Bericht: Grasser soll 5,4 Millionen Euro nachzahlen

24.03.2013 | 18:58 |   (DiePresse.com)

Dem Ex-Finanzminister stehen offenbar empfindliche Steuernachzahlungen ins Haus. Er betont, nie Steuern hinterzogen zu haben - "das wollte ich auch nie".

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Dem ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser stehen offenbar empfindliche Steuernachzahlungen ins Haus. Am 14. Februar wurden ihm vom zuständigen Wiener Finanzamt neue Einkommensteuerbescheide für die Jahre 2003 bis 2010 zugestellt, berichtet das "profil". Gefordert werden darin 5,4 Millionen Euro. Grasser hat die Bescheide zwischenzeitlich angefochten und damit vorerst einen Zahlungsaufschub erwirkt.

Laut dem aktuellen Bericht entfallen von den 5,4 Millionen 4,95 Millionen Euro auf die Einkommensteuer sowie 462.375 Euro auf so genannte Anspruchszinsen. Die Finanzverwaltung sieht es als erwiesen an, dass Grassers Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein nebst angeschlossenen Briefkastenstrukturen auf Zypern und den Britischen Jungferninseln darauf ausgerichtet waren, die Honorare aus seinem Meinl-Engagement den "österreichischen Besteuerungsgrundlagen" zu entziehen.

Zwischen 2007 und 2010 flossen an Grasser alleine aus seiner Tätigkeit für Meinl insgesamt 8,949 Millionen Euro, wovon gegenüber der österreichischen Finanz lediglich 3,375 Millionen Euro deklariert und versteuert wurden.

Zurechnung der "Schwiegermutter-Tausender"

Weiters geht die Finanz davon aus, dass auch jene 500.000 Euro, die Grasser zwischen 2005 und 2006 vorgeblich von seiner Schwiegermutter übernommen und für diese veranlagt hatte, ihm selbst zuzurechnen sind, ebenso die daraus erzielten Gewinne. Auch dafür soll Grasser nun Einkommensteuer bezahlen.

Grasser beharrt jedoch im "profil" darauf, redlich gehandelt zu haben: "Ich habe keine Steuern hinterzogen und wollte das auch nie." Die Verantwortung für das Stiftungskonstrukt und für die von der Finanz monierte unvollständige Offenlegung trage ausschließlich sein früherer Steuerberater Peter Haunold von Deloitte, der dies gegenüber "profil" nicht kommentieren wollte.

Grasser hätte bei Polit-Comeback Chancen

Unterdessen wurde am Samstag bekannt, dass Grasser - trotz der gegen ihn laufenden Ermittlungen - bei einem Polit-Comeback Chancen hätte. Sollten die Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen werden, könnten sich immerhin 13 Prozent der Österreicher vorstellen, Grasser zu wählen. Das zeigt der "ATV Österreich-Trend", eine aktuelle Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag von ATV unter 500 wahlberechtigten Österreichern. Am ehesten von seiner Unschuld überzeugt sind Wähler von ÖVP, FPÖ und Team Stronach.

(APA)

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156 Kommentare
 
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Rechtsstaat statt Recht

Als einfacher Bürger frage ich: Wie kann es sein, dass (m)ein Steuerakt in allen Details in den Medien erscheint, dort breitgetreten wird und niemand regt sich auf (Datenschutz, Amtsgeheimnis.....) oder unternimmt gar etwas, um geltenden Gesetzen zum Durchbruch zu verhelfen.
Ich bin überzeugt, dass KHG keine weiße Weste hat. Ich bin absolut dafür, dass das Gesetz gegen ihn voll inhaltlich angewendet wird. Ich verabscheue aber Berichte dieser Art, wo man merkt, dass dem Verfasser der Speichel geradezu aus dem Mund trieft vor Geilheit an der Befriedigung seiner sehr sehr tiefen Instinkte. Qualitätszeitung, Qualitätsjournalismus, Rechtsstaat, was solls, wenns um tiefstes Menscheln geht..

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Fiona

Pacifico, Atlantiko, Indico und Pacifico, wird tief in die Tasche greifen müssen, um den Spross eines Autokeilers zu retten!

Ein echter Mann des Volkes!

Daher auch bei der Volks-Partei!

Grasser und sein Freund Meinl haben sicherlich wenig Skrupel.

Aber wie kommt sein neuester Steuerbescheid schnurstracks ins Profil ?????

Re: Grasser und sein Freund Meinl haben sicherlich wenig Skrupel.

Anwaltskanzlei?

Re: Re: Grasser und sein Freund Meinl haben sicherlich wenig Skrupel.

Möglich ist alles, das aber nicht sehr wahrscheinlich.

Re: Re: Grasser und sein Freund Meinl haben sicherlich wenig Skrupel.

Möglich ist alles, das aber nicht sehr wahrscheinlich.

13 Prozent der Österreicher könnten such vorstellen, Grasser zu wählen

Also entweder die Umfragen stimmen nicht oder 13% der Österreicher sind nicht ganz dicht.

Re: 13 Prozent der Österreicher könnten such vorstellen, Grasser zu wählen

Ihrer Meinung nach sind also die Faymann-Wähler dichter.....

Re: Re: 13 Prozent der Österreicher könnten such vorstellen, Grasser zu wählen

Faymann wird nicht derartiger Verbrechen beschuldigt, vergiss' das nicht !

Re: Re: Re: 13 Prozent der Österreicher könnten such vorstellen, Grasser zu wählen

Na geh, Veruntreuung von fremdem Geld und damit Zeitungen bestechen ist auch nicht so ohne !!!!!!!

Re: Re: 13 Prozent der Österreicher könnten such vorstellen, Grasser zu wählen

die sicherlich nicht!!!!!

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wie sagte Schüsserl so schon : mit solchen Petitessen

kann man doch nicht eine Grasser sekkieren.

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Keine Rechtssicherheit

Ich unterstelle Hr. Grasser, dass er als inteligenter und Kundiger Österreicher, wie heute im Profil geschildert, einen Fachmann mit seinen Angelegenheiten betraut hat - die genannte Firma ist ja weltbekannt.

1. Ich glaube seinen Schilderungen, denn diese sind bei uns notwendig: absichern, absichern, absichern, sonst gibts in der Neidgesellschaft irgend jemand, der dich anpi..t und eine unaufhaltsame Lawine lostritt.

2. Wenn trotz eines Finanzrechtsspezialisten und Zusicherungen von Finanzbeamten, dass die Kon- struktionen rechtens sind, dies vom Finanzamt nun nicht mehr so gesehen wird, so ist dies Willkür. Ich hoffe, die Zustimmungen und Termine lassen sich beweisen.

3. Wer den Profil-Artikel liest, fühlt sich nach Schilda versetzt, denkt sich aber auch, dass dies so abstrus ist, dass es wahr sein muss und auch nur bei uns so passieren kann.

4. Die nun Steine werfenden "rechtschaffenen" Personen wähnen sich sicher schon in gut bezahl- ten Positionen in einigen Jahren - wenn denn ihre Namen nur oft genug in den Medien aufscheinen.

5. Der Grasser ist ja selber schuld, hät er sich halt nix mit der Politik angefangen. Außerdem, seine Fiona hat eh genug Geld, der verkraft des schon.....

6. Liebe Rechtsanwälte und Finanzexperten, ihr seid in Österreich bald arbeitslos - geschriebenes Recht gilt nichts. Die Willkür von Beamten sorgt dafür. Und verirren sich nicht zufällig kopierte Dokumente aus Gericht und Finanzamt zu den Medien, so informiert man die Medien offiziell.

Re: Keine Rechtssicherheit

Schönes langes Posting, aber ohne Beweise für die Unschuld !
Frage: Wer schickt ehrlich verdientes Geld zuerst rund um die Welt (Zypern, Keyman, Liechtenstein, etc.), um es dann klammheimlich in einer Stiftungskonstruktion in Liechtenstein zu verstecken ? Wohl niemand ! Alleine dieses Verhalten ist doch zumindest ein massives Indiz für Schwarzgeld !

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Re: Keine Rechtssicherheit

Danke für einen objektiven Beitrag. - wohltuend bei dem ohrenbetäubendem Quatsch, der hier immer wieder auf geplagte Leser losgelassen wird.

Re: Keine Rechtssicherheit

armer , armer karl-heinz.
opfer einer bananenrepublik.
wer hat die bloß geschaffen ?

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so eine kleine u-haft hätte vermutlich wunder bewirkt

nicht nur bei ihm, sondern auch beim rest seiner gäng.
als man meinl in haft nahm, soll ihm ja der arsch auf grundeis gegangen sein.
es ist sicher nicht jeder so abgebrüht, wie graf ali, der vermutlich für seine zellengenossen fortbildungskurse gegeben hat.
so typen, wie KHG, die im luxus leben und gewohnt sind, dass alle vor ihnen buckeln, hätten das nicht lange durchgestanden-auch wenn ihm fiona das menagereindl vom fabios gebracht hätte.

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Schön langsam wird diese jahrelange Medienhetze gegen Grasser hochpeinlich

Rausgekommen ist bis jetzt noch gar nichts, auch wenn die (schwer linkslastige) Staatsanwaltschaft alle Hebel in Bewegung setzt.
Warum stürzen sich die Journalisten nicht mit der gleichen Energie auf einen zB Faymann?

Es ist irgendwie absurd, wenn in diesem Forum ...

... Asylwerbern der Weg durch die Instanzen vorgehalten wird, aber Grassers Verteidigungsstrategie, jedes Ansuchen um Amtshilfe durch alle Instanzen zu beeinspruchen, als Hetze einer 'schwer linkslastigen' Staatsanwaltschaft dargestellt wird.

Dass sich Journalisten weniger auf Faymann stürzen, hängt vermutlich damit zusammen, dass der nicht so schön ist, so intelligent, so reich ...

13 2

Re: Es ist irgendwie absurd, wenn in diesem Forum ...

"Dass sich die Journalisten weniger auf Faymann stürzen", liegt schlicht und einfach daran, dass die SPÖ die meisten Medien mit Inseraten besticht. Und zwar in einem Ausmaß, die ein Fortbestehen mancher Zeitungen ohne diese Inserate schlichtweg unmöglich machen würde. Und welcher Journalist schreibt sich schon selbst in die Arbeitslosigkeit?

Re: Schön langsam wird diese jahrelange Medienhetze gegen Grasser hochpeinlich


Ach, Medienhetze nennt das ein geistiger Vollkoffer mit blaubraunem Hirn.

Aber dass Grasser ein durchtriebener Verbrecher ist, stört nicht, wie?

10 3

Re: Re: Schön langsam wird diese jahrelange Medienhetze gegen Grasser hochpeinlich

Danke für diesen intelligenten, kritisch beleuchteten Kommentar nebst der gefinkelt durchdachten Wortwahl - eine echte Bereicherung des Forums! Der Herr hat sich möglicherweise verirrt.

Kleiner Hinweis: Österreicht heißt die Zeitung, die vermutlich anpeilen.

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Am ehesten von seiner Unschuld überzeugt sind Wähler von ÖVP, FPÖ

also ich bin zwar FP-Wähler, aber von seiner Unschuld keineswegs überzeugt !

6 2

Re: Am ehesten von seiner Unschuld überzeugt sind Wähler von ÖVP, FPÖ

... dann sollten Sie sich auch die Machenschaften von Graf in seiner Seibersdorf Zeit näher ansehen!

Re: Am ehesten von seiner Unschuld überzeugt sind Wähler von ÖVP, FPÖ

Echt?
Sag, hat dir das Beispiel Kärnten nicht gereicht?

 
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