Infineon rechnet 2013 mit Trendwende

18.12.2012 | 16:31 |   (Die Presse)

Der heimische Halbleiterproduzent Infineon senkt die Kosten und baut Leiharbeiter ab. Die Produktion im Unternehmenssitz in Villach ist nur zu 80 Prozent ausgelastet. Im Frühjahr 2013 soll die Wende kommen.

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Wien/ES. Der heimische Halbleiterproduzent Infineon, der in Österreich insgesamt 3500 Mitarbeiter beschäftigt, hat ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) hinter sich. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um elf Prozent auf rund 1,2 Mrd. Euro zurückgegangen, das Betriebsergebnis sank um 58 Mio. Euro auf 106,9 Mio. Euro.

Vor allem im zweiten Halbjahr habe man den „rauen Wind“ auf dem europäischen Markt zu spüren bekommen. „Der Halbleitermarkt ist ein früher Indikator für die konjunkturelle Entwicklung“, sagte Infineon-Finanzvorstand Oliver Heinrich am Dienstag. Deshalb traue man sich auch zu sagen, dass die Prognosen für 2013 in Summe etwas zu optimistisch ausgefallen seien. Einen Auftragsrückgang spüre man besonders in der Industrie, der Automobilbranche und im Energiesektor, vor allem bei Aufträgen der öffentlichen Hand. Die Produktionsauslastung im Unternehmenssitz in Villach liege derzeit bei 80 Prozent. Für die ersten beiden Quartale 2013 erwartet Infineon keine Entspannung. Im Frühjahr 2013 rechne man aber mit einer Trendwende.

Kostensenkung von 25 Mio. Euro

Seit dem Sommer greife ein Kostensenkungsprogramm, mit dem Infineon 25 Mio. Euro einsparen will. Konkret heißt das, dass in diesem Jahr 100 Leiharbeiter abgebaut wurden. Derzeit beschäftige man noch 450. Dank der Leiharbeit sei man flexibel genug, sich auf konjunkturelle Schwankungen einzustellen. Mit diesem Polster sei es derzeit nicht notwendig, auf Kurzarbeit umzustellen oder feste Stellen abzubauen. Ebenfalls Kosten senken will Infineon, indem 2012 keine Dividende an den Mutterkonzern ausgezahlt wird.

Nicht sparen will man bei Forschung und Entwicklung. 2012 investierte Infineon mit 240 Mio. Euro 20 Prozent des Umsatzes in F&E, etwa in die Entwicklung eines Siliziumdetektors für den Teilchenbeschleuniger am Schweizer CERN. „Wir investieren in Forschung, weil wir davon ausgehen, dass wir in Zukunft voll ausgelastet sein werden“, sagte Heinrich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2012)

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