18.05.2013 20:35 Merkliste 0

RBI-Chef Stepic im Streit mit der FMA

30.10.2012 | 17:36 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Der Unabhängige Verwaltungssenat stärkt der Finanzmarktaufsicht (FMA) im Konflikt mit dem Vorstand der Raiffeisen Bank International (RBI) den Rücken. Das von der Aufsicht verhängte Bußgeld gegen sei rechtmäßig.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat in der Auseinandersetzung mit dem Vorstand der Raiffeisen Bank International (RBI) einen Etappensieg errungen. Laut „Presse“-Informationen hat nun der „Unabhängige Verwaltungssenat“ (UVA) entschieden, dass das von der Aufsicht verhängte Bußgeld gegen den Raiffeisen-Vorstand rechtmäßig ist. RBI-Chef Herbert Stepic und Finanzvorstand Martin Grüll wurden zu einer Strafe von jeweils 30.000 Euro verdonnert, vier weitere Manager sollen jeweils 15.000 Euro zahlen. Die Auseinandersetzung hat Auswirkungen auf alle börsenotierten Firmen. Es geht um die Frage, wann ein Unternehmen die Aktionäre über kursrelevante Ereignisse (wie Verschmelzungen oder Zukäufe) informieren muss.

Am 22. Februar 2010 gab Raiffeisen in einer Ad-hoc-Meldung bekannt, dass als „mögliche strategische Option“ eine Fusion der Osteuropa-Tochter mit Teilen der RZB geprüft werde. Die Ankündigung sorgte an der Börse für einen Kurssturz. Binnen weniger Tage verlor die Aktie der Raiffeisen Bank International mehr als 20 Prozent an Wert. Ermittlungen der FMA ergaben, dass die mögliche Fusion schon Monate zuvor Thema in Raiffeisen-Gremien war. Nach Ansicht der Aufsicht hätte man daher die Öffentlichkeit früher informieren müssen. Deswegen wurde die Strafe verhängt.

Verdacht auf Insiderhandel

Heikel ist die Causa auch, weil auf Basis der FMA-Informationen auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen 15 Personen aus dem Raiffeisen-Umfeld wegen des Verdachts auf Insiderhandel ermittelt.

Davon ist auch ein hochrangiger Raiffeisen-Manager betroffen. Ihm wird vorgeworfen, vor Bekanntgabe der Fusionsüberlegungen Aktien verkauft und dadurch Verluste begrenzt zu haben. Alle Involvierten bestreiten die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die FMA nahm zu den Vorgängen nicht Stellung.

Ein RBI-Sprecher sagte der „Presse“, man sei nach wie vor der Ansicht, dass damals alles korrekt abgelaufen sei. Man prüfe nun, ob man nach der Entscheidung des Unabhängigen Verwaltungssenats die Höchstgerichte anrufen werde. Verständnis für die Position von Raiffeisen zeigt der frühere Bawag-Chefankläger Georg Krakow (er arbeitet jetzt für die verstaatliche Hypo Alpe Adria).

Laut Krakow müsse grundsätzlich ein börsenotiertes Unternehmen erst dann kursrelevante Informationen bekannt geben, wenn es eine hohe Wahrscheinlichkeit gebe, dass ein Ereignis tatsächlich eintrete. Befinde sich dagegen ein Vorhaben erst im Diskussions- und Beratungsstadium, sei dies nicht ad-hoc-pflichtig.
Auch anderen Unternehmen wird vorgeworfen, Anleger nicht ausreichend informiert zu haben. Österreichs zweitgrößter Baukonzern Alpine ist ebenfalls in das Visier der FMA geraten. Alpine sorgt seit zwei Wochen für negative Schlagzeilen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

4 Kommentare
Gast: KHGustav
31.10.2012 10:41
1 0

Ressourcen bitte richtig einsetzen

Der FMA und STA ins Stammbuch geschrieben, es gibt Wichtigeres zu tun, warum schaut man bei Kommunalkredit, ÖVAG und HYPO AA weg, obwohl es zum Teil nachweisliche Informationen über eigenartige Transaktionen gegeben hat; Kapazitäten auf die wirklichen Sauereien richten und nicht gegen jene Institutionen einsetzen, die wesentliche Beiträge für die öster. Volkswirtschaft erwirtschaften und beitragen

Gast: DerLeerer
31.10.2012 10:15
0 0

UVA -> UVS

zur Info: Der "Unabhängige Verwaltungssenat" wird mit UVS abgekürzt und nicht mit UVA (=Umsatzsteuervoranmeldung).

Als ob das bissl eine Auswirkung hat

Die wahre Lüge ist die Bilanz die die Unternehmung im Frühjahr abgegeben hat.

Dafür wäre man in der USA sofort ins Gefängnis gewandert.

Vielleicht kommt er jetzt Stepic auch auf den Gedanken, dass die anderen auch denken (langsam aber doch).

Gast: penker
30.10.2012 22:10
0 0

liebe redakteure

wo ist denn der artikel zur OVAG-Pleite ( die ja stadtbekannt war, aber man musste die pf,,durchfüttern bzw. sogar verlängern), würde irgendwie ganz gut dazupassen ...