Peking/AUER/AG. China schlägt im Solarkrieg gegen die EU zurück. Nachdem Brüssel angekündigt hat, eine Anti-Dumping-Klage gegen China zu prüfen, nimmt nun die Volksrepublik ihrerseits europäische Solarfirmen ins Visier. Das Handelsministerium prüft derzeit, ob europäische Unternehmen das Vorprodukt Polysilizium zu ungerechtfertigt niedrigen Preisen verkaufen, teilte die Behörde mit. Gegen wen konkret ermittelt werde, verriet Peking nicht.
USA: Schutzzölle gegen China
Damit erreicht der Streit der chinesischen Solarindustrie mit dem Rest der Welt eine neue Eskalationsstufe. Die USA haben bereits Schutzzölle gegen chinesische Module erlassen. Die EU prüft die Beschwerden europäischer Firmen gegen die Konkurrenz. Demnach habe China zu unfairen Mitteln gegriffen, um den Markt in Europa mit billigen Modulen zu fluten. Laut einer Schätzung hält China 80 Prozent des globalen Marktes.
Um das zu erreichen, hätten die chinesischen Firmen ihre Produkte zu so niedrigen Preisen verkauft, dass nicht einmal die Herstellungskosten gedeckt sind, so der Vorwurf der Europäer. Die Regierung in Peking wiederum stützt sie mit günstigen Krediten. Die Auswirkungen auf Europas Solarbranche sind enorm: Studien zufolge könnte jedes zweite Unternehmen der bevorstehenden Pleitewelle zum Opfer fallen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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