Wien/Weber. Bei der Geldanlage zählt nach wie vor vor allem ein Kriterium: Sicherheit. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Österreicher im ersten Halbjahr 2012 wieder 3,9 Mrd. Euro auf ihre Bankkonten scheffelten. Das waren etwa zwei Drittel jener 6,3 Mrd. Euro, die Österreicher in diesem Zeitraum insgesamt in Finanzprodukte investierten.
3,2 Mrd. Euro entfielen dabei auf täglich fällige Einlagen, wie aus einer Analyse der Nationalbank (OeNB) hervorgeht. Die Zinsen lagen dort zum Stichtag Ende Juni bei durchschnittlich 0,64 Prozent. Selbst vor Abzug der Kapitalertragssteuer (25 Prozent) ist das nicht einmal annähernd genug, um die Inflation auszugleichen. Rund 160 Mio. Euro wurden in Bausparverträge investiert.
Aktien & Co. wurden wertvoller
An Aktien wagten sich die heimischen Anleger nicht heran. In sie wurde kaum Geld investiert, obwohl sich das dort veranlagte Vermögen wegen der steigenden Kurse um rund 200 Mio. Euro vergrößerte. Zur Beimischung greifen die Anleger schon seit einiger Zeit lieber zu Unternehmensanleihen. Seit 2009 wurden ein Sechstel aller im Inland aufgelegten Anleihen (nach Volumen) an private Investoren verkauft. Netto, also nach Abzug aller Verkäufe und Tilgungen, investierten die Österreicher in diesem Zeitraum 2,2 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2012 waren es 240 Mio. Euro.

Unterm Strich schafften es die Österreicher trotz der Eurokrise, ihr Finanzvermögen um zwei Prozent auf 475 Mrd. Euro zu steigern. 45 Prozent davon entfallen mittlerweile auf Spareinlagen, 20 Prozent auf Wertpapiere – also Anleihen, Aktien und Zertifikate. Das Wertpapierportfolio der Österreicher war Ende Juni dank des guten Börsenumfelds 1,3 Mrd. Euro mehr wert als zu Jahresbeginn. Auf Lebensversicherungen entfielen 15 Prozent des Finanzvermögens.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

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