Wien (b.l./cjd/APA). Die US-Kreditkrise ist zu Beginn der Woche auch in Österreich angekommen: Am Montag wurde Österreichs größter Kreditforderungsfonds, der „Oppenheim ABS“, vorläufig geschlossen. Laut Ulrich Kallausch von der Privatbank Sal. Oppenheim, die den Fonds der Hypo KAG managt, sind keine Kleinanleger betroffen. Das Vermögen von 750 Mio. Euro kommt von 70 institutionellen Anlegern (Banken und Versicherungen).
Auch in Deutschland hatten mehrere Institute wegen massiver Geldabflüsse Fonds geschlossen – etwa die HSBC, die Allianz oder die BHF Bank. Deren Anleger können ihre Anteile vorerst nicht verkaufen. Wie lange die Schließungen anhalten, ist unklar.
„Kleinanleger nicht betroffen“
Dass auch österreichische Publikumsfonds vorübergehend schließen, dafür gebe es derzeit keine Anzeichen, sagt Dietmar Rupar von der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG). Eine gesetzliche Bestimmung, wie lange Fonds die Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen aussetzen dürfen, gibt es laut Klaus Grubelnik von der Finanzmarktaufsicht (FMA) nicht. „Es hängt auch davon ab, warum man suspendiert.“
Der „Oppenheim ABS“ wurde ausgesetzt, weil findige Händler die Hysterie an den Märkten ausnützen und billig kaufen wollten, meint Rupar. Um Anleger zu schützen, habe man den Fonds geschlossen. Er glaubt, dass sich der Markt in ein paar Wochen beruhigt hat. Laut Kallausch sind die Kreditforderungen von guter Bonität.
Auch für Immobilienfonds sieht Rupar kein Problem. Diese könnten bei starken Rückflüssen unter Druck kommen, weil sie Immobilien dann rasch verkaufen müssten. In Deutschland hatten vor zwei Jahren mehrere Immobilienfonds vorübergehend geschlossen, was die Anleger monatelang von diesem Investment abschreckte.
In Österreich spielen Immobilienfonds allerdings nur eine sehr kleine Rolle. Anleger, die hohe Rendite wollen, greifen hierzulande eher zu Immobilienaktien. Die Rendite der Immobilienfonds stammt vor allem aus den Mieterträgen und hält sich stabil bei vier bis sechs Prozent pro Jahr. Die im Vergleich dazu hohen Ausgabeaufschläge dürften Anleger vor Verkäufen abschrecken.
Ein Kreditforderungsfonds in Österreich hat vorübergehend die Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen ausgesetzt: Die Anleger kommen vorläufig nicht an ihr Geld. So will man sie aber vor Verlusten schützen.
Kleinanleger sind – zumindest in diesem Fall – nicht betroffen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2007)

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