Banken bei bauMax in Alarmbereitschaft

16.11.2012 | 08:27 |   (DiePresse.com)

Die Bonität wurde gesenkt. Die Situation der Baumarktkette wegen der Geschäftsentwicklung in Osteuropa sei alarmierend.

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Bei der Baumarktkette bauMax bröckelt derzeit der Verputz: Nachdem im Sommer ein Verlust von über 57 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr 2011 bekanntgegeben wurde, scheint sich die Situation weiter zugespitzt zu haben, berichtet das "WirtschaftsBlatt". Demnach haben die Gläubigerschutzverbände Creditreform und KSV1870 die Bonität des Klosterneuburger Unternehmens vor Kurzem auf "schwach" bzw. "erhöhtes Risiko" herabgestuft, und - so heißt es: Die Banken seien in Alarmbereitschaft.

"Wir bewerten bauMax mittlerweile mit einem erhöhten Risiko", wird Günther Fasching, Leiter der Wirtschaftsinformation beim KSV 1870, zitiert. Damit ist die Ausfallswahrscheinlichkeit überdurchschnittlich hoch. Mit dem bauMax-Rating gehe es bereits seit 2011 sukzessive bergab.

Stillhalteabkommen mit Banken

"Wir haben die Bonität von bauMax von ,gut' auf ,schwach' herabgestuft", sagt Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer. Das Unternehmen zahle zwar seine Rechnungen noch pünktlich, doch dürfte die Liquidität angespannt sein.

Die Banken seien wegen der bauMax-Geschäftsentwicklung in Osteuropa alarmiert, so die Zeitung. Mit dem Management des Unternehmens hätten sich die Kreditgeber auf ein "faktisches Stillhalteabkommen" geeinigt, demzufolge die Banken - unter ihnen angeblich so gut wie alle heimischen Großbanken - ihre Kredite nicht fällig stellen.

"Die Finanzierung wird derzeit restrukturiert", wird ein Banker zitiert. Fakt sei auch, so der Bericht, dass die Institute einen weiteren Zuschuss seitens der Familie Essl verlangen. Bereits im Vorjahr mussten die Privatstiftungen von Essl senior und junior insgesamt 40 Millionen Euro lockermachen. Mit diesen Maßnahmen hoffen die Banken, die Baumarktkette stabilisieren zu können, heißt es.

(APA)

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11 Kommentare

kleine Schadenfreude sei erlaubt ...

in unchristlicher Manier hat die Familie Essl vor einigen Jahren die Kleinaktionäre aus dem Baumax hinausgedrängt...

Finanzielle Schwierigkeiten?

Das stimmt sicher nicht, denn seit Monaten wird im Anschluss an das "Essl Museum" an einem Skulpturenpark gearbeitet. Die Kosten dafür dürften nicht gering sein.

Finanzielle Schwierigkeiten? Das stimmt sicher nicht

D

Die ganzen so genannten Ostgeschäft

kranken jetzt nicht an der Kaufkräft der dortigen Bevölkerung, sondern daran, dass unsere Banken, Handelskonzerne, Baukonzerne, Immobilienhändler etc. mit einer Art sozialblinden Goldgräbermentalität dorthin gezogen sind - und nun fallen sie auf die B..

Die ganzen so genannten Ostgeschäft

kranken jetzt nicht an der Kaufkräft der dortigen Bevölkerung, sondern daran, dass unsere Banken, Handelskonzerne, Baukonzerne, Immobilienhändler etc. mit einer Art sozialblinden Goldgräbermentalität dorthin gezogen sind - und nun fallen sie auf die B..

UNGERECHT!

Essl ist eben ein Experte für "Kunst der Gegenwart" und nicht für "Wirtschaft der Gegenwart". Erkennbar auf den ersten Blick für wirklich jeden, der sich in einen Baumax verirrt.

Meine Bank tät übrigens keinen Tag stillhalten, würde ich mit "Kunst der Gegenwart" die Zeit verplempern.

Meine Bank hat noch nicht einmal stillgehalten, als es darum ging, sich mit meinem sauer verdienten Steuergeld retten zu lassen.

Super, wie das derzeit läuft! Voll super!

unüberegte investitionen im osten!

wenn viele gehâlter und löhne in rumânien, bulgarien usw um 250€ liegen, dann wundert mich das nicht.

Re: unüberegte investitionen im osten!

Sie haben das Problem richtig erkannt. Die Menschen verdienen nichts. Deshalb kann sich auch dort kein erhofftes Wirtschaftswachstum einstellen.

Die sogenannte "billige Fertigung" im Osten ist ja auch nicht das gelbe vom Ei! Denn schön langsam geht den Menschen in den sogenannten "reichen Staaten" das Geld aus.
Habe übrigens gehört, daß die Dacia-Autos gar nicht mehr in Rumänien sondern in Marokko gebaut werden. Der mir das gesagt hat, kennt sich normalerweise in der Autobranche aus!


Baumax wackelt? Wie das?

Die Läden sind doch immer ziemlich voll....

Expansion ohne Hirn!

Die Banken waren die ersten, andere Branchen werden noch folgen. Durch die enorm gestiegenen Lebens- und Energiekosten fehlt das Geld bei Instandhaltung und Konsum.

Re: Expansion ohne Hirn!

Ja und nein ...

Dass eine Expansion in die Türkei mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen wird war allerdings zu erwarten. Ob da die OMV Übernahme von Petrol Ofisi sich ähnlich entwickeln könnte wird man ja sehen.

Die Sache in Rumänien lief wohl auch zu "blauäugig".

Die türkische Sache ist auf jeden Fall gesondert zu beurteilen.

Bei Rumänien ist halt doch festzustellen, dass es kaum Sinn macht ein Land total zu zertrümmern und auszuplündern und dann anzunehmen, dass man dort lukrative Geschäfte machen kann. Da glaubte wohl wer die Propaganda der "eigenen Seite" ...

Wer viel "glaubt" fällt leicht auf die Nase da die Nase immer in Bodennähe ist!

Auch bei Leiners sind Engagements in Israel in die Hose gegangen. Die machten das allerdings angeblich als Franchisegeber wurde kolportiert. Mal abwarten wie das so verlief und noch weiter verlaufen wird ...

Lutzens Engagement in Schweden soll auch recht zweifelhaft verlaufen. Auch hier wird zu beobachten sein ...

Im Grunde haben Sie natürlich dennoch nicht Unrecht, wenn Sie "Expansion ohne Hirn" anprangern. Allerdings ist "Hirn" immer nur recht schwer zu erkennen ...

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