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Die Schweiz verkauft Euro

01.11.2012 | 16:32 |   (Die Presse)

Nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro durch massive Devisenkäufe gestützt hat, hat die SNB ihre Euroreserven heimlich reduziert – und die Märkte haben kaum reagiert. Ein gutes Zeichen für den Euro.

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Wien/Zürich/jil. Stell dir vor, die Schweizerische Nationalbank (SNB) verkauft Euro – und keiner merkt es. So geschehen im vergangenen Quartal: Nachdem die SNB den Euro durch massive Devisenkäufe gestützt hat, ist sie klammheimlich auf die Verkäuferseite gewechselt. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Und was auf dem Höhepunkt der Eurokrise für Panik hätte sorgen können, interessiert die Märkte plötzlich nicht mehr.

Der täglich vier Billionen Dollar schwere Devisenmarkt hat die Reduktion der Schweizer Euroreserven noch nicht einmal registriert. Dabei hat die SNB mit Devisenreserven von rund 430 Mrd. Schweizer Franken (rund 360 Mrd. Euro) ein gewichtiges Wort mitzureden auf diesem Markt. Dass die Euroverkäufe offenbar keine Auswirkungen auf den Wechselkurs hatten, ist ein positives Zeichen für den Euro: Die Nachfrage nach der europäischen Einheitswährung scheint zu steigen.

Fluchtwährung Franken

Rückblick: Im September 2011 beschloss die SNB massive Eurokäufe, nachdem der Franken gegenüber dem Euro stark gestiegen war. Der Franken gilt als Fluchtwährung. Ziel der SNB: einen Kurs von 1,20 Franken pro Euro zu verteidigen. Der Anteil des Euro an den Devisenreserven der Schweiz ist daraufhin auf bis zu 60 Prozent angeschwollen. Dann kündigte EZB-Präsident Mario Draghi theoretisch „unbegrenzte“ Anleihenkäufe von Problemstaaten an, um den Euro zu schützen. Kurze Zeit später folgte Fed-Chef Ben Bernanke mit der Ankündigung von „Quantitative Easing 3“. Die dritte Runde des US-Gelddruckprogramms nahm weiteren Druck vom Euro, der Kurs erholte sich.

Damit entspannte sich auch die Krise in Europa und die SNB dürfte die Gelegenheit für eine Trendwende genutzt haben. Jetzt liegt der Euro-Anteil an den Devisen bei „nur“ noch 48 Prozent. Und damit im Sinn der SNB. Denn das langfristige Ziel der Schweizer Notenbank sei ein Euro-Anteil von rund 50 Prozent, sagte SNB-Sprecher Walter Meier.

vergrößern

Wechselkursgrenze bleibt

Ein allzu starker Franken gefährdet die Schweizer Exportindustrie. Beobachter gehen aber davon aus, dass die Untergrenze von 1,20 Franken pro Euro von der SNB derzeit ohne Probleme gehalten werden kann – weshalb nicht von weiteren Eurokäufen auszugehen ist. Ein deutliches Wiederaufflammen der Eurokrise könnte die Situation freilich wieder ändern. Die SNB hat ihren Willen, die Wechselkursgrenze weiterhin zu verteidigen, jedenfalls bekräftigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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71 Kommentare
 
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Gast: Ahnungsloser
02.11.2012 23:12
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kann wer folgendes erklären:

die ch druckt Milliarden Franken - also Papier mit Nummern drauf - was ist der Gegenwert? steigt dieser auch im selben ausmaß?

oder ist der gegen wert zb dem Anstieg der immopreise zu verdanken?

was passiert wenn dann alle ihre Franken wieder verkaufen wollen, weil sich die lange entspannt hat???

Antworten Gast: Halbwissen
03.11.2012 10:50
0 0

Re: kann wer folgendes erklären:

Es gibt keinen Gegenwert !

Mit den Immobilien ist es genau umgekehrt.
Der Immobilienpreis steigt wegen des neuen Geldes. Angebot und Nachfrage müssen ja wieder ins Gleichgewicht kommen. Mehr Geld und gleiche Immobilienanzahl bedeutet höhere Immobilienpreise.

Dann folgt der Immobiliencrash !
Wieder Angebot und Nachfrage, diesmal in die umgekehrte Richtung.

Anzumerken ist das das Geld welches in den Immobilienmarkt fließt ja nicht das Gels der SNB ist sondern von ausländischen Immobilieninvestoren. Diese kaufen nur deswegen weil der Franken künstlich gedrückt wird und weil die Immobilienpreise im steigen sind.
Wenn sich die Schweizer die Miete nicht mehr leisten können werden diese Investoren wieder verkaufen und die Blase platzt.

Gast: frankenstatteuroramsch
02.11.2012 23:11
0 0

die schweizer wissen natürlich- dass der euro bald nur mehr ramschstatus besitzen wird- und veräußert die euros daher noch schnell im interesse des eigenen volkes.


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Re: die schweizer wissen natürlich- dass der euro bald nur mehr ramschstatus besitzen wird- und veräußert die euros daher noch schnell im interesse des eigenen volkes.

Im Artikel steht genaundas Gegenteil.

Die SNB ...

... verkauft Euro wenn sie kann und sie wird wieder Euro kaufen wenn sie muss. ausserdem hat die SNB mit einem Teil der Euro Devisen Anteile an unternehmen gekauft.
zum Euro, der ist genau so eine weiche Währung wie der Dollar. wird irgendwann wieder dem europäischen Markt vertraut, werden die Banken mit grossen Euro Geldmengen, die von der EZB in den letzten Jahren erzeugt wurden, den weg in den Markt finden. was dann passiert, kann sich ja hoffentlich jeder vorstellen. höhere Preise.

Antworten Gast: uburoi
02.11.2012 15:31
1 3

Re: Die SNB ...

hat zu viel loch mit wenig käse.

Gast: ex-vpler
02.11.2012 13:24
3 1

wo sind die bankexperten?

wo sind jetzt eigentlich wieder unsere bankexperten von erste, raiffeisen usw. die ja den chf schon bald bei 1:1 gesehen haben, weil die snb die 1,2 nicht mehr lange halten wird können?
und es natürlich jetzt von vorteil ist für die "kunden" ihre fremdwährungsverluste sofort zu realisieren.

komisch, dass ich die momentane situation bei den analysten nicht gefunden habe.
die habe ich mir nur selber so erwartet.
und mittelfristig wird der kurs wieder steigen. nur das griechentheater müsste halt mal bald zu ende gebracht werden (in welche richtung auch immer), da das momentan noch für verunsicherung sorgt.

Re: wo sind die bankexperten?

Mache immer genau das Gegenteil von dem, was dir ein Banker empfiehlt !

Dann liegst du meistens richtig !!

Antworten Gast: rotstiftring
02.11.2012 14:32
0 1

Re: wo sind die bankexperten?

75 mia fr in euro entwerten den euro?
und damit den franken.

ziel war 1,2 trotz negativer daten in der schweiz.

und das hat damit auch funktioniert.

die frage "wie weiter" wird nach wie vor durch heilige schriften und parolenkreische verdrängt.

bravo!

Gast: PÖHSE
02.11.2012 13:15
6 6

Schützt jetzt schon die Zensur den kaputten



Juncker-Fetzn Euro ?

Re: Schützt jetzt schon die Zensur den kaputten

immer erfreulich ihre intellektuell hochwertigen Kommentare zu lesen

*ignore button such*

Schlecht für Euro

Die Schweiz verkauft Euro.

Antworten Gast: Halbwissen
02.11.2012 11:50
5 2

Re: Schlecht für Euro

Gut für Euro
Jemand anderes kauft Euro.

Antworten Antworten Gast: PÖHSE
02.11.2012 12:19
2 2

Re: Re: Schlecht für Euro



Die EZB. Sie und ich.

Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
02.11.2012 13:11
0 0

Re: Re: Re: Schlecht für Euro

Ich kaufe tatsächlich Euro !

Da meine Dividenden aus US-Unternehmen stammen und diese dann in Euro umgewechselt werden.
Der Großteil fließt aber so lange es für mich verboten ist in Europa zu investieren wieder als Investitionen zurück.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
02.11.2012 13:25
0 2

Re: Re: Re: Re: Schlecht für Euro

Da fehlen zwei Beistriche.

Re: Re: Re: Schlecht für Euro

novemberstimmung oder warum so pessimistisch?

würden sie tatsächlich glauben, was sie erzählen, würden sie auswandern.

Gast: Halbwissen
02.11.2012 11:38
2 1

Grundsätzlich ist dies eine gute Nachricht !

Leider sind mit der Nachricht die Strukturprobleme noch nicht gelöst.

Also wird es weiter spannend bleiben.


Riesengewinn und Lob an die SNB

Es sollte womöglich noch darauf hingewiesen werden, dass die SNB in den ersten drei Quartalen einen Riesengewinn in Höhe von fast 17 Mrd. CHF realisieren konnte. Dies zu einem guten Teil aufgrund Zins- und Dividendeneträge auf ihren Fremdwährungspositionen.

http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/SNB-mit-fast-17-Milliarden-Franken-Gewinn/story/20177657

Im Vorfeld der Mindestkursfestsetzung wurde die SNB ja heftigst für ihr Vorhaben kristisiert. Auch danach sind die kritischen Stimmen nicht verstummt, im Gegenteil. Zur Zeit muss festgestellt werden, dass grobe Schwarzmalerei betrieben wurde (durchaus typisch eidgenössisch!). Selbstverständlich bleibt der weitere Verlauf der Krise vorbehalten, ebenso die zukünftige Inflationsentwicklung.

Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die SNB seit Jahrzehnten eine hervorragende Arbeit macht. Für mich wohl die "beste", zuverlässigste öffentliche Behörde und Institution der Eidgenossenschaft.

Antworten Gast: Fprester
02.11.2012 18:21
0 0

Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

Ich bin gleicher Meinung!
Die kaufkraftparitätische Kursüberhöhung des Schweizer Frankens wird auf Grund der Inflationsdifferenz zwischen der Schweiz und der EU mit jedem Jahr um etwa 3-4% geringer, wenn das jetzige Niveau von 1.20 CHF/EUR gehalten werden kann. In etwa 3-4 Jahren werden die 1.20 CHF/EUR etwa der Kaufkraftarität entsprechen. Vermutlich wird es sogar noch rascher gehen, da die von der EU offiziell benannte Teuerungsrate mit hoher Wahrscheinlichkeit zu tief angesetzt ist (wird).

Antworten Gast: Halbwissen
02.11.2012 11:48
1 5

Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

Nur der Verlust ist real ( Kostolany ) !

Das heißt, abgerechnet wird zum Schluss.

Denn die Strukturprobleme werden mit solchen Aktionen manifestiert.

Was machen eigentlich die Immobilienpreise in der Schweiz ?
Nächstes Jahr wieder plus 13 Prozent ( Zürich ) ?


Re: Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

Für die Kantone sind auf jeden Fall auch die Gelder äusserst real (und wichtig), die sie von der SNB alljährlich erhalten!

Wie Sie jedoch richtig bemerken, bleibt der weitere Verlauf abzuwarten. Dies habe ich in meinem Posting von 11:04h ebenso vermerkt.

Die Lage auf dem Immobilienmarkt bleibt in gewissen Regionen der CH (Zürichseeregion, Arc Lémanique, Engadin) angespannt. Allerdings soll sich - laut Medienberichten - die Situation etwas entspannt und beruhigt haben. Ich kann Ihnen dazu allerdings keine weiteren Bemerkungen zukommen lassen, da ich diesbezüglich wenig informiert bin. Vielleicht zwei nützliche Links:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Immobilienpreise-steigen-nur-noch-bis-2013/story/14746215

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/In-der-Schweiz-herrscht-keine-Blasensituation-/story/28981060

MfG

Antworten Antworten Antworten Gast: peg
02.11.2012 16:55
0 0

Re: Re: Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

Also da gebe ich >Halbwissen< schon recht.
Abgerechnet wird am Schluss.
Noch jeder Währungs-Peg ist bis jetzt gefallen.
Auch die 1,20 Anbindung wird einmal fallen.
Gerade jetzt wird der Hongkong Dollar angegriffen (Dollar Peg).

Die Riesengewinne sollte die SNB ihrem Eigenkapital zufügen und Ausschüttungen an die Kantone vergessen.

Bei 500 Milliarden Währungsreserven würde eine Aufwertung in die die Nähe von 1:1 zum Euro, der SNB sofort einen Verlust von 50-100 Milliarden Franken bringen. Ihr Eigenkapital wäre weg und die SNB müsste vom Staat gestützt werden.

Gerade eine Notenbank, die ihre Geschäftsbanken zu höherem Eigenkapital zwingt, ist päpstlicher als der Papst und spielt selbst mit so hohem Risiko.



Re: Re: Re: Re: Riesengewinn und Lob an die SN

Besten Dank. Drei Bemerkungen zu Ihrem Kommentar: 1. Die Untergrenze wird sicherlich dereinst aufgehoben werden, keine Frage. Sie dürfte wohl auch nie als ,Endlösung' (bitte verzeihen Sie due Wortwahl!) angedacht worden sein. 2. Die SNB ist veroflichtet, der Eidgenossenschaft und den Kantonen einen gewissen Anteil zu überweisen (z. Zt. 1 Mrd. CHF). 3. Der Bund müsste die SNB retten? Eine Zentralbank ist eben gerade keine Geschäftsbank! MfG.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
02.11.2012 17:41
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Re: Re: Re: Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

Was bedeutet Peg ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: peg
02.11.2012 18:52
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Re: Re: Re: Re: Re: Riesengewinn und Lob an die SNB

currency peg
Die Anbindung einer Währung an eine andere Währung

 
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