26.05.2012 14:05 | Meine Presse Merkliste 0

Islamische Banken: Aufpreis für Verspätung statt Zinsen

30.01.2008 | 12:58 |   (DiePresse.com)

Der Islam verbietet Zinsen für Kredite. Daher verkaufen islamische Banken Waren für Ihre Kunden und kassieren einen Aufschlag für spätere Bezahlung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Immer mehr der weltweit 1,3 Muslime wollen große Ausgaben nicht mit Krediten finanzieren. Das islamische Recht, die Scharia, verbietet nämlich Zinsen. Daher nutzen sie das System des Murabaha im Einklang mit ihrer Religion.

Islamic Banking: Murabaha
Der Kunde beauftragt die Bank, einen Gegenstand (z.B. Auto) zu kaufen. Die Bank wiederum verkauft diesen Gegenstand an den Kunden, der aber nicht sofort bezahlt. Für die verspätete Zahlung schlägt die Bank einen Zuschlag auf.
Faktisch ist das ein Kredit, die Konstruktion geht aber mit der Scharia konform.


Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt, dass islamische Banken jährlich rund 15 Prozent Wachstum erreichen. Bis zum Jahr 2010 würde weltweit eine Billion Dollar verwaltet werden.

Gelehrte statt Analysten

Streng islamische Banken stehen vor einem Personalproblem. Damit die religiösen Grundsätze glaubhaft befolgt werden, braucht jedes Institut einen Gelehrten. Dieser muss alle Geschäfte beaufsichtigen und genehmigen. Diese Gelehrten werden an islamischen Hochschulen ausgebildet. Davon gäbe es aber zu wenig. "Die Nachfrage steigt. Wir haben nicht genug Absolventen, um den Bedarf zu decken" sagt Scheich Nisam Jakubi. Er ist eine angesehene Autorität des islamsichen Rechts.

Guter Stammbaum nötig

Jakubi schätzt, dass es nur etwa 50 bis 60 Experten gibt, die in international arbeitenden Banken qualifiziert beraten könnten. Denn in den Augen vieler Muslime braucht ein Scharia-Experte nicht nur eine gute Ausbildung. Besonders vertrauenswürdig ist, wer einen guten Stammbaum vorweisen kann. Am besten steht er in einer direkten Abstammungslinie von Gelehrten. Diese geht im Idealfall direkt bis zu den Tagen des Propheten und Religionsstifters Mohammed zurück.

Islam-Fonds in Europa im Vormarsch

Auch europäische Banken haben gläubige Muslime mittlerweile als Kunden entdeckt. Sie bieten so genannte Islam-Fonds an, die im Einklang mit der Scharia stehen. Sie sind das muslimische Pendant zu den in den USA boomenden Bibel-Fonds. (Ag./red.)
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Gast: amer
21.08.2011 17:53
0 0

gut so

gut so am besten islamische banken in wien eröffnen denn der zins und kredit ist etwas was nicht gerecht ist und die menschen leugnen es

Gast: Locos
28.05.2009 22:44
0 0

besser als die christlichen banken

allso echt denkt logisch bitte

Gast: ASDF
30.01.2008 16:47
0 0

Fachwissen

"Besonders vertrauenswürdig ist, wer einen guten Stammbaum vorweisen kann. " Die Zeit der Finanzpyramiden ist dann noch zu kommen!

Gast: Ordnung
30.01.2008 14:54
0 0

Das können die bei sich daheim machen.

In Österreich sollte man das als Teil der Islamisierung verbieten.

Zum Schluss wird man im SPÖ-regierten Wien nur mehr angestellt, wenn man ein Gehaltskonto bei einer islamischen Bank hat.