Beschuldigte wegen mutmaßlichen Insiderhandels", erklärte WKSTA-Sprecher Erich Mayer.

Die Fusionspläne sollen ab Herbst 2009 laufend in den Gremien von Raiffeisen International und RZB thematisiert worden sein. Laut "profil" besteht der Verdacht, dass die Information über eine nahende Ad-hoc-Meldung aus den Raiffeisen-Gremien hinausgetragen worden ist, woraufhin mehrere Personen vorab Aktien verkauften. Das Kundengeschäft der RZB wurde dann im Oktober 2010 mit der Raiffeisen International Bank Holding fusioniert und die Raiffeisen Bank International (RBI) geschaffen. Nicht alle Beschuldigten sollen auch tatsächlich Aktien gehandelt haben. Das Strafmaß für die Weitergabe von Insiderinformationen ohne jeden materiellen Nutzen liegt bei bis zu sechs Monaten Haft.

FMA: Ad-Hoc-Pflicht wurde verletzt

Unabhängig von der Insider-Causa hat die Finanzmarktaufsicht außerdem Verwaltungsstrafen wegen Verletzung der Ad-Hoc-Pflicht in der Höhe von 120.000 Euro gegen sechs 2010 verantwortliche Raiffeisen-Manager verhängt. Die Öffentlichkeit hätte früher über die "mögliche strategische Option" des Zusammenschlusses informiert werden müssen, heißt es laut Bericht. Der bis heute im Amt befindliche Vorstandschef Herbert Stepic und dessen Finanzchef Martin Grüll fassten jeweils 30.000 Euro Strafe aus und vier weitere Manager jeweils 15.000 Euro.

Die Strafbescheide sind nicht rechtskräftig, die Betroffenen haben diese vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) beeinsprucht. "Ein mehrstufiger Entscheidungsprozess mit offenem Ausgang kann nach unserer Auffassung nicht ad-hoc-pflichtig sein", betonte RZB-Sprecher Ecker-Nakamura.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Dr Bau-er-n-Schedl
26.10.2012 01:13
0 0

Schlauheit

Diese profitgierigen RZB Manager haben doch glatt aufgrund ihrer profunden insider Kenntnisse 87.000 euro verdient ! Ich bin mir sicher , dass ein Skandal dieser groessenordnung die finanzwelt wachruettelt.
Danke der Presse fuer diese sensationelle Enthuellung.

Gast: 133
20.10.2012 18:09
3 1

Hände falten und Goschn halten

Herbst 2013 - da bleibt kein Stein auf dem anderen !!!

Gast: Konservativer
20.10.2012 16:38
3 2

Die FPÖ ist die einzige Partei, die vor den Verflechtungen der Raiffeisen gewarnt hat.

Denkende Menschen wissen, was 2013 zu tun ist.

Antworten Gast: Mary Jo
21.10.2012 09:20
1 0

Augustin auch!


Antworten Antworten Gast: Konservativer
21.10.2012 13:21
0 0

Re: Augustin auch!

Sie sind ja sooooo lustig.

Kommen Ihre Eskapaden bei Ihren Freunden gut an?

Gast: Bankenbetrachter
20.10.2012 13:41
2 1

Schaffen Gesetze und das ganze von Gesetzen geduldete Geldsystem nicht konstant einen großen Insidervorteil für Banken?

Geldschöpfung bei Banken - Kreditvergabe: Anspruch auf gesetzliches Geld.
Ratings.
Andere Unternehmen kaufen, weil man selbst eben Anspruch auf gesetzliches Geld schafft.

Viele Gesetze, die Politiker bisher schon gemacht haben, bringen konstant große Insidervorteile für Banken.

Antworten Gast: Halbwissen
20.10.2012 15:24
1 0

Re: Schaffen Gesetze und das ganze von Gesetzen geduldete Geldsystem nicht konstant einen großen Insidervorteil für Banken?

Vor allem Gesetzesänderungen bringen Vorteile !

Gast: Koller Franz
20.10.2012 12:56
3 0

Aktive Vorstände oder Aufsichtsräte von Raiffeisen International oder RZB sollen sich nicht unter den Verdächtigen befinden


so blöd werden sie ja nicht gewesen sein und die Aktien in ihrem Namen auf den Markt geworfen haben. Das läuft doch über die Gattin, das Töchterl oder die Oma.

Gast: PÖHSE
20.10.2012 11:56
0 0

Bin entsetzt . DAS hätte ich nie


gedacht .

Antworten Gast: Trollblume
20.10.2012 12:24
1 0

Re: Bin entsetzt . DAS hätte ich nie

würde mich interessieren, ob pröll jr. auch dabei.