05.07.2009 01:03 | Meine Presse Merkliste0

Finanzmärkte: Aus den USA kommen neue Krisensignale

10.04.2008 | 18:56 |   (Die Presse)

Die Leitzinsen sind am Donnerstag in Großbritannien um 0,25 Punkte auf fünf Prozent zurück genommen worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ ihren Leitzins dagegen unverändert.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

wien (ju/red.). Die kurze Rally der vergangenen Wochen könnte an den internationalen Aktienmärkten schon bald wieder Geschichte sein: Vor allem in den USA mehren sich die Zeichen, dass es bald wieder abwärts gehen könnte.

Bankwerte sind am Donnerstag jedenfalls weltweit schon wieder unter Druck gekommen, nachdem die US-Investmentbank Lehman Brothers der Börsenaufsicht SEC mitgeteilt hatte, dass sie „wegen starker Wertverluste“ drei Investmentfonds schließt und die verbliebenen Vermögenswerte im Volumen von einer Mrd. Dollar in die eigenen Bücher nimmt. Die Aktie der viertgrößten US-Bank ging an den europäischen Börsen darauf gleich in den Sturzflug über. Der Euro erreichte gegenüber dem Dollar mit 1,5912 ein neues Rekordhoch.

Die Lehman-Probleme sind aber nur ein Teil des jetzt sichtbar werdenden erneuten Krisenszenarios. In der Nacht zum Donnerstag wurde auch bekannt, dass die US-Notenbank Fed mit einer neuerlichen Verschlimmerung der Lage rechnet und deshalb an einem „Notfallsplan“ zur Versorgung der Kapitalmärkte mit Liquidität arbeitet. Auch der internationale Investor George Soros meint, dass das Schlimmste an den Märkten noch bevorsteht. Die Situation sei ernster, als die Behörden zugeben oder erkennen, meinte er zur „Financial Times“. Die Leitzinssenkungen in den USA seien „notwendig, aber nicht ausreichend.

Die Leitzinsen sind am Donnerstag in Großbritannien um 0,25 Punkte auf fünf Prozent zurück genommen worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) ließ ihren Leitzins dagegen unverändert.


Erste-Bank-Experten optimistisch

Relativ optimistisch sind die Aktienexperten der Erste Bank. Die erklärten am Donnerstag, sie seien für das zweite Quartal zumindest für die europäischen Märkte positiv gestimmt. Weniger optimistisch sei man für die rezessionsbedrohten USA, wo sich die Aktienmärkte erst im zweiten Halbjahr erholen sollten. In den vergangenen Monaten sind die Kurse in Europa freilich deutlich stärker gefallen als jene in den USA.

Relativ unbeschadet dürfte laut Erste-Experten der – derzeit freilich ohnehin extrem gedrückte – japanische Markt davon kommen.

AUF EINEN BLICK

Die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden, die Großbank Lehman Brothers kämpft wieder mit Problemen.

Die Zinsen bleiben im Euro-Raum unverändert. Großbritannien hat ein wenig gesenkt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: ASVG-Sklave
11.04.2008 09:13

ganz einfach:

sell, sell, sell!

Antworten ecowriter
11.04.2008 13:02

oder buy buy buy..

je nach ihrer strategie und unternhemen.
UBS wäre ein buy unter 30.-

freundlichst, ihr
eco

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
11.04.2008 18:05

Re: oder buy buy buy..

Eine Bank mit 39 Milliarden Abschreibungen? Hände weg! Wer einmal so tief fällt - vorallem am Bankensektor- hat sein Vertrauen und Kapital verspielt. Sell, man!

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Flughafen Wien: Die vorprogrammierte Schlammschlacht
    Das Finanzdebakel am Flughafen Wien ist noch lange nicht aufgeklärt. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass in den rot-schwarz dominierten Führungsgremien kein Stein auf dem anderen bleiben wird.
    Österreichische Schrottautos für Afrika
    Jedes Jahr werden 180.000 gebrauchte Autos mehr oder weniger legal aus Österreich vor allem nach Afrika exportiert. Doch jetzt droht der Markt wegen der Verschrottungsprämie einzubrechen.
    Quelle-Katalog: Bibel der Kleinbürger droht das Ende
    Der Versandhändler Quelle braucht staatliches Geld, um doch noch einen Katalog zu drucken. Seit Jahren spekuliert man über das Ablaufdatum der dicken Universal-Kataloge.
  • Fall Madoff: Neue Spuren führen nach Wien
    Im „Fall Madoff“ gibt es schwere Vorwürfe gegen Sonja Kohn, Gründerin der Wiener Bank Medici. Dabei geht es um umstrittene Geldflüsse von rund 40 Mio. Dollar (28,4 Mio. Euro).
    Traden mit dem Momentum
    Wie man Trendwendenmithilfe von technischen Indikatoren rechtzeitig erkennt. Unter den zahlreichen Momentum-Varianten hat sich der sogenannte „Williams %R Momentum“-Indikator bewährt.
    Ohne Job: Generation Krise
    Der Einstieg ins Berufleben wird schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt daher deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosenquote. Firmen nehmen lieber freigesetzte Mitarbeiter als Neueinsteiger.
  • Verteilungskonflikt: "Wir brauchen Aufstand der Jungen"
    Keine Pension, kein Job und keine Kinder. Droht ein Kampf der Generationen? „Die Verteilungskonflikte zwischen Alt und Jung werden zunehmen“, meint Experte Wolfgang Gründinger.
    Pflege: 22 Prozent mehr offene Stellen als 2008
    Während am allgemeinen Arbeitsmarkt um 38,2 Prozent weniger Menschen eine Beschäftigung haben, fehlen im Pflegebereich Arbeitskräfte.
    AUA: Streik liegt in der Luft
    Wegen des geplanten Stellenabbaus bei der AUA-Tochter könnte es zu Streiks kommen. Betriebsrat Junghans meint aber, dass man gegen die Kündigungen nicht viel tun könne. Sie sollen nur "sozial verträglich" sein.
  • SPÖ: An der Peripherie der Macht
    Jetzt hat es die SPÖ quasi amtlich: Die Partei hat massiv an Macht und Einfluss in der Wirtschaft eingebüßt. In einem Ranking der hundert einflussreichsten Österreicher findet sich nur eine Handvoll SPÖler.
    Skylink: Rechnungshof macht Druck
    Die Oppositionsparteien fordern eine Untersuchung des Finanzdebakels. Derzeit kann der RH ein Unternehmen nur prüfen, wenn die öffentliche Hand mindestens 50 Prozent der Anteile hält.
    Kroatien/Slowenien: Polemisch um Gäste buhlen
    Slowenien macht Kroatien die Urlauber aus Serbien abspenstig – mit einer Kampagne voller Spott und Ressentiments.