wien (ju). Der Aufstand der Aktionäre gegen das wertvernichtende Fuhrwerken Meinl-naher Manager in den börsenotierten Unternehmen Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI) hat nun ein Gesicht. Genau genommen sieben: Jene Gruppe von institutionellen Investoren, die bei beiden Unternehmen außerordentliche Hauptversammlungen mit dem Tagesordnungspunkt „Neubesetzung des Boards of Directors“ erzwungen hat, präsentierte nun in Wien ihre Kandidaten für die Vorstände von MIP und MAI.
Wenn der Aufstand gelingt (bei den a.o. Hauptversammlungen ist dazu die einfache Stimmenmehrheit notwendig), dann werden in den Vorständen von MAI und MIP künftig Hans-Peter Dohr (Global Finance AG, München), Wolfgang A. Vilsmeier (VMP Consulting, St. Gallen), David L. Pascall, George Baird (Invesco Leveraged High Yield Fund Ltd.), Richard M. Boleat (Governance Partners, Jersey), Björn Pirrwitz (Novum Capital (Frankfurt/London)und Fred Duswald (Recap Management, Linz und München) sitzen. Für den MIP-Board kandidiert zusätzlich noch Wilfried K. Hassler (VA Tech Hydro).
Bei der Vorstellung zeigten sich die Meinl-Rebellen siegessicher, wollten aber nicht sagen, wie viele Stimmen sie schon hinter sich haben. Nur so viel: es handelt sich um rund 60 Investoren. Zehn Prozent sind es jedenfalls, denn so viel war zum Erzwingen der außerordentlichen Hauptversammlungen notwendig.
Die Kritik der Rebellen ist lang: Unter anderem werfen sie dem derzeitigen Management Nähe zu Meinl (die meisten MAI- und MIP-Manager sind im Meinl-Dunstkreis beschäftigt), miserable Corporate Governance, weit überhöhte Gebühren und eine nebulose Investmentstrategie (den MIP-Aktionären wurden beispielsweise Investments in Osteuropa angekündigt, investiert wurde dann groß in Spanien) vor.
Die bisherige „Performance“ von MAI und MIP, die 2007 an der Börse zusammen 1,2 Mrd. Euro eingesammelt haben, sieht so aus: Die Meinl-Gruppe (und in kleinem Ausmaß Grasser, der an einer Managementgesellschaft beteiligt ist) hat über Gebühren etc. bisher rund 100 Mio. Euro heraus gezogen, die Aktionäre haben über Kursverluste rund 470 Mio Euro verloren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2008)
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