Lebensversicherungen: Rendite sinkt auf 3,7 Prozent

05.11.2012 | 09:01 |   (DiePresse.com)

Der Abstand zur Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen beträgt nur noch 1,1 Prozentpunkte. Die Einnahmen in der Lebensversicherung brachen ein.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Veranlagungsrendite in der Lebensversicherung ist in Österreich im Vorjahr im Schnitt auf 3,7 Prozent des veranlagten Kapitals gesunken, damit hat sich der Abstand zur Sekundärmarktrendite (SMR) für Bundesanleihen auf 1,1 Prozentpunkte verringert. Grund dafür war das schwierige Umfeld auf den Geld- und Kapitalmärkten, das sich 2011 auf die Finanzerträge der Assekuranz negativ ausgewirkt hat, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erklärte.

Mehr zum Thema:

Die Prämieneinnahmen der Branche blieben 2011 mit einer verhaltenen Ausweitung um 1,1 Prozent deutlich hinter dem Wachstum des nominellen BIP von fünf Prozent zurück, so Wifo-Experte Thomas Url. Dabei zeigte die Branche ein gespaltenes Bild: Einerseits zogen die Prämieneinnahmen in der Schaden-Unfallversicherung mit 7,2 Prozent deutlich an , andererseits brach das Ergebnis in der Lebensversicherung um 7,3 Prozent überraschend deutlich ein.

Lebensversicherungsgeschäft rückläufig

Die private Krankenzusatzversicherung entwickelte sich weiterhin stabil (+3,6 Prozent), sodass sich die Verteilung der Prämieneinnahmen auf die drei Versicherungssparten weiter zu den Nicht-Lebensversicherungen verschob.

Österreich folgte damit dem allgemeinen europäischen Trend mit rückläufigem Lebens- und schwach zunehmendem Nicht-Lebensversicherungsgeschäft.

Die Versicherungsdurchdringung sank dementsprechend und erreichte im Berichtsjahr 2011 mit 5,5 Prozent des BIP einen Wert, der zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt zu beobachten gewesen war. Aktuelle Prognosen gehen von einer Fortsetzung dieser Entwicklung im Jahr 2012 aus, so das Institut in einer Aussendung.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

3 Kommentare

"Die Anbieter von Lebensversicherungen tun sich zunehmend schwer, für ihre Kunden hohe Veranlagungserträge zu erwirtschaften."

Das kommt davon wenn man den Asset Managern vorschreibt was sie tun oder lassen sollen.

Mit Staatsanleihen ist es jetzt wie mit den Sparbüchern, man verliert Geld.

Wie soll da eine Versicherung einen Finanzertrag herzeigen wenn es fast ausschließlich "sichere" Staatsanleihen im Portfolio hat?

Wenn die Menschen ihre Lebensversicherung noch lange drinnen lassen, müssen sie in 15 Jahren noch was drauf zahlen damit sie den Vertag auflösen können.

.

3,7 % auf 30 oder 40 Jahre Bindung

und ein vorzeitiges Aussteigen ist dabei mit nur hohem Verlust möglich, weil die Provision für den Versicherungsmaklerschwätzer in jedem Fall für die 30 oder 40 Jahre bezahlt werden....

Die tatsächliche Inflation liegt mindestens bei 3,7 % oder eher höher.

Statt einer LV kann man sich gleich "DEPP" auf die Stirn schreiben. Ist billiger.

AnmeldenAnmelden