Tschechiens Präsident Vaclav Klaus hat die Idee der Entwicklung einer europäischen Bankenunion als "Unsinn" bezeichnet. "Die Bankenunion ist Unsinn. Ihr einziges Ziel ist es, den Status quo in jeder Hinsicht zu ändern", sagte der euroskeptische Politiker am Montag bei einem Seminar in Prag. Die Bankenunion werde zu neuen Finanztransfers in Europa führen, ohne dass diese politischen Entscheidungen folgten und öffentlicher Kontrolle unterlägen.
Der Vize-Gouverneur der tschechischen Nationalbank, Vladimir Tomsik, sagte bei dem selben Seminar, die Bankenunion solle die Macht der nationalen Zentralbanken einschränken. Die EU-Mitglieder hatten sich kürzlich bei einem Gipfel in Brüssel auf die Einrichtung einer europaweiten Bankenaufsicht unter der Kontrolle der Europäischen Zentralbank (EZB) geeinigt. Sie soll demnach Hand in Hand mit dem neuen Euro-Stabilitätsfonds ESM arbeiten.
Die neue Aufsicht über alle 6000 Geldinstitute der Eurozone soll verhindern, dass Institute von nationalen Aufsichtsbehörden zu lax kontrolliert werden und bei Problemen die gesamte europäische Finanzbranche in Schwierigkeiten bringen. Nach schwierigen Verhandlungen hatte sich der Gipfel darauf verständigt, dass die Aufsicht im Verlauf des kommenden Jahres ihre Arbeit aufnehmen soll. Bis Jahresende soll dafür die Rechtsgrundlage stehen.
(APA/AFP)

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