Strabag nach drei Quartalen mit 42,2 Mio. Euro Verlust

30.11.2012 | 09:24 |   (DiePresse.com)

"Die Umstände in der Bauwirtschaft werden schwieriger", sagt Konzernchef Hans Peter Haselsteiner. Die Erwartungen für das Gesamtjahr sind gedämpft.

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Der börsenotierte Baukonzern Strabag hat heuer in den ersten drei Quartalen Verluste erlitten. Das Periodenergebnis drehte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von plus 145,11 Millionen auf minus 42,22 Millionen Euro. Das geht aus der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens von heute, Freitag, hervor. Operativ war der Konzern mit einem EBIT von 1,71 Millionen Euro im Plus - in der Vorjahresperiode waren es noch 207,62 Millionen. Die Erwartungen für das Gesamtjahr müssen voraussichtlich deutlich heruntergeschraubt werden.

"Das operative Konzernergebnis 2012, das wir mit allenfalls 200 Millionen Euro prognostiziert haben, erscheint uns außerordentlich ambitioniert. Das vierte Quartal wird hierfür entscheidend sein - vor allem was den Verkehrswegebau, das Baustoffgeschäft und die Märkte Osteuropas anbelangt", teilte Konzernchef Hans Peter Haselsteiner mit. "Die Umstände in der Bauwirtschaft werden schwieriger, als wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren."

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Nach Vorlage der Neunmonatsergebnissen sind die Titel der Strabag am Freitag an der Wiener Börse um knapp fünf Prozent abgerutscht. Gegen 9.10 Uhr notierte die Aktie um 4,89 Prozent schwächer auf 19,82 Euro.

Auftragsbestand erhöht sich

Die Bauleistung hingegen, die heuer im Neunmonatszeitraum um nur zwei Prozent auf 10,11 Milliarden Euro zurückging, soll auch im Gesamtjahr stabil bleiben: "Wir halten an dem Ziel einer gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 in etwa gleichbleibenden Leistung fest", so der Vorstandsvorsitzende.

Der Auftragsbestand erhöhte sich zwischen Jänner und September um vier Prozent auf 14,57 Milliarden Euro. Großaufträge in Italien und Deutschland kommen dem Bauriesen zugute. Dafür hakt es in Polen, wo der Bauboom ausläuft. Aber auch in Tschechien und in der Schweiz ging die Bauleistung zurück. Der konsolidierte Konzernumsatz verringerte sich in den ersten drei Quartalen von 9,71 auf 9,29 Milliarden Euro.

Schadenersatzzahlungen belasten Ergebnis

Auf den Gewinn drückten den Angaben zufolge Schadenersatzzahlungen in Höhe von 43 Millionen Euro, das Baustoffgeschäft, die Nachtragssituation in Polen sowie "nennenswerte Verlustübernahmen" von Arbeitsgemeinschaften. Der Schadenersatz steht im Zusammenhang mit einem Schiedsgerichtsurteil über die nicht erfolgte Akquisition der Cemex-Zementaktivitäten in Ungarn und Österreich, gegen das die Strabag Berufung eingelegt hat.

Säumige Zahler in Zentral- und Osteuropa sind ebenfalls eine Belastung. Es fehle jener Umsatz, der die Kosten bereits geleisteter Arbeiten in zentral- und osteuropäischen Ländern - allen voran in Polen - hätte abgelten sollen, dessen Bearbeitung jedoch von den dortigen öffentlichen Auftraggebern nur zögerlich erfolge, so die Strabag.

(APA)

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3 Kommentare

Gerlitze

Wo ist das Problem, die Gerlitze hat nur 1,00 ATS gekostet. Für
Herrn Haselsteiner ein Gewinn.

Der Schärdinger

Laßt euch doch nicht pflanzen.
Aufgrund der von KH Kassa eingeführten Gruppenbesteuerung wird im Ausland Verlust gemacht, um denselben in Ö. abzuschreiben und weniger Gewinn auszuwerfen.

Wer bei Auschreibungen Europaweit immer der billigste sein will

vergisst eher die gängigsten Risiken im Baugeschäft

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