Staatsanwalt prüft verschönerte ÖVAG-Bilanz 2008

Eine Aufwertung des RZB-Anteils um fast halbe Milliarde verringerte das Desaster. Nun ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

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APA/HERBERT NEUBAUER

Bei den Ermittlungen der Justiz in der Causa Volksbanken AG könnten die Bilanzen der vergangenen Jahre eine Rolle spielen. Der Abschluss für das Jahr 2008 wies einige Besonderheiten auf. Ohne Sonderdividenden im Volumen von 491 Millionen Euro wäre der Verlust der Bank im Jahr 2008 bei fast einer Milliarde Euro gelegen, so lag er bei 402 Millionen Euro. Wie der "Standard" (Freitagausgabe) berichtet, ging es um die Aufwertung des RZB-Anteils der ÖVAG.

Nach einer Anzeige ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Im Jahr 2008 musste die mehrheitlich der ÖVAG gehörende Kommunalkredit notverstaatlicht werden, die ÖVAG musste rund 900 Millionen Euro abschreiben. In der 2008-er Bilanz, die letzte des damaligen Bankchefs Franz Pinkl, wurden die Effekte des ÖVAG-Desasters durch "Bilanztricks", wie der "Standard" schreibt, abgefedert.

So kassierte die ÖVAG 2008 "laufende Erträge aus verbundenen Unternehmen" in Höhe von 504 Millionen Euro, nach nur knapp 11 Millionen Euro im Jahr davor. Laut Geschäftsbericht waren davon 491 Millionen Euro Sonderdividenden von "nicht konsolidierten Unternehmen". Der Sprecher der Bank erklärte das so: "Wir haben stille Reserven von indirekten Beteiligungen realisiert, um die Verluste zu reduzieren."

Dabei soll es um eine Ausschüttung rund um die 2008 erfolgte Aufwertung des RZB-Anteils der ÖVAG gegangen sein. Schon im Jahr darauf, unter dem neuen ÖVAG-Chef Gerald Wenzel, wurde der Beteiligungsansatz allerdings wieder um gut 300 Mio. Euro reduziert, so die Zeitung.

(APA)

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