Die börsenotierte Erste Group hat nach den ersten neun Monaten 2012 netto 597,3 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen. Im Jahr davor hatte die Bank zu dieser Zeit mit einer fast einer Milliarde Verlust geschockt, weil teure Abschreibungen und Abwertungen auf Osttöchter und Wertpapiere angefallen waren. Diese negativen Einmaleffekte fielen heuer nicht mehr an.
Das Betriebsergebnis der Gruppe war bis September 2012 mit 2,618 Milliarden Euro "nahezu stabil" (Vorjahr: 2,632 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die Bank nun ein Betriebsergebnis, das "voraussichtlich nur leicht unter jenem des Vorjahres bleiben wird", wie es in einer Mitteilung Dienstagfrüh hieß.
Staatsgeld bleibt vorerst im Haus
In der Erste stecken 1,2 Milliarden Euro an Staatsgeld. Eine vorzeitige Rückzahlung wird es wohl nicht geben, sagte Erste-Chef Andreas Treichl in einer Telefonkonferenz. Außerdem hat er definitiv angekündigt, dass er für 2012 die Ausschüttung einer Dividende beantragen will. Das Vorjahr blieb dividendenlos - laut Treichl eine einmalige Angelegenheit. Ein Argument gegen eine Dividenden-Ausschüttung wären Fragen der Kapitalstärkung beziehungsweise Überlegungen, das Staatskapital früher zu tilgen. Letzteres soll laut Treichl aus heutiger Sicht jedenfalls nicht passieren.
Er sprach davon, das staatliche Partizipationskapital zwei bis drei weiteren Jahre zu behalten. Die Erste zahlt bisher dafür 8 Prozent Zinsen pro Jahr, ansteigend nach 2014. Sollte die Regierung hier ihre Konditionen ändern, wofür er aber keine Anzeichen sieht, würde er hingegen umgehend tilgen.
Rumänien-Tochter ab 2013 im Plus?
Die Kreditrisikokosten werden für 2012 weiterhin bei rund zwei Milliarden Euro erwartet. Die Vorsorgen und Kredit-Wertberichtigungen in der Rumänientochter BCR werden heuer ihren Höchststand erreichen. Trotzdem soll die BCR 2013 in die schwarzen Zahlen zurückkehren, hieß es heute. In den ersten neun Monaten schrieb die Rumänien-Bank heuer 206 Millionen Euro Verlust. In Ungarn gab es 64 Millionen Euro Verlust, in der Ukraine waren es 25,4 Millionen Euro. Sonst gab es überall Gewinne bei den Töchtern.
Im dritten Quartal lag der Nettogewinn der Ersten heuer bei 143,7 Millionen Euro, nach 107,1 Millionen Euro im zweiten Quartal. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2011 hatte es 1,5 Milliarden Euro Verlust gegeben. Heuer halfen beim Ergebnis bis zum Sommer auch Sondergewinne aus Anleiherückkäufen.
(APA)

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