Erste Bank: ATX soll in einem Jahr bei 2700 Punkten stehen

Ganz billig sind Aktien nicht mehr. Im Vergleich zu Anleihen haben sie aber noch immer Potenzial nach oben.

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Erste Bank – (c) REUTERS (HEINZ PETER BADER)

Wien/b. l. Die Börsen haben die Analysten wieder überrascht – diesmal positiv. Dem ATX hatten die meisten Experten für heuer einen Anstieg von etwa zehn Prozent prophezeit. Bis dato waren es 25 Prozent. Vor allem die stark gewichteten Bankwerte Erste Group (plus 70 Prozent) und Raiffeisen (plus 55) trieben den Index nach oben.

In zwölf Monaten, so schätzen nun die Analysten der Erste Bank, sollte der ATX etwa 2700 Punkte erreicht haben. Das wäre ein Plus von elf Prozent. Gegen einen allzu steilen Anstieg spräche die „verletzliche konjunkturelle Situation“, meint Aktienexperte Fritz Mostböck. Die wichtigsten Stimmungsindikatoren weisen nach unten. Für Aktien spreche die relativ günstige Bewertung, vor allem im Vergleich zu Anleihen. Während man für zehnjährige österreichische Staatsanleihen 1,7 Prozent Zinsen erhält, schütten ATX-Konzerne Dividenden von 3,3 Prozent des gegenwärtigen Kurses aus. Das ist ungewöhnlich: Normalerweise geben sich die Anleger mit geringeren Dividenden zufrieden, da diese im Vergleich zu Zinsen ja Wachstumspotenzial haben.
Ganz billig sind Aktien aber nicht mehr: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (je niedriger, desto günstiger) liegt mit 10,8 nur noch knapp unter dem historischen Durchschnitt (12,1). Kürzlich hat der ATX auch seinen Buchwert übersprungen: Die Firmen kosten an der Börse nun etwa so viel wie ihre Vermögenswerte. Rabatte – wie in Krisenzeiten üblich – gibt es seltener.

Erste-Analyst Günther Artner empfiehlt dividendenstarke Titel wie Immofinanz, OMV, Verbund, Vienna Insurance, Voestalpine. Wer mehr Risiko will, sollte zu AT&S, Lenzing, Polytec oder Semperit greifen.

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